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Wolf Lotter

österreichisch-deutscher Journalist und Autor
Wolf Lotter, 2016

Wolf Lotter (* 4. August 1962 in Mürzzuschlag, Österreich) ist ein deutsch-österreichischer Journalist und Autor.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach einer kaufmännischen Lehre zum Buchhändler in Wien studierte Lotter auf dem zweiten Bildungsweg Kulturelles Management von 1983 bis 1986 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, danach von 1986 bis 1990 Geschichte und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien.

Bereits seit 1979 veröffentlichte er regelmäßig, zunächst Prosa in Literaturzeitschriften (u. a. im Wespennest) mit dem Schwerpunkt Literatur der Arbeitswelt. Er erhielt 1980 bis 1982 Arbeitsstipendien des österreichischen Unterrichtsministeriums für Literatur.

Seit 1984 entstanden zunehmend Beiträge, die von den neuen Arbeitsbedingungen und Technologien, vor allem dem Personal Computer und den sich abzeichnenden, darauf basierenden Kommunikationstechnologien, handelten. Von 1986 bis 1989 schrieb er für die Wiener Stadtzeitschrift Falter Kolumnen zu diesem Themenkreis. Seit 1988 war er regelmäßiger Mitarbeiter des Wirtschaftsmagazins Trend-Profil-Extra, 1989 wurde er Mitglied der Redaktion des Wirtschaftsmagazins Cash Flow in Wien.

1992 gehörte Lotter der Gründungsredaktion der Illustrierten News in Wien an, wechselte aber bereits ein Jahr später zum reputierten Nachrichtenmagazin profil, wo er in wechselnden Funktionen bis 1998 als Reporter, Redakteur, Berater und Autor tätig war.

1998 wurde er Mitglied der Redaktion des Hamburger Wirtschaftsmagazin Econy. Im Herbst 1999 gehörte er zu den Mitbegründern des Wirtschaftsmagazins brand eins. Für diese Zeitschrift schreibt er seither monatlich ausführliche Essays zu den jeweiligen Schwerpunktthemen des Hefts, in denen wirtschaftliche Prozesse in einen gesellschaftlichen und politischen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden. Seine Arbeiten thematisieren die Transformation der alten Industriegesellschaft hin zur neuen Wissensgesellschaft.

Er veröffentlichte in weiteren Zeitungen und Zeitschriften sowie in Rundfunk und Fernsehen, u. a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Die Welt, beim WDR, Bayerischen Rundfunk und Südwestfunk.

Im Hörspiel Stripped von Stefan Weigl spielte der Autor sich selbst und präsentierte dabei seine Theorie von einer in wirtschaftlichen Fragen unmündigen Gesellschaft, die sich verbissen gegen Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit wehrt. Stripped erhielt 2005 die höchste deutschsprachige Auszeichnung für Hörspiele, den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

2007 war Lotter an einem über die Presse ausgetragenen Konflikt über Klimapolitik mit dem Klimatologen Stefan Rahmstorf beteiligt, wobei Lotter Teil einer Gruppe war, die von Rahmstorf und der kommentierenden Presse den Klimaskeptikern zugeordnet wurden.[1] Diese Einordnung wurde auch zu anderen Anlässen und von anderen Medien verwendet wird, so in der Zeitschrift Cicero 2011.[2]

Im Film Die stille Revolution von Kristian Gründling (nach einer Vision von Bodo Janssen) vertritt Lotter die These, dass der Anbruch der Wissensgesellschaft vergleichbar sei mit der Industriellen Revolution, auch und gerade, was die Intensität der damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen betrifft. Die stille Revolution erhielt Gold bei den Deauville Green Awards und war Gewinner der Cannes Corporate Media & TV Award 2017.[3]

Lotter lebt und arbeitet gemeinsam mit seiner Frau in Köngen/Baden-Württemberg.

WerkeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten