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1229
Sultan al-Kamil übergibt Friedrich II. (links) die Stadt Jerusalem, rechts an der Kuppel des Felsendoms zu erkennen. (Giovanni Villani, Chronica, 14. Jahrhundert, Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom Cod. Chigi L VIII 296, fol. 75r.)
Sultan Al-Kamil und Kaiser Friedrich II. vereinbaren
im Frieden von Jaffa eine zehnjährige Waffenruhe.
Raimund VII. unterwirft sich in Anwesenheit König Ludwigs IX. gegenüber Kardinal Romano Bonaventura der römischen Kirche, Darstellung aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts
Mit der Unterwerfung Raimund VII. von Toulouse unter Ludwig IX. endet der Albigenserkreuzzug.
1229 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 677/678 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1221/22
Buddhistische Zeitrechnung 1772/73 (südlicher Buddhismus); 1771/72 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 65. (66.) Zyklus

Jahr des Erde-Büffels 己丑 (am Beginn des Jahres Erde-Ratte 戊子)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 591/592 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 607/608
Islamischer Kalender 626/627 (Jahreswechsel 19./20. November)
Jüdischer Kalender 4989/90 (19./20. September)
Koptischer Kalender 945/946
Malayalam-Kalender 404/405
Seleukidische Ära Babylon: 1539/40 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1540/41 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1267
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1285/86 (Jahreswechsel April)

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Kreuzzug Friedrichs II./Königreich SizilienBearbeiten

 
dunkelgelb das Königreich Jerusalem gemäß dem Vertrag von 1229
  • 18. Februar: Sultan Al-Kamil und Kaiser Friedrich II. vereinbaren im Frieden von Jaffa eine zehnjährige Waffenruhe. Jerusalem, Lydda, Nazaret und Betlehem werden von den Ayyubiden an das Königreich Jerusalem abgetreten, dürfen aber nicht militärisch befestigt werden. Die Muslime sollen den Jerusalemer Tempelberg mit der al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom behalten, wo Christen aber künftig Andachten halten dürfen. Den Muslimen wird dafür Freizügigkeit im Gebiet um Bethlehem sowie eine eigene Gerichtsbarkeit unter einem Kadi in Jerusalem zugestanden. Außerdem verspricht der Kaiser, sein Heer, die Ordensritter und die Fürsten der Kreuzfahrerstaaten von weiteren Kriegshandlungen gegen die Territorien al-Kamils abzuhalten. Ob der Vertrag den Kreuzfahrern auch die Küstenstadt Sidon und die Burg Toron zurückgibt, ist unsicher.
  • 18. März: Kaiser Friedrich II. krönt sich während des Fünften Kreuzzuges selbst zum König von Jerusalem aus dem Recht seines Sohnes Konrad, erhält als Gebannter jedoch keine religiöse Weihe. Friedrich setzt den von den einheimischen Baronen eingesetzten Statthalter Odo von Montbéliard ab und ersetzt ihn durch Balian von Sidon und Garnier l’Aleman.
  • 1. Mai: Bei seiner Abreise aus Palästina wird Friedrich von der über den ausgehandelten Frieden sehr unzufriedenen Bevölkerung angeblich beschimpft und mit Schlachtabfällen beworfen.
  • Auf Zypern setzt Friedrich einen fünfköpfigen Regentschaftsrat unter der Führung des Amalrich Barlais ein, einem alten Feind des bisherigen Regenten Johann von Ibelin. Nach Friedrichs Abreise bricht ein Aufstand der Barone gegen die Kaiserlichen aus. Am 24. Juni siegen sie bei Nikosia. Amalrich Barlais muss sich mit dem minderjährigen König Heinrich I. auf die Burg Dieu d'Amour zurückziehen, wo er von den Rebellen belagert wird.
  • Während Friedrichs Abwesenheit besetzen im Auftrag von Papst Gregor IX. Söldner große Teile des Königreichs Sizilien. Einige Städte nutzen Friedrichs Exkommunikation und Abwesenheit, um sich von seiner Herrschaft loszusagen und sich dem Papst zu unterstellen. Friedrich landet am 10. Juni in Brindisi und schlägt die päpstlichen Truppen schnell zurück. Als Abschreckungsmaßnahme lässt Friedrich manche Städte vollständig zerstören, andere müssen Geiseln stellen und ihre Befestigungen niederreißen.

KreuzfahrerstaatenBearbeiten

Republik VenedigBearbeiten

 
Wappen Jacopo Tiepolos
  • Februar: Kurz von seinem Tod dankt Pietro Ziani als Doge von Venedig ab. Bei der Wahl zum Nachfolger kommt es zu einem Stimmengleichstand zwischen Jacopo Tiepolo und Marino Dandolo, sodass schließlich das Los entscheiden muss, das zugunsten Jacopo Tiepolos ausfällt. Diese Wahl ist eine der Ursachen für fortdauernde Spannungen zwischen den Familien Dandolo und Tiepolo. Tiepolo betreibt während seiner Regierung unverhohlenen Nepotismus.

Heiliges Römisches ReichBearbeiten

SkandinavienBearbeiten

Frankreich/OkzitanienBearbeiten

 
Vertrag von Paris

Iberische HalbinselBearbeiten

 
Karte zur Eroberung Mallorcas, 1229

NordafrikaBearbeiten

MongolenreichBearbeiten

 
Ugedai Khan (Bild aus dem 14. Jhd.)
  • Getreu der Vereinbarung aus dem Jahr 1218 wird der dritte Sohn Dschingis Khans auf einer Reichsversammlung der Mongolen zum neuen Großkahn Ögedai Khan ausgerufen. Seine Nachkommen erhalten die Herrschaft über das Ögedei-Khanat.
  • Dschingis Khans zweitältester Sohn Tschagatai Khan gründet das Tschagatai-Khanat. Diesem werden im gleichen Jahr auf der mongolischen Fürstenversammlung große Teile der ursprünglich seinem vorverstorbenen Bruder Dschötschi zugesicherten Gebiete der ehemaligen „Khanate der Westlande“ an den Flüssen Syrdarja und Amudarja zugesprochen.

Urkundliche ErsterwähnungenBearbeiten

Kultur, Wissenschaft und TechnikBearbeiten

GesellschaftBearbeiten

  • Sultan Al-Kamil von Ägypten schenkt Kaiser Friedrich II. einen Elefanten. Dieser begleitet ihn in den nächsten Jahren auf Triumphzügen und wird als Elefant von Cremona bekannt.

ReligionBearbeiten

BuddhismusBearbeiten

ChristentumBearbeiten

 
Rekonstruktion der hölzernen Bischofskirche von Koroinen

GeborenBearbeiten

GestorbenBearbeiten

Todesdatum gesichertBearbeiten

 
Grabplastik Gerhards IV.

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: 1229 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien