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Çeşme [ˈtʃɛʃmɛ] (griechisch Κρήνη Krí̱ni̱, dt. früher auch Tschesme oder Tscheschme) ist ein türkischer Ferienort mit 41.278 Einwohnern, etwa 80 Kilometer westlich von Izmir, und gleichzeitig ein Landkreis der Provinz Izmir. Nach einer Gebietsreform ist die Stadt einwohner- und flächenmäßig identisch mit dem Landkreis. Der Name Çeşme (türkisch für ‚Brunnen‘) leitet sich von der großen Zahl derselben ab.

Çeşme
Wappen fehlt
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Çeşme (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Izmir
Koordinaten: 38° 19′ N, 26° 18′ OKoordinaten: 38° 19′ 12″ N, 26° 18′ 19″ O
Höhe: 10 m
Einwohner: 41.278[1] (2017)
Telefonvorwahl: (+90)
Postleitzahl: 35 930
Kfz-Kennzeichen: 35
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Muhittin Dalgıç (CHP)
Website:
Landkreis Çeşme
Fläche: 257 km²
Kaymakam: Mustafa Erkayıran
Website (Kaymakam):

GeschichteBearbeiten

Wie die Ausgrabungen am seit 2009 systematisch erforschten archäologischen Fundort Çeşme Bağlararasi, etwa 200 Meter östlich des Hafens gelegen, ergaben, befand sich bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine Siedlung auf dem Boden der heutigen Stadt, deren Anfänge mindestens bis in die Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. zurückreichen.[2] Die frühbronzezeitliche Siedlung des 3. Jahrtausends erbrachte für jene Zeit typisches westanatolisches Fundgut. Nachdem der Ort längere Zeit unbesiedelt war, entstand im 2. Jahrtausend v. Chr. eine neue Siedlung, die intensive Handelsbeziehungen zur minoischen Kultur Kretas unterhielt und ein wichtiger Handelshafen war, wie viele u. a. minoische Funde belegen. Diese Siedlung bestand bis ins 3. Viertel des 2. Jahrtausends v. Chr.

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In der Neuzeit historisch bedeutsam wurde der Ort durch die Seeschlacht von Çeşme vom 5. bis 7. Juli 1770, in der die osmanische Flotte von der Flotte Russlands vernichtet wurde. Dieses Ereignis wurde durch Jakob Philipp Hackert im Auftrage der Zarin Katharina II. gemalt. Da er jedoch keine Seeschlacht erlebt hatte, wurde dem in Italien ansässigen Hackert eine alte Fregatte ausgesucht und dort in die Luft gesprengt, damit er davon sich einen Eindruck machen konnte. Das war möglich, weil die russische Flotte gerade anwesend war. Dieses Ereignis war spektakulär. Der Zyklus der Seeschlacht geriet Hackert zur Zufriedenheit der Zarin. Gleichwohl erfuhr die Darstellung der brennenden türkischen Fregatte durch Hackert wegen unrichtiger Darstellung von den Zeitgenossen auch Kritik. Auch der Russe Iwan Aiwasowski malte diese Seeschlacht.

Nach Çeşme wurde zu Ehren der Schlacht Mitte des 19. Jahrhunderts in der im Russischen üblichen Namensform eine Kosakensiedlung östlich des Ural benannt, das heutige Rajonverwaltungszentrum Tschesma in der Oblast Tscheljabinsk.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Viele Türken aus Izmir und Istanbul haben in Çeşme Ferienhäuser und verbringen ihre Wochenenden und einen Großteil der Sommermonate dort. Seit dem Bau der Autobahn von Izmir nach Çeşme (O-32) hat sich die Anfahrtszeit erheblich verkürzt. Çeşme hat sich etwa seit der Jahrtausendwende zu einem der populärsten Ferienorte vor allem für Einheimische und Auslandstürken entwickelt und gilt als sehr exklusiv.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Çeşme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nufusu.com, abgerufen am 17. Oktober 2018
  2. Zu den bisherigen Ergebnissen der laufenden Ausgrabungen s. Vasıf Sahoglu, Ümit Çayır, Ümit Gündoğan, İrfan Tuğcu: Çeşme Bağlararasi. Batı Anadolu Sahil Kesiminde Bir Tunç Çağı Yerleşimi. Anadolou 44, 2018 S. 371–389. online als PDF bei Academia.edu (türkisch mit englischer Zusammenfassung)