Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Vladimir Aïtoff

französischer Mediziner und Rugby-Union-Spieler
Vladimir Aïtoff während des Ersten Weltkrieges

Vladimir Aïtoff (auch Wladimir Aïtoff; * 5. August 1879 in Paris[1]; † 6. September 1963 ebenda) war ein französischer Mediziner und Rugby-Union-Spieler. Er wurde mit der französischen Mannschaft 1900 Rugby-Olympiasieger.

Während seines Medizinstudiums in Paris spielte Aïtoff Rugby im Sturm[2] des Racing Club de France. Mit dem Club wurde er 1900 und 1902 französischer Meister.[3] Zudem gehörte er der Auswahl des französischen Sportverbandes USFSA für das Rugbyturnier bei den Olympischen Sommerspielen 1900 an, die mit Siegen gegen die deutschen und englischen Teilnehmerteams Olympiasieger wurde.[4]

Aïtoff war 1903/04 Schüler Joseph Babinskis.[5] 1905 ging er als Arzt zum französischen Krankenhaus in der damaligen russischen Hauptstadt St. Petersburg und blieb dort auch während des Ersten Weltkrieges als Mitglied der französischen Militärmission in Russland.[6] Für seinen Einsatz während des Krieges wurde er als Ritter in die Ehrenlegion aufgenommen. Nach dem Krieg arbeitete er weiter als Arzt und engagierte sich gegen Prostitution und Alkoholismus.[4]

Am 15. August 1944 wurde er von der deutschen Besatzungsmacht ins KZ Buchenwald verschleppt und später in das Außenlager Langenstein-Zwieberge überstellt, wo ihn amerikanische Truppen am 13. April 1945 befreiten.[7]

Seine Halbschwester Irène Aïtoff war eine erfolgreiche Pianistin, sein Vater David Aïtoff war ein russischer Emigrant und bekannter Kartograf.

WerkeBearbeiten

  • Contribution à l'étude des effets du sulfure de carbone; Paris, 1905
  • Dr. Aïtoff. Quelques réflexions sur la prostitution réglementée; Ligue française pour le relèvement de la moralité publique, Paris 1941
  • Le Problème de l'alcoolisme; Cartel d'action morale et sociale; Ligue nationale contre l'alcoolisme, Paris 1949
  • Ce que tout Français devrait savoir; Comité de défense contre l'alcoolisme, Paris 1956

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archives de Paris, Registres d'actes d'état civil (1860-1902), Naissances, 6e arr., V4E 08498 (Digitalisat)
  2. scrum-Datenbank: Eintrag zu Wladimir Aitoff. ESPN, abgerufen am 5. Oktober 2009.
  3. FinalesRugby: Eintrag zu Wladimir Aïtoff. Abgerufen am 4. Oktober 2009.
  4. a b Vladimir Aïtoff in der Datenbank von Sports-Reference (englisch), abgerufen am 4. Oktober 2009
  5. Jacques Philippon, Jacques Poirier: Joseph Babinski: A Biography, Oxford University Press, USA 2008, ISBN 978-0195369755S, S. 171.
  6. Ioannis Sinanoglou: Journal de Russie d'Albert Thomas; In Cahiers du monde russe, Volume 14 von 1973, Nr. 14, ISSN 1777-5388, S. 86ff., S. 199.
  7. Fondation pour la Mémoire de la Déportation: Transport parti de Paris le 15 août 1944 (I.264.). Abgerufen am 10. August 2010.