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Wildentierbach (Niederstetten)

Stadtteil und ein Dorf der Stadt Niederstetten im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg

Wildentierbach, im örtlichen Dialekt Derbe genannt, ist ein Stadtteil von Niederstetten im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.

Wildentierbach
Wappen von Wildentierbach
Koordinaten: 49° 23′ 42″ N, 9° 58′ 58″ O
Höhe: 433 m
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 97996
Vorwahl: 07932
Wildentierbach, von Osten gesehen
Wildentierbach, von Osten gesehen

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das für den Stadtteil der Kleinstadt namengebende Dorf liegt im Naturraum Hohenloher Ebene[1] etwa 4,5 km östlich der Stadtmitte von Niederstetten im hier schon südwärts ziehenden Tal des Wildentierbachs, der südlich des Ortes in den Reutalstausee mündet; dessen Abfluss gelangt über den Reutalbach in den Vorbach. Etwa einen Kilometer westlich des Dorfes liegt auf der Höhe und größtenteils schon auf der Niederstettener Teilortsgemarkung der Heeresflugplatz Niederstetten bei einer Bundeswehrkaserne.

Zum Stadtteil Wildentierbach gehören einige östlich bis südöstlich liegenden Siedlungsplätze: die Weiler Hachtel, Heimberg und Wolkersfelden, die Höfe Höllhof und Schönhof und der Wohnplatz Landturm.

SchutzgebieteBearbeiten

Das mit Rechtsverordnung vom 9. Oktober 1991 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Reutalquelle, Wildentierbach mit der WSG-Nr. 128071 umfasst eine geschützte Fläche von 1.296,06 Hektar. Es ist damit eines der größeren Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis.

GeschichteBearbeiten

Der Ort gehörte im 13. Jahrhundert den Herren von Hohenlohe-Brauneck.

Als deren Lehen- und Dienstleute saßen vermutlich die vom 12. bis zum 14. Jahrhundert bezeugten Herren von Tierbach auf der 1509 von Melchior von Rosenberg zu Haltenbergstetten zerstörten Burg Wildentierbach. Im 15. Jahrhundert erwarb Rothenburg allmählich den Ort, erlangte 1525 von den Markgrafen von Ansbach die von den Brauneck herrührenden obrigkeitlichen Rechte und sicherte sich schließlich auch den bestimmenden Einfluss auf die Besetzung der Pfarrei, die dem Stift Neumünster zu Würzburg zustand. Wildentierbach innerhalb der Rothenburger Landwehr, war mit Zaun, Graben und 3 Tortürmen bewehrt und besaß einen befestigten Kirchhof, dessen Futtermauer erhalten ist. Am 1. Februar 1972 wurde Wildentierbach nach Niederstetten eingemeindet.[2]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bemerkenswert ist die Alte Wehrkirche mit einer gut erhaltenen Arrestzelle. Die Kirche wurde 999 erstmals erwähnt und kann nach Absprache auch besichtigt werden.

VereineBearbeiten

  • Gesangverein „Liederkranz 1886“ Wildentierbach
  • Landfrauen Wildentierbach
  • Freiwillige Feuerwehr Abt. Wildentierbach
  • Jugendclub „Freizeit e.V. Derbe 1985“

GewerbeBearbeiten

  • Erdbau Burkard
  • Friedrich Fischer Landtechnik
  • Mosterei & Brennerei Siegmund Bender
  • Werner Egner Flaschnerei

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolf-Dieter Sick: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 162 Rothenburg o. d. Tauber. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 4,7 MB)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 453.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wildentierbach (Niederstetten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien