Torres (Rio Grande do Sul)

Gemeinde im Bundesstaat Rio Grande do Sul, Brasilien

Torres, deutsch Türme, amtlich portugiesisch Município de Torres, ist eine Küstenstadt und ein Badeort am östlichsten Zipfel des Bundesstaats Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens. Sie liegt 208 km Wegstrecke nordöstlich der Hauptstadt Porto Alegre am Südatlantik. Die Bevölkerung wurde zum 1. Juli 2020 auf 39.064 Einwohner geschätzt, die Torrenser (torrenses) genannt werden und auf einer Gemeindefläche von rund 161,6 km² leben.[1] Benannt ist der Ort nach seiner markanten Felsenformation.

Município de Torres
Torres
Luftbildaufnahme Torres, 2008
Luftbildaufnahme Torres, 2008
Torres (Brasilien)
Torres
Torres
Koordinaten 29° 21′ S, 49° 44′ WKoordinaten: 29° 21′ S, 49° 44′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Rio Grande do Sul
Lage des Munizips im Bundesstaat Rio Grande do Sul
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Wahlspruch
„Trabalhar e viver com muito prazer“
Gründung 21. Mai 1878 (Stadtrecht) (142 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio Grande do Sul
Gliederung 2 Distrikte
Höhe 5 m
Gewässer Südatlantik
Klima subtropisch, Cfa
Fläche 161,6 km²
Einwohner 34.656 (2010[1])
Dichte 214,4 Ew./km²
Schätzung 39.064 (1. Juli 2020)[1]
Gemeindecode IBGE: 4321501
Postleitzahl 95560-000
Telefonvorwahl (+55) 51
Zeitzone UTC−3
Website torres.rs (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Carlos Alberto Matos de Souza[2] (2017–2020)
Partei PP
Kultur
Stadtfest 25. Mai (Stadtgründung)
Wirtschaft
BIP 1.162.766 Tsd. R$
30.954 R$ pro Kopf
(2017)
HDI 0,762 (2010)

GeographieBearbeiten

Umliegende Orte sind Arroio do Sal, Mampituba sowie Passo de Torres im Bundesstaat Santa Catarina.

Das Biom ist Mata Atlântica. Im Norden der Stadt entwässert der Grenzfluss Rio Mampituba in den Atlantik, im innerstädtischen Bereich befindet sich die Binnenlagune Lagoa do Violão, weitere Gewässer sind durch Quarzit-Sandbarrieren getrennt.[3] Zwischen der Staatsstraße RS-389 und dem Atlantik befindet sich das 2002 gegründete 1000 Hektar große Schutzgebiet Parque Estadual de Itapeva.[4]

Bekannt ist Torres durch drei Felsformationen vulkanischen Ursprungs, die aus Basaltgesteinen aus der Jura- und Kreidezeit (Ära der Dinosaurier) bestehen und ungefähr 140 Millionen Jahre alt sind.

Die fünf Hauptstrände sind der Praia Grande (2 km), der Praia do Meio oder Prainha mit 600 m Länge bis zum Morro do Farol, der Praia da Cal zwischen Morro do Farol und Morro das Furnas, der Praia da Guarita zwischen Morro das Furnas und Morro da Guarita und der Praia de Itapeva zwischen Morro da Guarita und dem Morro de Itapeva.

KlimaBearbeiten

Die Gemeinde hat tropisches, gemäßigt warmes Klima, Cfa nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 18,8 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1404 mm im Jahr. Der Südsommer hat höhere Niederschläge als der Südwinter.[6]

GeschichteBearbeiten

Das Gemeindegebiet war ursprüngliches Siedlungsgebiet der indigenen Carijós. Torres war seit dem 20. Dezember 1832 der Distrito de São Domingos das Torres Teil des Munizips Osório, der damals noch Conceição do Arroio hieß. Am 21. Mai 1878 erhielt der Ort als Villa de São Domingos das Torres erstmalig Stadtrechte, verlor diese wieder am 16. Dezember 1887 an Osório und erlangte sie am 22. Januar 1890 erneut.[7]

Der Ort entwickelte sich zu einem bedeutenden Seebad.

KommunalverwaltungBearbeiten

Die Exekutive liegt bei dem Stadtpräfekten (Bürgermeister). Bei der Kommunalwahl 2016 wurde Carlos Alberto Matos de Souza von den Progressistas (PP) zum Stadtpräfekten für die Amtszeit von 2017 bis 2020 gewählt.[2]

Die Legislative liegt bei einem 13-köpfigen gewählten Stadtrat, den vereadores der Câmara Municipal.

Seit 2003 ist der Munizip in die beiden Distrikte Distrito de Torres (gleichzeitig Sitz des Munizips) und den Distrito de Glória gegliedert.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Stadt Land
1991 23.765 20.666 3.099
2000 30.880 27.556 3.324
2010 34.656 33.340 1.316
2020 39.064 ? ?

Quelle: IBGE (2011)[8]

Ethnische ZusammensetzungBearbeiten

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 30.880 Einwohnern, Stand 2010 mit 34.656 Einwohnern):

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos 27.868   31.792 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 2.380   2.009 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 500   666 Schwarze
Amarelos 9   28 Asiaten
Indígenas 50   160 indigene Bevölkerung
ohne Angabe 74

Quelle: SIDRA[9]

WirtschaftBearbeiten

Hauptwirtschaftszweig und städtische Einnahmequelle ist der Badetourismus mit Dienstleistungen und Handel. Nennenswerte Industrien sind nicht bekannt. Zu den touristischen Attraktionen gehört das jährliche Ballonflugfestival Festival Internacional de Balonismo de Torres.[10]

Durchschnittseinkommen und LebensstandardBearbeiten

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2018 den Faktor 2,2 des brasilianischen Mindestlohns (Salário mínimo) von R$ 880,00 (Einkommen umgerechnet für 2020: rund 309 € monatlich). Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,762 für 2010 als hoch eingestuft.

2018 waren 12.151 Personen oder 31,7 % der Bevölkerung als fest im Arbeitsverhältnis stehend gemeldet, 28,8 % der Bevölkerung hatten 2010 noch ein Einkommen von der Hälfte des Minimallohns.[11] 988 Familien (mit 3069 Personen) erhielten im August 2020 Unterstützung durch das Sozialprogramm Bolsa Família.[12]

HDI
Jahr Punkte
1991
  
0,538
2000
  
0,681
2010
  
0,762

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2017 rund 30.954 R$, das Bruttosozialprodukt der Gemeinde belief sich auf rund 1.162.766 Tsd. R$.[13]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Straßenverbindungen
    BR-101
    RS-389 (Estrada do Mar)
Flugverbindungen
    Aeroporto de Torres (IATA: TSQ, ICAO: SSTE)

WeblinksBearbeiten

Commons: Torres (Rio Grande do Sul) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Torres – Panorama. IBGE, abgerufen am 11. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. a b Carlos Souza 11 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Sônia Rejane Lemos Farion: Litoral do Rio Grande do Sul: rio, lago, lagoa, laguna. In: Ágora. Band 13, Nr. 1, 2007, S. 167–186 (brasilianisches Portugiesisch, unisc.br).
  4. Parque Estadual de Itapeva. In: gov.br. Sema – Secretaria do Meio Ambiente e Infraestrutura, 2018, abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. Igreja Matriz de São Domingos e Entorno. In: gov.br. IPHAE, abgerufen am 12. September 2020.
  6. Klima Torres: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm. In: de.climate-data.org. Abgerufen am 11. September 2020.
  7. Torres – História. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 12. September 2020.
  8. Atlas do Desenvolvimento Humano no Brasil: Torres, RS. Abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch)
  9. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 12. September 2020 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Torres (RS) und Cor ou raça).
  10. Festival Internacional de Balonismo de Torres. In: gov.br. Prefeitura de Torres/RS, abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  11. Torres – Panorama – Trabalho e rendimento. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  12. Relatório do Bolsa Família e Cadastro Único: Torres/RS, abgerufen am 12. September 2020 (Datenbankabfrage mit Ortsnamen, brasilianisches Portugiesisch).
  13. Torres – Produto Interno Bruto dos Municípios. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 12. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).