Ćišinski-Preis

sorbische Auszeichnung

Der Ćišinski-Preis (obersorbisch Myto Ćišinskeho, niedersorbisch Myto Ćišinskego) ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die sich für die Kultur der Sorben/Wenden verdient gemacht haben. Sie wird von der Stiftung für das sorbische Volk seit 1994 vergeben und ist nach dem sorbischen Dichter Jakub Bart-Ćišinski benannt. Von 1953 bis 1990 wurde sie als staatlicher Preis in der DDR vergeben.

GeschichteEdit

 
Bart-Ćišinski auf einer DDR-Briefmarke

Der Ćišinski-Preis wurde am 28. Juli 1956 als staatlicher Preis gestiftet. Die Verleihung erfolgte alle zwei Jahre durch den Minister für Kultur der DDR. Der Preis wird an Personen verliehen, die sich für Kultur, Literatur und Sprache der Sorben und Wenden einsetzen. Jedoch erhielten nicht nur Sorben den Ćišinski-Preis, sondern auch Deutsche konnten ihn durch ihr Engagement für sorbische Angelegenheiten verliehen bekommen. Seit 1982 wurde der Preis im Geburtsort von Jakub Bart-Ćišinski in Panschwitz-Kuckau verliehen. Als staatliche Auszeichnung der DDR wurde er zuletzt im Jahr 1990 durch die Regierung de Maizière verliehen, danach ruhte die Preisvergabe.

Seit 1995 erfolgt die Vergabe des Preises durch die Stiftung für das sorbische Volk. Der Preis wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen. Es werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der sorbischen Kultur, Kunst und Wissenschaft gewürdigt[1] und vielversprechende Anfänge in diesen Bereichen gefördert. Er besteht aus einem Hauptpreis (dotiert mit 7.500 Euro) und einem Förderpreis (dotiert mit 2.500 Euro). Der Ćišinski-Preis und der Förderpreis zum Ćišinski-Preis werden nicht öffentlich ausgeschrieben. Eine Bewerbung ist nicht möglich.[2] Über die Zuerkennung entscheidet ein Kuratorium.

Der Stiftungsrat der Stiftung für das sorbische Volk hat am 25. Januar 2013 für den Zeitraum von 2013 bis 2018 folgende Zusammensetzung des Kuratoriums bestätigt:

Träger der Auszeichnung (u. a.)Edit

1956–1990Edit

Seit 1995Edit

  • 1995: Hauptpreis: Anton Nawka (1913–1998); Förderpreis: Róža Domašcyna (* 1951)
  • 1997: Hauptpreis: Herbert Noack (1916–2011); Förderpreis: Fred Pötschke (* 1962)
  • 1999: Hauptpreis: Alfons Frencl (1946–2015); Förderpreis: Jan Cyž (* 1955)
  • 2001: Hauptpreis: Manfred Starosta (* 1941); Förderpreis: Niedersorbisches Kinderensemble
  • 2003: Hauptpreis: Maria Ulbrich (1927–2013); Förderpreis: Měrana Cušcyna (Zuschke) (* 1961)
  • 2005: Hauptpreis: Peter Jannasch (* 1933); Förderpreis: Tanja Donath (* 1971)
  • 2009: Hauptpreis: Měto Pernak (1938–2019); Förderpreis: István Kobjela (* 1977)
  • 2011: Hauptpreis: Benedikt Dyrlich (* 1950); Förderpreis: Jěwa-Marja Čornakec (* 1959)
  • 2013: Hauptpreis: Beno Budar (* 1946); Förderpreis: Michał Cyž (* 1977)
  • 2015: Hauptpreis: Manfred Ladusch (* 1941); Förderpreis: Sebastian Elikowski-Winkler (* 1978)
  • 2017: Hauptpreis: Juro Mětšk (* 1954); Förderpreis: Lubina Hajduk-Veljković (* 1976)

LiteraturEdit

FußnotenEdit

  1. vgl. Übersicht über die Preisträger des Ćišinski-Preises und des Förderpreises zum Ćišinski-Preis der Stiftung für das sorbische Volk mit jeweils kurzer Begründung
  2. vgl. Art. 4 des Statutes des Ćišinski-Preises der Stiftung für das sorbische Volk i.d. Fassung vom 18. Juni 2013

WeblinksEdit