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Ulrich Fischer (Theologe)

evangelischer Theologe und Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden
Ulrich Fischer (2013)

Ulrich Fischer (* 11. Februar 1949 in Lüneburg) ist ein evangelischer Theologe und ehemaliger Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Leben und BerufBearbeiten

Fischer wuchs in Stelle auf, wo er die Volksschule besuchte. Er engagierte sich früh im Kirchenchor und Posaunenchor und war bei den christlichen Pfadfindern aktiv. Später besuchte er das Johanneum in Lüneburg und das Gymnasium in Winsen (Luhe), wo er das Abitur ablegte. Nach dem Grundwehrdienst studierte er Evangelische Theologie an den Universitäten Göttingen und Heidelberg. 1976 promovierte er mit der Arbeit Studien zur Eschatologie des hellenistischen Diasporajudentums, die später unter dem Titel Eschatologie und Jenseitserwartung im hellenistischen Diasporajudentum erschien (BZNW 44, Berlin/New York 1978). Ab 1977 war er Pfarrer in Sandhausen und Heidelberg-Kirchheim, bevor er 1989 die Stelle des Landesjugendpfarrers in Baden übernahm. Von 1993 an bekleidete er für drei Jahre das Amt des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland (aej). 1996 wurde Fischer zum Dekan des Kirchenbezirkes Mannheim gewählt.

Am 25. Juli 1997 wählte die Synode der Evangelischen Landeskirche in Baden Fischer im fünften Wahlgang zum Landesbischof und Nachfolger von Klaus Engelhardt, der im Frühjahr 1998 altershalber aus dem Amt schied. Die Amtseinführung Fischers war am 31. März 1998. Als Bischof verzichtete er auf zwei Gehaltsstufen.[1] Ab September 2000 war Fischer auch Vorsitzender der Arnoldshainer Konferenz, die 2003 in der Union Evangelischer Kirchen (UEK) aufging, zu deren 1. Vorsitzenden Fischer am 18. Oktober 2003 in Erfurt gewählt und am 1. Mai 2009 in Würzburg für weitere sechs Jahre bestätigt wurde.

Im Oktober 2009 wurde Fischer in den Rat der EKD gewählt.[2]

Fischer veröffentlichte einige theologische Schriften, unter anderem Konfirmanden gestalten Gottesdienst (1990), Der Gottesdienst soll fröhlich sein (1992) und Ver-rückte Zeiten (1995). Er ist engagierter Befürworter des Abendmahls für Kinder.

Er ist außerdem Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist. Seit 1996 ist Fischer Mitglied des BUND[1] und seit März 2011 Mitglied der Ethikkommission für sichere Energieversorgung.

Zum 1. Juni 2014 schied Fischer aus dem Bischofsamt aus und trat in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Bischof der Badischen Landeskirche wurde Jochen Cornelius-Bundschuh.[3] Im Mai 2015 wählte ihn die Delegiertenversammlung in Schwerte als Nachfolger von Axel Noack zum neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) der Diakonie Deutschland.[4]

PrivatesBearbeiten

Fischer ist seit 1973 verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und wohnt in Neulußheim.[1]

EhrungBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Ostern ist ein Aufbruch in ein Leben in Fülle, morgenweb.de, Meldung vom 19. April 2014.
  2. EKD:Rat Wahlergebnisse, ekd.de
  3. Thomas Kurtz/Bruno Knöller: Neuer badischer Landesbischof erhält klare Mehrheit im letzten Wahlgang, in: Pforzheimer Zeitung vom 19. Juli 2013, abgerufen am 21. Juli 2013
  4. Früherer Landesbischof Fischer ist neuer AMD-Vorsitzender, idea.de, Meldung vom 20. Mai 2015.