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Die Berliner Terra Film war eine der größten deutschen Filmproduktionsgesellschaften der 1930er Jahre.

UnternehmenBearbeiten

Die Ende 1919 zunächst als GmbH gegründete Firma wurde im Oktober 1920 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Am 19. Juli 1922 erwarb die Terra Ateliers und Kopiereinrichtungen der Eiko-Film GmbH in Berlin-Marienfelde.[1]

Einige Jahre waren die Ullstein AG und die IG Farbenindustrie AG mit 47 % bzw. 50 % des Aktienkapitals Hauptaktionäre. 1928 kaufte letztere den Ullsteinanteil und wurde mit 97 % fast Alleininhaber.[2] 1930 übernahm die Schweizer Familie Scotoni – der mit dem Apollo in Zürich das größte Kino des Landes gehörte[3] – für 1,2 Mio. Reichsmark die Terra Film. Viele der 40 Filme aus der Ära von Ralph Scotoni (der 1933 Mitglied der NSDAP wurde) waren durch nationalsozialistisches Gedankengut geprägt, das auch auf schweizerische Stoffe und Schauplätze übertragen wurde (Wilhelm Tell 1934, Der Springer von Pontresina 1934, Hermine und die sieben Aufrechten 1935). Da die Filme jedoch nicht einmal die Produktionskosten einspielten, verkaufte die Familie Scotoni ihre Beteiligung an der Terra Film im Jahr 1935 und zog sich aus dem Unternehmen zurück.[4]

Im Zuge der Verstaatlichung des Filmwesens wurde die Terra im Juli 1937 zur Terra-Filmkunst GmbH umfirmiert und war nun mehrheitlich im Besitz der staatlichen Cautio Treuhand GmbH. Sie produzierte fortan in den Tempelhofer Ateliers der Ufa-Filmkunst GmbH.[5] 1942 wurde sie der Dachgesellschaft Ufa-Film GmbH (UFI) einverleibt und behielt nur noch formale Selbstständigkeit.

Von Anfang der 1960er bis in die 1980er Jahre trat die West-Berliner Terra-Filmkunst GmbH erneut als Produzent und Koproduzent von mehr als 100 Filmen in Erscheinung.

FilmeBearbeiten

Der erste Film, den die Terra produzierte, war Figaros Hochzeit (1920, Regie: Max Mack). Es folgten Filme wie Christian Wahnschaffe (Urban Gad, 1920/21), Bigamie (Jaap Speyer, 1927) und Königin Luise (Karl Grune, 1927/28).

Ihre Blütezeit erlebte die Terra nach der Umstellung auf den Tonfilm und unter dem Nationalsozialismus. Zwischen 1933 und 1944 produzierte die Terra 120 Spielfilme, darunter Propagandafilme wie Die Reiter von Deutsch-Ostafrika (1934), Hermine und die sieben Aufrechten (1935), Kameraden auf See (1938), Jud Süß (1940) und Fronttheater (1942), aber auch erfolgreiche Unterhaltungsfilme wie Zirkus Renz (1943), Die Feuerzangenbowle (1944) und Große Freiheit Nr. 7 (1944).

Regisseure und ProduzentenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Kramer, Dominik Siegrist. Terra: Ein Schweizer Filmkonzern im Dritten Reich. Mit einem Nachwort von Hans-Ulrich Jost. Zürich: Chronos, 1991, ISBN 3-905278-73-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.cinegraph.de/etc/ateliers/eiko.html
  2. Berliner Börsen-Zeitung, 14.02.1929 Abendausgabe, S. 6.
  3. Hervé Dumont. Geschichte des Schweizer Films. Lausanne 1987. S. 137.
  4. Im Taktschritt in die "Neue Zeit": Ein Schweizer Filmkonzern im Dritten Reich. Basler Zeitung vom 4. Mai 1991
  5. http://www.cinegraph.de/etc/ateliers/tempelhof.html