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Zacharias Geizkofler

Generalproviantmeister der kaiserlichen Armee, Reichspfennigmeister
Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler

Zacharias Geizkofler von Gailenbach und Haunsheim (* 1. November 1560 in Brixen; † 8. Mai 1617 in Prag) war von 1589 bis 1603 Reichspfennigmeister des Heiligen Römischen Reichs. Er war Ratgeber der Kaiser Rudolf II. und Matthias und Verfasser von Gutachten zur Finanzpolitik des Reiches.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Geizkofler studierte an der Akademie in Straßburg und an der Universität Basel und lebte in Augsburg. Er war königlicher Rat am böhmischen Hof, Reichsritter und Freiherr und war von 1597 bis 1603 Generalproviantmeister der kaiserlichen Armee im Ungarn.[1] Bereits im Jahre 1589 hatte er das Amt des Reichspfennigmeisters übernommen und hatte die Aufgabe, die Türkensteuer und andere Reichsgelder einzuziehen.[2] Er hatte vor allem die Aufgabe, die vom Reichstag zugunsten des Reiches bewilligten Gelder einzunehmen. Auf Grund seiner Energie und seines Geschicks gelang es ihm, die Reichsstände zur Zahlung des weitaus größten Teils der Reichsumlagen und einige Bankhäuser zur Bereitstellung von finanziellen Überbrückungsmitteln zu bewegen.

Geizkofler trat im Jahr 1603 von allen seinen Ämter zurück. Offiziell gab er dafür gesundheitlichen Probleme. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass auch finanzielle Schwierigkeiten aufgrund der von ihm aufgenommenen Kredite, die nur schleppend durch eingehende Reichshilfen zurückgezahlt werden konnten, eine Ursache dafür waren. Weiterhin trugen wohl auch Anfeindungen durch Mitarbeiter der kaiserlichen Hofkammer und seinen Nachfolger Matthäus Welser mit dazu bei.[2]

Er errichtete ab 1592 in Edenbergen das Schloss Gailenbach. 1607 stiftete er das Bad am Brenner (siehe Brennerbad). Zuvor hatte er die von Erdrutschen und Lawinen beschädigten Quellen von Grund auf sanieren lassen, wodurch auch die Vermischung mit externem Kaltwasser verhindert wurde. Daran erinnert heute noch eine Inschrift am Trinkbrunnen das Bades. Die Hauptquelle des Bades wird noch heute Sanct Zacharias genannt.

Im Jahre 1603 führte er als Herr über Haunsheim dort die lutherische Konfession ein. In der dortigen Dreifaltigkeitskirche ist er als Ritter vom güldenen Sporn vermerkt.

Nach ihm ist heute eine Grundschule in Haunsheim benannt.

EpitaphBearbeiten

 
Epitaph für Zacharias Geizkofler und Maria von Rehlingen

In der Dreifaltigkeitskirche in Haunsheim befindet sich ein Epitaph aus Kalkstein an der Ostwand des Chores für Zacharias Geizkofler und seine Ehefrau Maria von Rehlingen. Es wurde 1617 von Christoph Murmann d. J. in Augsburg gefertigt. Die lateinische Inschrift lautet in deutscher Übersetzung: Gott, dem Besten und Größten, geweiht / Zacharias Geizkofler / von Reiffenegg zu Gailenbach Haunsheim Moos und Wäschenbeuren / Ritter / Rat Rudolfs II. römischen Kaisers und der Erzherzöge von Österreich / eingedenk der menschlichen Hinfälligkeit / hat für sich / und Maria von Rehlingen / seiner unvergleichlichen Gattin / dieses Denkmal / in der von ihm von Grund auf erbauten Kirche / zu Lebzeiten errichtet / im Jahr des Heiles 1609 / er starb 1617 am 8. Mai zu Prag / sie im Jahre 16.. (im Oktober 1645)

NachkommenBearbeiten

⚭ 1591 Maria Jakobine, geborene Rehlinger (* unbekannt; † 1600)[3]

  1. Ferdinand Geizkofler von Gailenbach und Haunsheim (* 1592; † 1653)[4]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Drey Politische Discurs Deß Edlen und Gestrengen Herrn Zachariae Geitzkofflers von Gailenbach zu Haunßheim Ritters […]. 1614
  • Außführliches in den ReichsConstitutionibus und sonsten in der Experientz Wohlgegründtes Fundamental-Bedencken über das eingerißne höchstschädliche Müntz-Unwesen / und Stäygerung der groben Geltsorten/ von Golt und Silber. 1620, Digitalisat einer Ausgabe von 1621 (DjVu-Format)
  • Bedencken / Von dem Zustandt Teutscher Nation […]. 1623

LiteraturBearbeiten

  • Adam Wolf: Geizkofler von Gailenbach und Haunsheim, Zacharias. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 529.
  • Johannes Müller: Zacharias Geizkofler, 1560-1617, des Heiligen Römischen Reiches Pfennigmeister und oberster Proviantmeister im Königreich Ungarn. (= Veröffentlichungen des Wiener Hofkammerarchivs; 3). Rohrer, Baden bei Wien 1938.
  • Friedrich Blendinger: Geizkofler von Reiffenegg, von und zu Gailenbach, Zacharias. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 167 f. (Digitalisat).
  • Hans-Ulrich von Ruepprecht: Zacharias Geizkoflers Amtshandlungen als Hofpfalzgraf (Haunsheim, Sterzing, Brixen, Augsburg, Gailenbach, Glött, Holzheim, Bolheim, Landshausen, Wittislingen, Tapfheim, Wallerstein, Lauingen (Donau), Dillingen an der Donau, Höchstädt an der Donau), in: Historischer Verein Dillingen (Hrsg.): Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen. LXXII Jahrgang 1970; Dillingen 1970, S. 128–139.
  • Alexander Sigelen: „Dem ganzen Geschlecht nützlich und rühmlich“. Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler zwischen Fürstendienst und Familienpolitik. Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-020509-3 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, 171).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zacharias Geizkofler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Friedrich Blendinger: Geizkofler von Reiffenegg, von und zu Gailenbach, Zacharias. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 167 f. (Digitalisat).
  2. a b Lukas Winder: Die Kreditgeber Ferdinands I., Maximilians II. und Rudolfs II. (1521–1612). Wien 2013, S. 41 (univie.ac.at [PDF]).
  3. Verein für Computergenealogie: Zacharias Geizkofler – Abgerufen am 28. Juli 2013.
  4. Verein für Computergenealogie: Ferdinand Geizkofler – Abgerufen am 28. Juli 2013.