Zoran Zaev

Ministerpräsident der Republik Nordmazedonien

Zoran Zaev (mazedonisch Зоран Заев; * 8. Oktober 1974 in Strumica, SFR Jugoslawien) ist ein nordmazedonischer Politiker (SDSM). Er war vom 31. Mai 2017 bis 3. Januar 2020 Ministerpräsident seines Landes[1] und ist es seit dem 31. August 2020 wieder.[2]

Zoran Zaev (2019)

LebenBearbeiten

Zoran Zaev wuchs zusammen mit seinem jüngeren Bruder in einem traditionell und landwirtschaftlich geprägten Elternhaus auf. Nach seiner Schulzeit studierte er und erwarb 1997 einen ersten Abschluss in Wirtschaftswissenschaft an der Universität Skopje. Danach absolvierte er einen Master-Studiengang in Geldtheorie an derselben Universität. Anschließend begann er im Unternehmens seines Onkels zu arbeiten.

Politische KarriereBearbeiten

Seit 1996 ist Zaev Mitglied der Sozialdemokratischen Liga Mazedoniens (SDSM). In den Jahren 2003 bis 2005 war er Abgeordneter des mazedonischen Parlaments, von 2005 bis 2016 war er Bürgermeister seiner Geburtsstadt Strumica. Im September 2008 wurde er als Nachfolger von Radmila Šekerinska Parteivorsitzender der SDSM. Er galt als Übergangskandidat, dem im Mai 2009 Branko Crvenkovski nachfolgte, als dessen Amtszeit als Präsident Mazedoniens endete. Zaev war seitdem stellvertretender Vorsitzender der SDSM und seit 2013 deren Vorsitzender.

MinisterpräsidentBearbeiten

Nachdem die stärkste Partei VMRO-DPMNE nach längeren Verhandlungen mit der erneuten Regierungsbildung gescheitert war, gelang es Zaev zwischen seiner Partei und den Abgeordneten der BDI, der PDSH und weiterer ethnisch-albanischer Minderheitenparteien eine Vereinbarung zu erlangen. Am 31. Mai 2017 wählten ihn 62 der 120 Abgeordneten im Parlament zum neuen Ministerpräsidenten.[3]

Seine Arbeit als Regierungschef ist vor allem durch Bemühungen geprägt, das Verhältnis zu den Nachbarländern Bulgarien und Griechenland zu entspannen, um so den Beitritt Mazedonien zur EU und NATO zu beschleunigen.[4] Durch die verbesserte Zusammenarbeit mit den Nachbarn, innerhalb Europas und im westlichen Bündnis hofft man, die Probleme im eigenen Land besser lösen können. Mit Bulgarien wurde ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet; der Namensstreit mit Griechenland wurde durch das Prespa-Abkommen beigelegt.

Für seine erfolgreichen diplomatischen Bemühungen um die Beilegung des Namensstreits zwischen den beiden Ländern wurde er zusammen mit seinem griechischen Kollegen Alexis Tsipras auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2019 mit dem Ewald-von-Kleist-Preis geehrt.[5]

Da die EU-Staats- und Regierungschefs trotz der Beilegung des Namensstreits nicht wie zuvor versprochen Verhandlungen über einen Beitritt von Nordmazedonien und Albanien aufnehmen wollten, geriet seine Regierung innenpolitisch in Kritik. Im Oktober 2019 kündigte er deshalb Neuwahlen und seinen Rücktritt an; am 3. Januar 2020 trat er zurück. Das Parlament wählte noch am gleichen Tag einstimmig eine Übergangsregierung unter Einbeziehung von Oppositionsmitgliedern und geführt vom bisherigen Innenminister Oliver Spasovski.[6] Die Parlamentswahl in Nordmazedonien 2020 fand wegen der COVID-19-Pandemie in Nordmazedonien statt am 12. April 2020 erst am 15. Juli 2020 statt. Die SDSM erhielt 35,89 % der Stimmen und wurde stärkste Kraft vor der VMRO.

In der Nacht zum 31. August 2020 wurde Zaev erneut zum Ministerpräsidenten Nordmazedoniens gewählt. Er regiert mit einer Koalition aus der sozialdemokratischen SDSM und Parteien der albanischen Minderheit.[7]

PrivatesBearbeiten

Zoran Zaev ist verheiratet. Mit seiner Frau Zorica Zaeva hat er zwei Kinder (Aleksandra and Duško).

WeblinksBearbeiten

Commons: Zoran Zaev – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ministerpräsident ist zurückgetreten
  2. faz.net 31. August 2020
  3. landbote.ch: Mazedoniens Parlament bestimmt Zoran Zaev zum neuen Regierungschef. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  4. reuters.com: Macedonia's PM hopes for quick solution to name dispute with Greece. Abgerufen am 26. Dezember 2018.
  5. Ewald von Kleist-Preis an Alexis Tsipras und Zoran Zaev verliehen. Münchener Sicherheitskonferenz, 17. Februar 2019, abgerufen am 22. Februar 2019.
  6. zeit.de
  7. Nordmazedonien: Zoran Zaev abermals zum Ministerpräsidenten gewählt. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 31. August 2020]).