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Zernsdorf

Ortsteil von Königs Wusterhausen

Zernsdorf ist ein Stadtteil von Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Ortsvorsteher ist Karin Schwitalla (SPD).

Zernsdorf
Koordinaten: 52° 18′ 2″ N, 13° 42′ 3″ O
Höhe: 37 m
Einwohner: 3723 (31. Dez. 2017)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15712
Vorwahl: 03375
Wappen von Zernsdorf

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Zernsdorf liegt südöstlich von Berlin, am Ufer von drei Seen. Der größte von diesen ist der Krüpelsee, der eigentlich ein breites Stück der Dahme ist. Die anderen beiden sind der Zernsdorfer Lankensee als Abfluss des Uckleyfließes und der Uckleysee. Zernsdorf ist Ortsteil der etwa vier Kilometer westlich liegenden Stadt Königs Wusterhausen. Durch die eigene Autobahnanschlussstelle 9 (Zernsdorf/Niederlehme) der Autobahn A 10/E30/E55 (Berliner Ring) ist es verkehrstechnisch optimal angebunden. Die Stadtrandlage zu Berlin macht Zernsdorf zu einem beliebten Naherholungsgebiet, das im Sommer durch die vielen Gäste seine Einwohnerzahl ungefähr verdoppelt. Die Landeshauptstadt Potsdam liegt westlich ca. 50 km entfernt. Bis nach Frankfurt (Oder) und damit zur polnischen Grenze sind es ca. 65 km in östlicher Richtung. Der Flughafen Berlin-Schönefeld in 20 km Entfernung wird zur Zeit zum Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, ausgebaut.

OrtsgliederungBearbeiten

Seit dem 1. Januar 1965 gehören Kablow-Ziegelei (niedersorbisch Kobłow-Cyglownja[1]) und Uckley (niedersorbisch Huklej[1]) als Ortsteile zu Zernsdorf.[2] Im Zuge der Gebietsreform wurde Zernsdorf am 26. Oktober 2003 ein Stadtteil von Königs Wusterhausen.[3] Um die vielfach gleichen Straßennamen in den Ortsteilen individuell, aber trotzdem unter dem Stadtnamen „Königs Wusterhausen“ adressieren zu können, wurde einigen Ortsteilen Königs Wusterhausens ab 1. Januar 2009 neue Postleitzahlen zugeordnet. Zuvor wurden bereits Straßen umbenannt.

GeschichteBearbeiten

 
Wasserturm des ehemaligen Schwellenwerkes

Mit dem Vertrag von Fürstenwalde vom 15. August 1373 wechselte die Mark Brandenburg für eine halbe Million Gulden den Besitzer. Kaiser Karl IV. erwarb mit der Mark Brandenburg die zweite von Böhmen unabhängige Bastion der Luxemburger und das zweite Kurfürstentum neben Böhmen. Das 1375 aufgestellte Landbuch Karls IV. der Mark Brandenburg enthielt erstmals eine Auflistung der Städte und Dörfer in der Mark und erwähnte Zernsdorf erstmals urkundlich als „Czernestorf“, altsorbisch „Czerny“, vergleichbar mit dem niedersorbischen „zecyna“ oder „carny“ → der „dunkle-“ oder der „schwarze-“ Ort.

Der neue Besitzer war im Wesentlichen an des Kurfürsten Stimme bei künftigen Kaiserwahlen interessiert. Das Landbuch blieb für lange Zeit der einzige Nachweis für die Existenz der Siedlung. Das nahe Königs Wusterhausen wurde 1475 mit umgebenden Dörfern und Burg vom Rittergeschlecht der Schenken von Landsberg und Seyda erworben. Im Jahr 1500 lässt sich auch „Czernestorf“ als Besitz der Schenken von Landsberg zu Teupitz und damit als Teil des Schenkenländchens nachweisen.[4]

Ab 1598 hieß der Ort Zerensdorf. Im Schloßkataster (Steuer und Abgabenregister) wurden 1624 für Zerensdorf „acht Bauern, aber keine Kossäten und weitere 64 Seelen“ erfasst.

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 hinterließ Spuren in „Zerensdorf“. Nur drei Bauernhöfe waren nach dem Krieg noch bewirtschaftet. Zwei weitere wurden später „durch Personen von außerhalb besetzt: Es waren dies Jonas Fiedler von Fredersdorf und Martin Schulze, ein gewesener schwedischer Soldat“.

Zerensdorf kommt 1717 in den Besitz Friedrich Wilhelms I. und im Jahre 1775 wurde zum ersten Mal der heutige Name Zernsdorf verwendet.

2003 wurde Zernsdorf als Verwaltungs- und Stadtteil in Königs Wusterhausen eingegliedert.

WappenBearbeiten

Wappenbeschreibung: Das Wappen ist über einen schwarzen aufgewölbten Schildfuß mit drei silbernen Eichenblätter in Silber und Blau gespalten. Vorn ein roter Turm mit Spitzdach und tagbelichteten Fenstern und hinten ein pfahlgestellter silberner Fisch.

Symbolik: Der Turm ist die Wiedergabe des realen Wasserturms; der Fisch ist als Hecht das Zeichen für die ausgedehnte Seenlandschaft und steht für Fischereiwesen.

WirtschaftBearbeiten

Gewerbe- und Industriezentrum ZernsdorfBearbeiten

 
Bahnhof von Zernsdorf

Das Gewerbe- und Industriezentrum Zernsdorf, kurz GIZ, liegt im westlichen Teil von Zernsdorf. Nördlich schließt der zu Niederlehme gehörende Wiesenhof-Geflügelbetrieb an. Im Westen und Süden liegt ein Waldstreifen zwischen der Wohnbebauung und dem GIZ. Im Süden befindet sich auch der Gleisanschluss an die Bahnlinie Königs Wusterhausen – Frankfurt/Oder. Östlich schließt der Segelfliegerdamm das Gebiet ab und führt direkt zur Autobahnauffahrt. Die sieben Baufelder haben Größen zwischen 11000 m² und 42000 m² und umfassen zusammen ca. 12 ha. Das GIZ ist voll erschlossen und ist sowohl als Industriegebiet mit 24-Stunden-Betrieb als auch für andere Nutzungsarten geeignet. Ein Baufeld ist im Oktober 2007 verkauft worden und seit dem Herbst 2008 ist dort rege Bautätigkeit zu beobachten. Bereits im April 2009 hat die Zweigstelle eines Betriebes zur Runderneuerung von Reifen die Arbeit aufgenommen.

Am „Königsufer“ auf dem Gelände des ehemaligen Schwellenwerks und benachbarten Betonwerks entsteht eine Siedlung mit Einfamilien- und Reihenhäusern.

Marina ZernsdorfBearbeiten

Die Marina am Krüpelsee wird touristisch genutzt. Zahlreiche Hausboote werden zur Vermietung angeboten. Im Jahr 2017 eröffnete daneben ein Gastronomiebetrieb.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ortsnamen Niederlausitz; ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228.
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
  4. aus Heimatmuseum Königs Wusterhausen, gestaltet vom Heimatverein Königs Wusterhausen 1990 e.V., 1997.
  5. Idyll mit Seenkette maz-online.de, 30. Mai 2017, abgerufen am 11. April 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zernsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien