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Thomas Zimmermann (Politiker)

deutscher Politiker, MdL
Thomas Zimmermann 2012

Thomas Maria Zimmermann (* 9. September 1946 in München) ist ein promovierter bayerischer Chirurg und Landespolitiker der CSU. Zwischen 1994 und 2013 war er Abgeordneter im Bayerischen Landtag.

Ausbildung und BerufBearbeiten

Nach dem Abitur studierte Zimmermann Medizin in München und Innsbruck. 1977 wurde er an der Technischen Universität München zum Thema „Zur Diagnostik und Therapie von Mammatumoren unter besonderer Berücksichtigung des Karzinoms promoviert. Von 1976 bis 1988 arbeitete er am Klinikum rechts der Isar, dem Universitätsklinikum der TU München. Gleichzeitig war er Notarzt der Städtischen Berufsfeuerwehr München. Bis September 1994 leitete er Reha-Kliniken in Oberbayern.

Zimmermann ist Vorstandsmitglied des Unternehmens Health Base Medizindaten AG sowie bei Health Care Bayern e. V. Er ist seit Studientagen Mitglied der AV Austria Innsbruck und der KDStV Aenania München im CV.

Thomas Zimmermann ist mit Brigitte Zimmermann verheiratet und hat zwei Kinder.

ParteiBearbeiten

Er ist seit 1970 CSU-Mitglied.

AbgeordneterBearbeiten

Am 25. September 1994 wurde er erstmals für den Stimmkreis München-Bogenhausen in den Bayerischen Landtag gewählt, dem er bis zum 7. Oktober 2013 angehörte.

Er war gesundheits- und drogenpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, Mitglied des Ausschusses für Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik und Mitglied des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur.

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Von 1978 bis 1988 war Zimmermann ehrenamtlicher Münchner Stadtrat und von 1988 bis 1993 leitete er als hauptamtlicher Stadtrat das Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München.

Von 1999 bis 2004 und von 2008 bis 2019 war Zimmermann Vorsitzender des Landesgesundheitsrats Bayern. Seit 2002 ist er Mitglied des Bezirksausschusses München-Bogenhausen.

SonstigesBearbeiten

Anfang November 2002 meldeten die Süddeutsche Zeitung und die Abendzeitung, Wirtschaftsprüfer hätten bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass im CSU-Kreisverband Bogenhausen Blöcke für Spendenquittungen aus den 1990er Jahren fehlten.[1]

Thomas Zimmermann habe als Vorsitzender des Kreisverbands Spenden quittiert, ohne dass die Beträge später verbucht wurden. Nachdem er bereits im Februar 2002 wegen einer nicht beim Landtag gemeldeten Lobbyistentätigkeit für die Medizinfirma Nova Med in die Kritik geraten war, wuchs die parteiinterne Angst vor einer Spendenaffäre.[2]

Das CSU-Parteipräsidium wies den Kreisverband an, die Nominierung des Landtagskandidaten Zimmermann zu verschieben[3] und CSU-Generalsekretär Thomas Goppel forderte den Kreisverband auf, „die in der Öffentlichkeit diskutierten Fragen jetzt politisch und im Hinblick auf das Ansehen der CSU“[4] zu berücksichtigen.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse forderte einen Prüfbericht bei der CSU wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Parteienfinanzierungsgesetz an.[5] Die Bundestagsverwaltung monierte allerdings im Januar 2003 nur, dass die im Parteiengesetz festgeschriebene Aufbewahrungspflicht von Spendenunterlagen nicht eingehalten wurde.[6]

Trotzdem befürchtete die CSU-Führung, das Direktmandat könne wegen der Affäre an den SPD-Bewerber Hans-Ulrich Pfaffmann verloren gehen.[7]
Daher waren mehrere Gegenkandidaten im Gespräch[8], von denen sich aber nur der Münchner Stadtrat Hans Wolfswinkler zur Wahl stellte. Gegen die Bedenken der CSU-Spitze wurde Zimmermann im März 2003 mit einer Zweidrittelmehrheit der Delegierten zum Landtagskandidaten nominiert.[9]

Am 13. September 1998 wurde Thomas Zimmermann mit 49,6 % der Erststimmen in den Bayerischen Landtag gewählt (1994: 44,7 %), am 21. September 2003 mit 45,2 % und am 28. September 2008 mit 31,0 %.

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Thomas Zimmermann (Politiker) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Münchner CSU leugnet Affäre, taz/AP, 12. November 2002
  2. In der CSU wächst angeblich die Angst vor einem Spenden-Skandal, Die Welt, 13. November 2002. In den darauffolgenden Wochen enthüllte die Münchner Presse fast täglich neue Details: Fall Zimmermann: Fragliche Spende, Münchner Merkur, 16. Dezember 2002
  3. Matthias Kristlbauer: CSU bremst Zimmermann aus, Münchner Merkur, 19. November 2002
  4. Matthias Kristlbauer: Fall Zimmermann: Goppel fordert Einschreiten der Münchner CSU, Münchner Merkur, 29. November 2002
  5. Matthias Kristlbauer: Thierse fordert Prüfbericht von der CSU, 27. November 2002
  6. Matthias Kristlbauer: Thierse lässt CSU ungeschoren, Münchner Merkur, 9. Januar 2003
  7. Matthias Kristlbauer: CSU-Spitze: Mit Zimmermann droht Niederlage, Münchner Merkur, 5. März 2003
  8. Matthias Kristlbauer: Nachfolger für Zimmermann stehen Schlange, Münchner Merkur, 10. Dezember 2002
  9. Zimmermann gegen Willen der CSU-Parteispitze nominiert, Münchner Merkur/dpa, 11. März 2003