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Tarthun ist ein Ortsteil der Gemeinde Bördeaue im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Tarthun
Gemeinde Bördeaue
Wappen von Tarthun
Koordinaten: 51° 55′ 50″ N, 11° 28′ 22″ O
Höhe: 67 m ü. NN
Fläche: 8,62 km²
Einwohner: 763 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39435
Vorwahl: 039268

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Der von der Landwirtschaft geprägte Ort liegt an der Bode etwa 25 Kilometer südlich von Magdeburg.

 
Tarthun, Luftaufnahme (2019)

GeschichteBearbeiten

Die Gründung des Ortes geht auf die Grafen von Hadmersleben zurück. Die bedeutendsten Denkmäler der Gemeinde sind die Dorfkirche St. Johannis aus dem 13. Jahrhundert, der Klosterhof aus dem 14. Jahrhundert sowie zwei Taubentürme vom Beginn des 18. Jahrhunderts.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsgefangene als NS-Zwangsarbeiter in den Ort verschleppt. Sie mussten im örtlichen Salzbergwerk, Kalibergwerk Schächte 4 und 6, beim unterirdischen Bau von Heinkel He 162 für die Organisation Todt, OT, arbeiten, Nummerierung dieses Lagers „T 60“, das Projekt hieß im Tarnbegriff „Maulwurf“. Sie arbeiteten dort ebenfalls zwangsweise für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke. Diese Zwangsarbeiter unterlagen dem Unterkommando von Schönebeck (Elbe), einem Außenlager des KZ Buchenwald. Ferner ist ein belgischer Zwangsarbeiter unbekannten Namens („F.“) belegt.[1]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Tarthun und Unseburg zur neuen Gemeinde Bördeaue zusammen.[2]

GedenkstättenBearbeiten

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Tarthun war Peter Fries (CDU).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein Taubenturm mit blauem Pfeiler, silbernem Fachwerkhäuschen mit schwarzen Balken und Stützbögen und blauem Zeltdach, bekrönt von einer gestielten blauen Kugel.“

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Es zeigt den historischen und denkmalgeschützten Taubenturm von Tarthun.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Tarthun ist eine blaue Flagge mit dem aufgelegten Wappen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tarthun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hélène Jeanty Raven: Without frontiers. TB Hodder & Stoughton, London 1966, S. 211 (zuerst 1960). Foto des Todt-Stollens im Lemma Heinkel He 162
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010