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Theatermuseum Düsseldorf

Museum in Deutschland
Theatermuseum Düsseldorf im Hofgärtnerhaus
Theatermuseum Eingang, Oktober 2016

Das Theatermuseum Düsseldorf ist ein regional ausgerichtetes Museum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Es ist untergebracht im so genannten Hofgärtnerhaus im historischen Hofgarten in unmittelbarer Nähe des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Deutschen Oper am Rhein. Im Februar 2017 wurde das Museum vom Deutschen Kulturrat auf Die Rote Liste gesetzt und in die Kategorie 1 und damit als Von Schließung bedroht eingestuft.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die in den Jahren 1904 bis 1933 von Louise Dumont und Gustav Lindemann gesammelten Bestände der Theaterarbeit am Schauspielhaus Düsseldorf sind fester Bestandteil des 1938 gegründeten privaten „Dumont-Lindemann-Archivs“. Während des Zweiten Weltkrieges war es im Stahlhof untergebracht. Am 30. Mai 1947 ging das Archiv durch Schenkung von Gustav Lindemann in den Besitz der Stadt Düsseldorf über und fand im 1. Stock über den Räumen des Stadtarchivs, welches sich damals im Ehrenhof 3 befand, seinen Standort.[3] Im Jahre 1972 Umzug des „Dumont-Lindemann-Archivs“ in das Haus Alt Pempelfort 2 mit dem Zusatz der Beschilderung „Städtisches Theatermuseum“.[4] Ein regelmäßiger Ausstellungsbetrieb begann 1978. 1981 beschloss der Kulturausschuss die Umbenennung des Theaterarchivs in Theatermuseum. 1988 zog das Museum in das Hofgärtnerhaus. Es besteht heute aus den Bereichen Museum, Archiv und Bibliothek mit einem starken zusätzlichen Schwerpunkt im Veranstaltungsbereich und im Bereich der kulturellen Bildung. 2005 wurde eine räumliche Erweiterung für die Sammlungen an einem zweiten Standort (Merowingerstraße 88) erforderlich. Aktuell plant die Stadtverwaltung Düsseldorf das historische Hofgärtnerhaus zu verkaufen oder zu verpachten, um die notwendige Sanierung nicht finanzieren zu müssen. Das Theatermuseum soll gemeinsam mit anderen Kultureinrichtungen umgesiedelt werden.[5]

AngebotBearbeiten

In jährlichen Sonderausstellungen und der Dauerausstellung „Museum für Zuschauerkunst“ wird in enger Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit Theater anschaulich gemacht. Neben der historischen Entwicklung des Theaters wird Besuchern aller Altersstufen ein systematischer Einblick in die vielschichtige Theaterkunst gegeben. Auf der hauseigenen Studiobühne sowie im Theater- und Museumscafé „theatral“ finden zusätzlich Programme und regelmäßige Veranstaltungen für Theaterinteressierte statt. Zu den regelmäßigen Gastspielen im Theatermuseum gehören u. a. Kindertheatervorstellungen der Puppenbühne Bauchkribbeln, Erzähltheaterauftritte, Aufführungen des Looters-Ensembles und Improvisationsperformances.

Archiv/BibliothekBearbeiten

In Archiv und Bibliothek werden theaterhistorische Materialien gesammelt und der Forschung zugänglich gemacht. Eigene und fremde Forschungsergebnisse werden in Ausstellung und Publikationen für die Öffentlichkeit dokumentiert. Schwerpunkte für Sammlung, Forschung, Dokumentation und Ausstellungen sind heute vor allem die Theatergeschichte Düsseldorfs und Nordrhein-Westfalens vom höfischen Theater über Gustaf Gründgens und Karl Heinz Stroux bis hin zu gegenwärtigen Formen in den Gattungen Musik-, Sprech-, Tanz-, Figurentheater und Kleinkunst.

Das Archiv des Theatermuseums umfasst u. a. Fotosammlungen, Theaterplakate, Theaterzettel, Programmhefte, Textbücher, audiovisuelle Bild- und Tonträger, Handschriften, Presseausschnitte, Bühnenbild- und Projektionsmodelle, Kostümentwürfe, Marionetten und Papiertheaterbögen. Die Bibliothek des Theatermuseums enthält Periodika und Monographien zum Thema Theater mit all seinen Sonderbereichen; daneben die Privatbibliothek der Stifter Dumont-Lindemann.

Seit 2010 gehört das Produktionsarchiv des Kom(m)ödchens zum festen Bestand des Theatermuseums. Es enthält Fotos, Programmtexte und Kritiken, Programmhefte, Plakate und Korrespondenz aus 50 Jahren.[6]

Im Jahr 2002 kaufte das Theatermuseum 200 Arbeiten des deutschen Backstage-Fotografen Udo Remmes und begründete damit die „Sammlung Remmes“. 2010 erwarb das Museum das Produktionsarchiv des Fotografen Eduard Straub mit 150.000 Bilddokumenten (darin: 13.000 Papierabzüge, 70.000 Negative und 80.000 Digitalfotos), die alle Phasen der Deutschen Oper am Rhein von 1984 bis 2009 dokumentieren.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Rote Liste: Theatermuseum Düsseldorf NRW, Kategorie 1 – von Schließung bedroht (PDF), auf kulturrat.de, abgerufen am 22. April 2017
  2. [1], abgerufen am 21. Februar 2017
  3. Dumont-Lindemann-Archiv, Ehrenhof 3, in Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf vom Zeitpunkt der Besetzung der Stadt 1945 bis zum 31. März 1949, VI. Kulturpflege, S. 175
  4. Dumont-Lindemann-Archiv: Im 25. Jahre seines Bestehens zog das Archiv von seinem Standort Ehrenhof 3 in das Haus Alt Pempelfort 2 um. Der Umzug fand im Mai 1972 statt., in Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf, vom 1. Januar 1971 bis zum 31. Dezember 1973. Schul- und Kulturverwaltung, S. 48
  5. Elena Erbrich: Bürger kämpfen um ihr Theatermuseum. Der Freundeskreis des Instituts will sich mit einer Petition gegen die Pläne der Stadt wehren, das Hofgärtnerhaus aufzugeben., Rheinische Post online, vom 21. April 2017
  6. Düsseldorfer Theatermuseum erforscht Leben und Werk von Lore Lorentz. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutschlandradio Kultur, 11. Februar 2009, archiviert vom Original am 19. August 2013; abgerufen am 25. Mai 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dradio.de

Koordinaten: 51° 13′ 48,2″ N, 6° 46′ 52,8″ O