Friedemann Bach (Film)

Film von Traugott Müller (1941)

Friedemann Bach ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1941. Der Film hat den Bach-Sohn Wilhelm Friedemann Bach zum Thema und basiert auf dem Roman Friedemann Bach von Albert Emil Brachvogel. Der Film schildert Wilhelm Friedemann Bach als talentierten Sohn, der versucht, aus dem Schatten seines väterlichen Vorbildes herauszutreten.

Film
Originaltitel Friedemann Bach
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1941
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Traugott Müller
Drehbuch Helmut Brandis, Eckart von Naso
Produktion Gustaf Gründgens
Musik Mark Lothar
Kamera Walter Pindter
Schnitt Alexandra Anatra
Besetzung

HandlungBearbeiten

Während eines Hauskonzerts der Bachfamilie bekommt diese Besuch vom Sohn Wilhelm Friedemann. Dieser hat gerade seine Stelle in Halle aufgegeben, weil er die dortigen Repressalien nicht mehr länger ertragen konnte. Nachdem er seiner Schwester Frederike hilft, dem Vater Johann Sebastian ihre Verlobung mit Johann Christoph Altnikol mitzuteilen, bekommt die Familie Besuch vom Boten des sächsischen Hofes. Johann Sebastian wird um Teilnahme an einem musikalischen Wettstreit gegen den französischen Komponisten Louis Marchand gebeten. Da Johann Sebastian jedoch seinen Thomanerchor nicht im Stich lassen will, schickt er Friedemann nach Dresden.

Für diesen geht der Wettstreit siegreich aus, da Marchand während Friedemanns Darbietung die Flucht ergreift. Friedemann wird nun ein gefragter Musiklehrer, zu dessen Schülerinnen auch die Comtesse Antonia Kollowrat gehört, und bekommt vom Hof den Kompositionsauftrag für ein Ballett. Aus ihm und der Tänzerin Mariella Fiorini wird, auch unter dem Einfluss von Heinrich Graf von Brühl, der ein Auge auf Antonia geworfen hat, ein Paar. Nach dem Erfolg des Balletts soll Friedemann zum Hofkomponisten ernannt werden. Als das Ballett bei Antonia jedoch auf Kritik stößt, erkennt Friedemann, dass die Oberflächlichkeit des Hofes nicht mit seinen künstlerischen Ambitionen zusammenpasst. Zwischen Friedemann und Antonia entwickeln sich zarte Bande. Friedemann verspricht, sich eine neue Stelle zu suchen und Antonia dann nachzuholen; sein Vater werde ihm bei der Stellensuche helfen.

Doch als Johann Sebastian stirbt, beginnt für Friedemann eine Reihe von Enttäuschungen. Da man immer wieder Musik im Stil seines Vaters von ihm verlangt, gibt er schließlich bei seiner Bewerbung in Braunschweig eine frühe Komposition seines Vaters als eigene aus. Der Schwindel fliegt auf, Antonia und Christoph reagieren verständnislos. Frustriert erwidert Friedemann, dass er nicht mehr länger mit seinem Vater verglichen werden, sondern Wilhelm Friedemann Bach sein will.

Verbittert schließt er sich einer Schauspieltruppe an, da er dort als das angesehen wird, was er ist. Als Christoph ihn nach Jahren dort aufsucht und ihm mitteilt, dass Antonia in Braunschweig auf ihn gewartet hat, will Friedemann sie wiedersehen, doch ist sie inzwischen mit Heinrich Graf von Brühl verheiratet. Als Friedemanns Truppe eine Vorstellung in Dresden gibt, arrangiert der Graf ein Aufeinandertreffen von Friedemann und Antonia. Obwohl sie ihm immer noch helfen will, lässt Friedemann sie seine Verbitterung spüren; auf Geheiß des Grafen muss Friedemann Sachsen verlassen.

Verzweifelt bietet Friedemann einem Musikalienhändler eine Komposition seines Vaters an. Als ein Kunde des Händlers Johann Sebastian Bach verhöhnt, gerät Friedemann mit ihm in Streit und erhält von diesem eine Verletzung mit dem Dolch, an welcher er wenig später stirbt.

Historische UngenauigkeitenBearbeiten

Der Wettstreit gegen Marchand wurde in Wahrheit von Johann Sebastian Bach und nicht von dessen Sohn Wilhelm Friedemann bestritten. Wilhelm Friedemann Bach wurde älter, als es im Film geschildert wird; er starb 1784 mit 73 Jahren. Heinrich Graf von Brühl war seit 1734 mit Maria Anna Franziska von Kolowrat-Krakowsky (1717–1762) und nicht mit Antonia Kolowrat. Friedemann war zuerst in Dresden (1733–46) als Organist an der Sophienkirche und erst danach in Halle (1746–64) als Organist an der Marienkirche angestellt, nicht umgekehrt. Demnach hat der Vater Bach (gest. 1750) und Mutter Bach (gest. 1760) die Kündigung seines Sohnes in Halle nicht mehr erlebt. Ein Jahr nach dem Tod des Vaters heiratete Friedemann die Dorothea Elisabeth Georgi, die Beziehung zu Antonia ist eine Erfindung des Autors der Romanvorlage. Dass von Friedemann Musik im Stile seines Vaters verlangt worden wäre, ist historisch unplausibel; der Muskikgeschmack hatte sich nach dem Tod Johann Sebastian Bachs verändert und dessen Musik galt als unzeitgemäß.

KritikenBearbeiten

„In dem sentimentalen Künstlerdrama, das von historischen und biografischen Tatsachen weit entfernt ist, bietet nur die Musik ein authentisches Bach-Erlebnis.“

„Ein schwacher Film, trotz Gründgens.“

Heyne Filmlexikon, 1996

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedemann Bach. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.

WeblinksBearbeiten