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Der Florentiner Hut (1939)

Film von Wolfgang Liebeneiner (1939)

Der Florentiner Hut ist eine deutsche Spielfilmkomödie aus dem Jahr 1939. Als Vorlage diente Eugène Marin Labiches Bühnenkomödie Ein Florentinerhut (Un chapeau de paille d' Italie, 1851).

Filmdaten
OriginaltitelDer Florentiner Hut
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1939
Länge87 Minuten
AltersfreigabeFSK 0
Stab
RegieWolfgang Liebeneiner
DrehbuchBernd Hofmann
Horst Budjuhn
ProduktionHeinz Rühmann
Terra Film
MusikMichael Jary
KameraCarl Hoffmann
Karl Löb
SchnittGottlieb Madl
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Theo Farina ist überzeugter Junggeselle, bis er Helene, die Tochter des Baumschulbesitzers Barbock, kennenlernt. Prompt macht er ihr einen Heiratsantrag, in den ihr Vater einwilligt. Am Tage seiner Hochzeit allerdings frisst sein Droschkenpferd den Florentiner Hut der schönen Pamela, die mit ihrem Geliebten im Wald spazieren gegangen war. Aus Angst, ihr Gatte Sarabant würde von ihrem Verhältnis zu ihrem Geliebten erfahren, wenn er den zerfressenen Hut sehen würde, verlangt sie von Farina, ihr den gleichen Hut zu besorgen. Farina weigert sich zunächst, willigt dann jedoch ein, als ihr Geliebter droht, ihn zu erschießen.

Während die Hochzeit ihren Lauf nimmt, läuft Farina in Geschäfte und zu Leuten, die einen solchen Hut gekauft haben, wobei er einmal sogar für einen Starsänger gehalten wird. Da auch noch die Familie seiner Braut für reichlich Verwirrung sorgt, findet sich die ganze Hochzeitsgesellschaft schließlich bei seinem Nachbarn ein, der – was Farina nicht weiß – Sarabant ist. Betrunken erzählt Farina diesem von der schönen Frau, deren Hut sein Pferd gefressen hat, und ihrem Liebhaber. Daraufhin will Sarabant beide, die sich immer noch in Farinas Haus befinden, umbringen. Im Laufe der Verwirrung taucht ein Hochzeitsgeschenk auf. Zur Überraschung Farinas handelt es sich hierbei um einen Florentiner Hut, den ihm sein Onkel Florian geschenkt hat. Er schenkt diesen Hut Pamela, deren Problem somit gelöst ist.

Stilistische BesonderheitenBearbeiten

Aufgrund verschiedener – durchaus innovativ zu nennender – Stilmittel hebt sich Der Florentiner Hut von anderen zu dieser Zeit (nicht nur in Deutschland) gedrehten Filmen ab:

  • Es gibt keinen Vor- oder Abspann; die Darsteller und die Crew werden vielmehr in Form einer Moritat – vorgetragen von Bruno Fritz – vorgestellt.
  • Aus der Moritat kann man eine subtile Kritik an der Zensurpraxis des Dritten Reiches herauslesen: Bernd Hoffmann und Horst Budjuhn schrieben so lange am Drehbuch, „bis es Gefallen fand und die allerhöchsten Prüfungen bestand“.
  • Der Anfang dieses Filmes wird aus der Sicht Farinas (Heinz Rühmann) in Form von Rückblenden dargestellt, wobei Farina sich in der Art des Beiseitesprechens an das Publikum wendet. Regisseur Wolfgang Liebeneiner wandte dabei die Methode der subjektiven Kamera an. Farina selbst tritt in diesen Rückblenden nicht auf, da seine Person durch die Kamera ersetzt wird. Dabei werden die Worte seiner Dialogpartner von Farina nachgesprochen, wobei er ihre Stimmen imitiert.
  • Am Schluss des Filmes wird nicht der übliche Ende-Titel eingeblendet; vielmehr fällt ein Kronleuchter von der Decke, es wird dunkel und man hört die Worte „Alles ist aus!“.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde von Mitte Januar bis 22. Februar 1939 in der Ufastadt Babelsberg gedreht.[1]

Die Voraufführung fand am 3. April 1939 auf dem KdF-Schiff Robert Ley während dessen Jungfernfahrt statt. Eigentliche Uraufführung war am 4. April 1939 in Magdeburg. In Berlin kam der Film erstmals am 18. April 1939 im Gloria-Palast zur Aufführung.

Herti Kirchner, die Darstellerin der Helene, starb nur vier Wochen nach der Premiere des Films bei einem Autounfall.

AuszeichnungenBearbeiten

KritikenBearbeiten

  • Eine zeitgenössische Kritik lautete: „Der Film ist ganz auf Wirkung gemacht, die komischen Situationen lösen sich ohne Pause ab, die Pointen hageln wie Maschinengewehrfeuer, und das Ganze verbindet eine wirksame Idee. In der Rolle des Bräutigams zog Rühmann alle Register seines komischen Talentes…“[2]

LiteraturBearbeiten

  • Eugène Labiche: Ein Florentinerhut (Originaltitel: Un chapeau de paille d’Italie). Deutsch von Eva Rechel-Mertens. Rowohlt Theater-Verlag, Reinbek bei Hamburg ca. 1977, 212 S.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen FilmCarl Hoffmann
  2. Das große Heinz Rühmann Buch, S. 77
  3. Der Florentiner Hut. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 23. August 2017.