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Landstuhler Bruch

Moorlandschaft in der Kaiserslauterer Senke in der Westpfalz
(Weitergeleitet von Westpfälzische Moorniederung)

Koordinaten: 49° 24′ 30″ N, 7° 29′ 0″ O Das (Spesbach-)[1]Landstuhler Bruch[2], auch Westricher Moorniederung[3] oder Westpfälzische Moorniederung genannt, ist eine Landschaft in der Westpfalz (Rheinland-Pfalz).

Nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands gehört das 67 km²[1] umfassende Landstuhler Bruch zur Kaiserslauterer Senke und liegt in deren Zentrum. Innerhalb des Nordfranzösischen Schichtstufenlandes bildet die Kaiserslauterer Senke eine Untereinheit des Saar-Nahe-Berg- und Tafellandes.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Landstuhler Bruch erstreckt sich auf 200 m Seehöhe als Senke von 30 km Länge und maximal 7 km Breite von Waldmohr im Südwesten über Bruchmühlbach-Miesau, Ramstein-Miesenbach und Landstuhl bis nach Kaiserslautern im Nordosten. Im Norden wird es begrenzt durch das Nordpfälzer Bergland, das von der Niederung her allmählich ansteigt. Im Süden bildet dagegen die Sickinger Höhe eine sehr deutliche Schichtstufe von etwa 200 m Höhenunterschied. Das Gebiet wird hauptsächlich vom Glan (Westteil) und dem 20 km langen Mohrbach (Mittelteil) entwässert, der unweit südlich der Moordamm-Mühle entspringt und bei Niedermohr in den Glan mündet. Die Bäche im äußersten Osten fließen der Lauter zu, die regional auch Waldlauter genannt wird.

GeschichteBearbeiten

Eine 1359 hier lokalisierte Burg Kaisersgrund wurde vermutlich nie erbaut.

MoorniederungBearbeiten

TorfgewinnungBearbeiten

 
Torfstecher-Hütte im Landstuhler Bruch. Sie steht einige Meter erhöht, was auf die Abbau-Höhe schließen lässt.

Ursprünglich stellte das Landstuhler Bruch, wie schon die Alternativnamen sagen, eine Moorniederung dar. Noch um das Jahr 1800 war das Gebiet wegen seiner ausgedehnten Sümpfe beinahe unzugänglich und ließ sich nur über Knüppeldämme überqueren. Während des Frühjahrshochwassers entstanden oft sogar weite Wasserflächen, welche die Verwendung von Booten erforderlich machten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde mit der Gewinnung von Torf begonnen. Heute ist das Moor längst ausgetorft.

TrockenlegungBearbeiten

Die Torfgewinnung und verschiedene Baumaßnahmen in und am Rand des Bruches haben den Grundwasserspiegel stark abgesenkt. Als Folge davon präsentiert sich das Bruch, obwohl im Luv des im Osten gelegenen Pfälzerwaldes ausgiebig mit Niederschlägen versorgt, nun als trockene Ebene. Eine Ausnahme bildet lediglich der Ohmbachsee, der zum nordwestlichen Rand hin in Schönenberg-Kübelberg anfangs noch als Überschwemmungsraum angelegt wurde, mittlerweile aber nur noch Freizeitzwecken dient.

BiotopBearbeiten

Ein etwa 8 Hektar großes Gebiet bei Kindsbach, der Geisweiher, wurde seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit Erfolg als Urlandschaft erhalten. Dort hat sich ein Biotop entwickelt, das Pflanzen, Amphibien und Vögeln Lebensraum bietet, die auf steigende und fallende Wasserstände im Rhythmus der Jahreszeiten angewiesen sind. Im Naturschutzgebiet Geisweiher findet sich eine vielfältige Flora, unter anderem auch der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Am Rande des Geisweihers lädt eine „Torfstecher-Hütte“ zur Rast ein. Moordamm-Mühle und Geisweiher sind auf gut befestigten Wegen, die auch für Radfahrer freigegeben sind, nach etwa 30 Minuten Fußmarsch vom Forsthaus Kindsbach aus zu erreichen.

Neben dem Geisweiher gibt es im Landstuhler Bruch eine Anzahl weiterer Natur- und Landschaftsschutzgebiete, außerdem wurde ein nicht zusammenhängendes, 2.152 ha großes Areal von der Europäischen Union als FFH-Gebiet der Natura-2000-Richtlinie unter Schutz gestellt.[3] Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung der verbliebenen Röhrichtbestände, Bruchwälder, Seggenriede sowie anderer Feuchtbiotope.

Charakteristische Tierarten des Bruchs sind neben vielen anderen Arten insbesondere Graureiher (hier befindet sich die derzeit einzige Brutkolonie in der Westpfalz), der wieder angesiedelte Weißstorch, die Wasserralle, die Teichralle, der Kiebitz, die Stockente, die Rohrammer, der Teichrohrsänger und der Eisvogel. Auch Säugetiere wie Wildschwein, Reh, Feldhase, Iltis, Rotfuchs, Bisamratte, Schermaus und Wasserspitzmaus kommen – zum Teil in großer Zahl – vor.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Vom Bismarck-Turm auf dem Kirchberg bietet sich ein beeindruckender Rundblick über Landstuhl, Burg Nanstein, das Landstuhler Bruch und Nordpfälzer Bergland.

VerkehrBearbeiten

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts führt die Autobahn 6 (Kaiserslautern–Saarbrücken) längs durch das Bruch. In den 1970er Jahren entstand als Querverbindung mit dem Schnittpunkt Autobahnkreuz Landstuhl die A 62 (PirmasensNonnweiler), die über die A 1 in Richtung Trier angebunden ist.

Militärische NutzungBearbeiten

Im Ostteil des Landstuhler Bruches liegt Ramstein Air Base, größter Stützpunkt der US-Luftwaffe außerhalb der USA und Hauptquartier der United States Air Forces in Europe (USAFE) sowie NATO-Basis.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Naturraumtabelle mit Flächenangaben des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (PDF; 250 kB)
  2. Landschaftssteckbrief des Landschaftsraums ' des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  3. a b Land Rheinland-Pfalz, Natura 2000, Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete: Steckbrief zum FFH-Gebiet 6511-301 – Westricher Moorniederung. Abgerufen am 22. Dezember 2011.