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Theodor von Baumann (Jurist)

preußischer Jurist und Beamter

Johann Friedrich Theodor Baumann, seit 1828 von Baumann (* 24. Juni 1768 in Bodenteich, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg; † 14. Oktober 1830 in Posen) war ein königlich preußischer Jurist und Beamter. Zuletzt war er Oberpräsident der Provinz beziehungsweise des Großherzogtums Posen.

LebenBearbeiten

Der Sohn des Pastors und Superintendenten Hardwig Ludwig Baumann (1722–1786). Er erhielt seine schulische Bildung am Gymnasium in Salzwedel. Anschließend kam er an die Universität nach Göttingen.

Im Jahr 1793 kam er als Assessor an das Hofgericht in Bromberg. Im Jahr 1795 wurde er Rat der südpreußischen Regierung in Thorn. Ein Jahr später wurde Baumann zum Oberrichter in Warschau ernannt. Im Jahr 1806 wurde er zum Geheimen Justizrat ernannt. Seit 1801 war er Geheimer Regierungsrat in Liegnitz. Danach amtierte Baumann von 1815 bis 1818 als Vizepräsident der Regierung in Posen. Im Jahr 1817 erhielt er den Roten Adlerorden 3. Klasse. Zwischen 1818 und 1824 war er Regierungspräsident in Königsberg. Im Jahr 1823 bekam er auch den Roten Adlerorden 2. Klasse.

Von 1825 bis 1830 war er Oberpräsident von Posen. In der verwaltungsinternen Debatte über die Kompetenzen der Oberpräsidenten sah er in diesem Amt wie auch Magnus Friedrich von Bassewitz oder Moritz Haubold von Schönberg keine eigenständige Zwischeninstanz zwischen Zentralregierung und Regierungspräsidenten. Eine andere Gruppe dagegen plädierte für eine größere Unabhängigkeit der Provinzen.

Der Historiker Manfred Laubert beurteilt Baumann in seiner Funktion als Oberpräsident als „geistloser Bürokrat reinsten Wassers“ und „konfliktscheu“.[1]

Baumann war Freimaurer.[2] Er blieb unverheiratet. Am 3. November 1828 wurde Baumann in Berlin in den preußischen Adelsstand erhoben.[3]

Er hinterließ einen Sohn, den Regierungsreferendar Johann von Baumann und eine Tochter Jeannette (Johanna) (1802–1855), die den General Heinrich von Reitzenstein heiratete.

LiteraturBearbeiten

  • Protokolle des preußischen Staatsministeriums Bd. 1 S. 16 Digitalisat (PDF; 2,6 MB).
  • Protokolle des preußischen Staatsministeriums Bd. 2 S. 406 Digitalisat (PDF; 2,9 MB).
  • Klaus Schwabe (Hrsg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit. Bd. 15 = Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte. 1981). Boldt, Boppard am Rhein 1985, ISBN 3-7646-1857-4, S. 279.
  • Martin Sprungala: Theodor (v.) Baumann (1768-1830), der 2. Posener Oberpräsident. In: Posener Stimmen, Nr. 3, Lüneburg 2010.
  • Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 1, S.230.
  • Neuer Nekrolog der Deutschen, auf das Jahr 1830, Teil 2, S.718 ff.
  • Rolf Straubel, Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten, S. 46.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Manfred Laubert: Die preußische Polenpolitik von 1772-1914, Krakau 1944.
  2. Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im alten Preußen 1738-1806. Die Logen zwischen mittlerer Oder und Niederrhein, Seite 117, StudienVerlag, 2007, ISBN 3-7065-4037-1 bzw. ISBN 978-3-7065-4037-7.
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Seite 255, Band 53 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972.