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Universitätsbibliothek Tübingen

zentrale Einrichtung der Eberhard Karls Universität Tübingen

Die 1499 erstmals erwähnte Universitätsbibliothek Tübingen (kurz UB Tübingen) ist eine zentrale Einrichtung der 1477 gegründeten Eberhard Karls Universität Tübingen.

Universitätsbibliothek Tübingen
Bonatzbau
Universität Tübingen / Universitätsbibliothek

Gründung 1499 (Erste Erwähnung)
Bestand 3.680.000 Titel Stand: 2010
Ort Tübingen
ISIL DE-21
Leitung Marianne Dörr

Das Hauptgebäude befindet sich in der Wilhelmstraße 32.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Bonatzbau
 
Historischer Lesesaal
 
Alte Aula

GebäudeBearbeiten

Die Bibliothek war zunächst im 1534 abgebrannten Sapienzhaus, später in der Alten Aula und im Schloss Hohentübingen untergebracht. Ab 1912 konnte mit dem heute denkmalgeschützten Bonatzbau (nach dem Architekten Paul Bonatz) erstmals ein eigenes Gebäude genutzt werden. 1963 wurde direkt neben dem Bonatzbau der Erweiterungsbau fertiggestellt, der heute als Hauptgebäude genutzt wird. Auch diesem wurden wiederum Erweiterungsgebäude zur Seite gestellt, nämlich 1989 die Alte Waschhalle und 2002 der Ammerbau.

Als Bereichsbibliotheken gehören zur Universitätsbibliothek die Bereichsbibliothek Morgenstelle, die ebenso wie die Bereichsbibliothek Biologie nahe der naturwissenschaftlichen Institute auf der Morgenstelle untergebracht ist. Weitere Bereichsbibliotheken existieren im Bereich der Geologie sowie auf dem Schloss (für die Fächer Archäologie, Ägyptologie und Altorientalistik).[1]

Direktoren und leitende UniversitätsbibliothekareBearbeiten

1836–1844 Robert von Mohl (1799–1875; Prof. für Staatsrecht)
1844–1850 Adelbert von Keller (1812–1883; Prof. für neuere Sprachen)
1850–1855 Johann Baptist Fallati (1809–1855; Prof. für politische Geschichte)
1855–1895 Rudolf von Roth (1821–1895; Prof. für Sanskrit)
1895–1920 Karl Geiger (1855–1924; erster Berufsbibliothekar)
1920–1921 Karl Bohnenberger (1863–1951; Prof. für Germanistik, kommissarisch)
1921–1947 Georg Leyh (1877–1968)
1947–1951 Wilhelm Hoffmann (1901–1986; Direktor der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, kommissarisch)
1951–1959 Paul Gehring (1890–1970)
1959–1972 Walther Gebhardt (1907–2003)
1972–1987 Richard Landwehrmeyer (1929–2006)
1987–1991 Joachim-Felix Leonhard (* 1946)
1991–2003 Berndt von Egidy (* 1938)
2003–2008 Ulrich Schapka (* 1942)
seit 2008 Marianne Dörr

Der Historiker Karl August Klüpfel wurde 1814 zunächst Zweiter Bibliothekar in Tübingen und verfasste 1849 die Tübinger Universitätsgeschichte.

Buchbestand und SpezialsammlungenBearbeiten

1776 hatte die UB einen Bestand von 15.000 Titeln. Dieser erhöhte sich bis 1822 auf 60.000, bis 1912 auf 541.000, bis 1963 1.204.000. 2004 waren es 3.400.000 und 2012 etwa 3.712.480 Titel.[2]

Die UB Tübingen betreut mehrere Sondersammelgebiete im Rahmen des Sondersammelgebietsplans der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dabei wird die in- und ausländische Literatur der Fachgebiete Theologie, Religionswissenschaft und Alter Orient mit hoher Vollständigkeit gesammelt. Das Sondersammelgebiet Kriminologie wird zusammen mit dem Institut für Kriminologie der Universität Tübingen betreut. Im Bereich der Theologie und Religionswissenschaft ist die UB Tübingen darüber hinaus für die Virtuelle Fachbibliothek Theologie und Religionswissenschaft verantwortlich. Bis 1997 bzw. 2004 war die UB Tübingen auch für die Sondersammelgebiete Vorderer Orient und Südasien zuständig.

Außerdem befinden sich in den Sammlungen der Universitätsbibliothek museale Objekte aus dem 17. und 20. Jahrhundert (Mobiliar etc.), deren Ausstellung zusammen mit dem Museum der Universität Tübingen MUT organisiert wird.

AusstattungBearbeiten

Den Benutzern stehen PC-Arbeitsplätze und LAN- und W-LAN- Plätze für eigene Notebooks zur Verfügung. An den hauseigenen PCs kann nicht nur im Internet allgemein, sondern auch in den von der UB lizenzierten Angeboten (Datenbanken, Zeitschriften etc.) recherchiert werden.

Statistische AngabenBearbeiten

Im Jahre 2016 wurden mit einem Etat von 12.095.352 € 118,30 Planstellen und 20.917 konventionelle, sowie 164.087 digitale Medienneuzugänge finanziert. 2.244.101 mal wurde die Bibliothek persönlich aufgesucht. 36.131 Personen waren als aktive Entleiher registriert, es kam zu 1.630.834 Ausleihvorgängen. Die UB stellte anderen Bibliotheken 37.313 Medien über die Fernleihe zur Verfügung. Umgekehrt bestellte sie für ihre eigenen Benutzer 24.842 Medien.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Gabrielle Zeller; Andrea Krug: 100 – 50 – 10. Texte und Bilder zum Jubiläum der Universitätsbibliothek veröffentlicht anlässlich der gleichnamigen Jubiläumsausstellung in der Universitätsbibliothek vom 21.11.2012 – 28.2.2013. Universitätsbibliothek Tübingen (UB) 2012
  • Ulrich Schapka (Hrsg.): Festplatte. Beiträge aus der Universitätsbibliothek Tübingen für Berndt von Egidy anläßlich seines Ausscheidens aus dem aktiven Bibliotheksdienst im Juli 2003. Tübingen 2003 Volltext (html; 2kB)
  • Ammerbau der Universitätsbibliothek Tübingen. Ein Projekt der Staatlichen Hochbauverwaltung, hrsg. vom Finanzministerium Baden-Württemberg, Stuttgart : Staatsanzeiger Verlag 2002
  • Joachim-Felix Leonhard: Die Universitätsbibliothek Tübingen: Entwicklung für die Zukunft. [Dokumentation zum Wiederbezug des Hauptgebäudes nach der Asbestsanierung am 27. September 1991]. Tübingen 1991.
  • Ralf Werner Wildermuth: Der Bonatzbau der Universitätsbibliothek Tübingen. Funktionelle Bibliotheksarchitektur am Anfang des 20. Jahrhunderts. Mohr, Tübingen 1985, ISBN 3-16-444977-1 (Contubernium, Band 30).
  • Hannsjörg Kowark: Georg Leyh und die Universitätsbibliothek Tübingen (1921–1947). Mohr, * Tübingen 1981, ISBN 3-16-444071-5, ISBN 3-515-07997-1.
  • Die Universitätsbibliothek Tübingen: im Jahre … (mehrbändig), Tübingen, 1960–1972.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Universitätsbibliothek Tübingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.uni-tuebingen.de (Memento des Originals vom 22. August 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-tuebingen.de
  2. Zahlen zum Bestand (Memento des Originals vom 23. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ub.uni-tuebingen.de
  3. Universitätsbibliothek Tübingen bei der Deutschen Bibliotheksstatistik. In: www.bibliotheksstatistik.de. Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), abgerufen am 14. Oktober 2017.

Koordinaten: 48° 31′ 31,1″ N, 9° 3′ 41,7″ O