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Uniqa Insurance Group

Dachgesellschaft eines österreichischen Versicherungskonzerns
Uniqa Insurance Group AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000821103
Gründung 1811/1999[1]
Sitz Wien, OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung Andreas Brandstetter (Vorstandsvorsitzender)[2]
Mitarbeiterzahl 12.818[3]
Umsatz 5,19 Mrd. Euro (Prämien 2018)[3]
Branche Versicherungswesen
Website www.uniqagroup.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die Uniqa Insurance Group AG (kurz: Uniqa; vormals Uniqa Versicherungen AG; offizielle Schreibweise: UNIQA Insurance Group AG) ist die Dachgesellschaft eines der größten österreichischen Versicherungskonzerne, der Uniqa Group (offizielle Schreibweise: UNIQA Group). Die Gesellschaft betreibt als Verwaltungs- und Vertriebsorganisation das indirekte Geschäft für die operativen Versicherungsgesellschaften des Konzerns und ist zentraler Rückversicherer. Die Konzernzentrale befindet sich im Uniqa Tower in Wien.

Die Uniqa Group ist mit rund 40 operativen Versicherungsgesellschaften in 18 europäischen Ländern als Versicherer tätig. Ende 2016 betreute die UNIQA Group 9,6 Millionen Kunden mit 18,8 Millionen Versicherungsverträgen mit einem verrechneten Prämienvolumen von 5,19 Milliarden Euro und beschäftigte durchschnittlich 12.818 Mitarbeiter. Per 31. Dezember 2018 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 28,61 Milliarden Euro.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1922 wird mit der Gründung der Versicherungsanstalt der österreichischen Bundesländer (Bundesländer-Versicherung) der Grundstein für die heutige UNIQA Insurance Group gelegt.

1975 beteiligt sich die Bundesländer-Versicherung an der 1811 gegründeten Salzburger Landes-Versicherung. Diese wird bis 2016 als 100-prozentige Tochtergesellschaft geführt.

1993 kommt es zur Verschränkung der Bundesländer-Versicherung mit der Raiffeisen Versicherung, die bis heute eine eigenständige Vertriebsmarke von Uniqa Österreich ist.

1997 wird die BARC bestehend aus Bundesländer-, Austria-, Raiffeisen- und Collegialität Versicherung gegründet. Die Austria-Collegialität Österreichische Versicherung AG war ein von 1991 bis 1997 bestehendes Versicherungsunternehmen, entstanden aus der Fusion von Austria (mit Vorläufern bis 1860 zurückreichend) und Collegialität (gegründet 1899).

1999 wird die heutige UNIQA Insurance Group AG gegründet. Sie ist die Dachgesellschaft für die 100%igen Töchter UNIQA Österreich Versicherungen AG und UNIQA International AG der Versicherungsgruppe und agiert als zentraler Rückversicherer.

2000 und in den Folgejahren übernimmt, erwirbt bzw. gründet die Uniqa Insurance Group sukzessive weitere Versicherungsgesellschaften in Italien, Polen, Österreich, Ungarn, Liechtenstein, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Ukraine, Serbien, Mazedonien, Kosovo, Albanien, Montenegro, Russland und Kroatien.[4][5][6]

In einem Ranking des Forbes Magazine der weltweit größten börsennotierten Aktiengesellschaften aus dem Jahre 2013 liegt die Uniqa Group auf Platz 1543.[7]

Im Mai 2013 steigt Uniqa Österreich zur größten Versicherung am heimischen Markt auf.[8]

Im Oktober 2013 wurde das Serbien- und Kroatiengeschäft der Bâloise für € 75 Millionen übernommen, womit das bestehende Geschäft der Uniqa in diesen Ländern gestärkt wird.[5][6] Im selben Jahr führt die Uniqa Group eine Kapitalerhöhung durch. Es werden 88 Mio. junge Aktien zuzüglich 6,65 Mio. Mehrzuteilungsaktien ausgegeben, die 757 Millionen Euro Bruttoerlös einbringen. Der Streubesitz steigt von zuvor 6,9 auf 35,4 Prozent.[9]

Die UNIQA Insurance Group AG wird am 24. März 2014 in den Leitindex der Wiener Börse, den ATX, aufgenommen.[10]

Im Oktober 2016 werden die bisherigen Tochtergesellschaften Finance Life, Raiffeisen Versicherung und Salzburger Landes-Versicherung in die Uniqa Österreich fusioniert.[11]

Im Jahr 2018 wurde die Richtlinie für Responsible Investments und damit der Ausstieg aus dem Kohlegeschäft beschlossen. Als erster Versicherer wurde Uniqa in Österreich mit dem Ögut Nachhaltigkeitszertifikat in Bronze ausgezeichnet.[12]

UnternehmensstrukturBearbeiten

Die börsennotierte Holding UNIQA Insurance Group AG hat zwei hundertprozentige Tochterunternehmen: UNIQA International AG und UNIQA Österreich Versicherungen AG.[13] Die Tochtergesellschaften Raiffeisen Versicherung AG, Finance Life Lebensversicherung AG und die Salzburger Landes-Versicherung AG wurden im Oktober 2016 in die Uniqa Österreich fusioniert. Der Name Raiffeisen Versicherung bleibt als Vertriebsmarke bestehen.[14]

ManagementBearbeiten

Vom 1. Jänner 2002 bis zum 30. Juni 2011 war Konstantin Klien Generaldirektor. Seit 1. Juli 2011 fungiert Andreas Brandstetter als Vorstandsvorsitzender.[15] Neben ihm bilden Kurt Svoboda (CFRO) und Erik Leyers (COO) den Vorstand der UNIQA Insurance Group AG.[16] Seit Jänner 2019 übernimmt Sylva de Fluiter die Leitung der UNIQA Re AG in Zürich.[17]

MitarbeiterBearbeiten

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter beträgt im Jahr 12.818, wobei die Zahl der angestellten Mitarbeiter in Österreich 6.058 ausmacht.[3]

GeschäftsbereicheBearbeiten

Die Uniqa Group bietet über ihre operativen Einheiten Versicherungen aller Sparten an, wobei die Schaden- und Unfallversicherung nach Prämien betrachtet die größte Sparte darstellt. Im Jahr 2018 erbrachte dieses Segment über 2,7 Milliarden Euro an verrechneten Prämien. Dahinter liegt die Lebensversicherung mit 1,4 Milliarden Euro an Prämien. Drittgrößte Sparte der Uniqa Group ist die Krankenversicherung mit über 1 Milliarde Euro an Prämien.[18]

Uniqa TowerBearbeiten

AktionärsstrukturBearbeiten

Die Aktionärsstruktur der Uniqa Insurance Group AG:[19]

Grundkapital 309,0 Mio. Euro[20]
Aktien 309,0 Mio. Stück[21]
Aktionäre Anteil
RZB Versicherungsbeteiligung GmbH (RBI Gruppe) 10,9 %[3]
Uniqa Versicherungsverein Privatstiftung (Gruppe) 49,0 %
Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung 2,5 %
Streubesitz 36,9 %
Eigene Aktien 0,7 %

Stand: 26. Jänner 2017

AuszeichnungenBearbeiten

Die Versicherungsgruppe wurde 2016 im Rahmen des „World Finance Global Insurance Awards 2016“ als „Best General Insurance Company 2016“ in Österreich ausgezeichnet. Weiters errang Uniqa auch in Polen den ersten Platz unter den lokalen Versicherungen.[22] 2015 erhielt die Uniqa Insurance Group AG die Auszeichnung „National Champion 2015“ bei den „European Business Awards“[23] 2011 war Uniqa mit dem Projekt „Förderkonzept Grüne Mobilität“ für den Energy Globe Award nominiert. Uniqa bezieht 100 Prozent des Stromes von Stromanbietern, die mit dem Label „Grüner Strom“ ausgezeichnet sind.[24] Im Juli 2018 wurde Uniqa Leasing mit dem Qualitätssiegel für Kundenorientierung "Top Service Österreich 2018" ausgezeichnet.[25]

KritikBearbeiten

Im Jahr 2002 wurde Uniqa ein Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen verliehen, da beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung eine sehr weitgehende „Zustimmung zur Ermittlung, Übermittlung und Verwendung von Daten“ abverlangt wird. Die Versicherung kann die Daten bei Ärzten, Krankenhäusern, Sozialversicherungsträgern, Behörden und sonstigen Einrichtungen, die über den Gesundheitszustand des Versicherten etwas wissen könnten, ermitteln.[26][27][28][29]

2015 erhielt Uniqa erneut einen Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen, für das Produkt Uniqa Safeline und fahrprofilabhängige Versicherungstarife unter Nutzung von Telematikdaten.[30]

Der Einsatz von Telematik bei Fahrzeugen hat sehr positive Aspekte, wie beispielsweise das Notrufsystem. Mit diesem sollen ab 2018 alle fabrikneuen Autos verpflichtend ausgestattet sein. Das Signal leitet bei einem Autounfall GPS-Positionsdaten und weitere wichtige Informationen an eine zentrale Notrufstelle weiter. Die Nutzung von Telematik-Daten erfolgt bei UNIQA derzeit nur, um die Fahrzeugnutzung anzuzeigen und im Sinne des Umweltgedankens Wenig-Fahrer durch Prämienreduktionen zu belohnen.[31][32]

SponsoringBearbeiten

Von 2001 an unterstützte der Konzern das österreichische Radrennen Wien-Rabenstein-Gresten-Wien, das bis 2005, als es zum letzten Mal ausgetragen wurde, Uniqa Classic hieß. Die Uniqa ist einer der Hauptsponsoren des Kunsthistorischen Museums.[33] Des Weiteren ist das Unternehmen Partner des Jugendprogramms der Salzburger Festspiele.[34] Darüber hinaus ist man Sponsor der ÖSV-Athleten Matthias Mayer, Bernadette Schild, Marco Schwarz, Christine Scheyer und Nadine Fest.[35]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte der Uniqa Insurance Group. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  2. Vorstand Holding. Uniqa Group. Abgerufen am 7. August 2017
  3. a b c d e Konzernbericht 2018, Uniqa Insurance Group, abgerufen am 11. April 2019.
  4. uniqagroup.com: Uniqa im Jahr 2003 mit deutlichem Wachstums- und Ergebnisschub.@1@2Vorlage:Toter Link/www.uniqagroup.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. 17. Februar 2004.
  5. a b NZZ, Bâloise verkauft Geschäft in Kroatien und Serbien, abgerufen am 22. Oktober 2013
  6. a b Der Standard, Uniqa kauft in Kroatien und Serbien zu, abgerufen am 22. Oktober 2013
  7. The World’s Biggest Public Companies 2017 RANKING. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  8. Geschichte der Uniqa Insurance Group. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  9. UNIQA: Kapitalerhöhung bringt 757 Millionen Euro. Artikel vom 9. Oktober 2013, 17:12, abgerufen am 29. Dezember 2017.
  10. Geschichte der Uniqa Insurance Group. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  11. Geschichte der Uniqa Insurance Group. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  12. Kohle ade! UNIQA steigt schrittweise aus Kohlegeschäft aus. Abgerufen am 8. April 2019 in Ots.at.
  13. Unternehmensstruktur uniqagroup.com. Abgerufen am 18. April 2015.
  14. Uniqa Group Geschichte. Uniqa Österreich Versicherungen AG, 25. März 2017, abgerufen am 29. April 2017.
  15. Strukturelle und personelle Neuordnung der UNIQA Gruppe ab 1. Juli 2011. Artikel vom 31. Mai 2011 10:20, abgerufen am 29. Dezember 2017.
  16. Vorstand Holding. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  17. Sylva de Fluiter übernimmt die Leitung der UNIQA Re AG, vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 14. Mai 2019 in Ots.at.
  18. Uniqa Unternehmenskennzahlen Abgerufen am 11. April 2019
  19. Aktionärsstruktur. Website Uniqa Group, abgerufen am 26. Jänner 2017.
  20. Veröffentlichung der Gesamtzahl der Stimmrechte gemäß § 93 BörseG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung. Website Uniqa Group, 31. Oktober 2013. Abgerufen am 23. November 2013.
  21. Listing. Website Uniqa Group, abgerufen am 23. November 2013.
  22. World Finance Global Insurance Awards 2016. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  23. National Champions for Austria (Memento des Originals vom 29. Dezember 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.businessawardseurope.com. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  24. Auszeichnungen & Zertifikate. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  25. UNIQA Leasing erhält Gütesiegel für Kundenorientierung, vom 16. Juli 2018, abgerufen am 14. Mai 2019 in Ots.at.
  26. Satelliten-Tracking der Uniqa-Versicherung bei BigBrother Award 2005
  27. Holger Bruns: „Datenkraken“ in Österreich. In: Heise online, 26. Oktober 2002.
  28. Bericht über die neue Überwachungsbox der Uniqa
  29. Big Brother für Uniqa und Bildungsministerium
  30. derStandard.at – Big Brother Awards gehen an Mikl-Leitner und Facebook. Artikel 25. Oktober 2015, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  31. http://www.uniqagroup.com/gruppe/versicherung/press/press_release/archive/Telematik.html
  32. http://futurezone.at/produkte/fahrverhalten-ueberwachen-fuer-eine-guenstigere-versicherung/126.756.174
  33. Bruegel-Schau: UNIQA sichert Bestand für künftige Generationen, vom 1. Oktober 2018, abgerufen am 14. Mai 2019 in Ots.at.
  34. UNIQA Partner des Jugendprogramms der Salzburger Festspiele, vom 30. Juli 2018, abgerufen am 14. Mai 2019 in Ots.at.
  35. Nachwuchs in UNIQA Ski-Familie, vom 24. Juli 2018, abgerufen am 14. Mai 2019 in Ots.at.