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Sylvia Mathews Burwell

US-amerikanische Politikerin, 22. Gesundheitsministerin der Vereinigten Staaten
Sylvia Mathews Burwell

Sylvia Mary Mathews Burwell (* 23. Juni 1965 in Hinton, West Virginia) ist eine US-amerikanische Politikerin und seit 2017 die erste weibliche Präsidentin der American University.

Davor war sie von 2014 bis 2017 die 22. Gesundheitsministerin der Vereinigten Staaten. 2013–2014 bekleidete sie das Amt der Direktorin des Office of Management and Budget.

Seit Januar 2012 war sie Präsidentin der Walmart-Foundation[1] und davor Präsidentin des globalen Entwicklungsprogramms der Bill & Melinda Gates Foundation. Dabei konzentrierte sich ihr Programm auf die Bekämpfung der weltweiten Armut durch Entwicklung der Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen für die Armen und globale Bibliotheken. Sie war vor der Umstrukturierung der Foundation 2006 Chief Operating Officer und Executive Director. Sie kam 2001 zur Foundation, nachdem sie seit 1998 stellvertretende Direktorin des Office of Management and Budget in Washington, D.C. gewesen war.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

HerkunftBearbeiten

Mathews wuchs in ihrer Geburtsstadt Hinton in West Virginia auf. Sie ist die Tochter von Cleo (geborene Maroudas) Mathews, eine frühere Bürgermeisterin von Hinton, und Dr. William Peter Mathews, einem Optiker im Ruhestand.[2] Ihre Großeltern mütterlicherseits, Vasiliki (Mpakares) und Dennis N. Maroudas, waren, ebenso wie ihre Großeltern väterlicherseits, griechische Einwanderer.[3][4][5]

Ausbildung und KarrierebeginnBearbeiten

1982 war sie Austauschstudentin von Youth For Understanding in Japan. Noch während ihrer Zeit am College arbeitete sie als Praktikantin für Nick Rahall, einem Kongressabgeordneten aus West Virginia, als Helferin des Gouverneurs von Massachusetts, Michael Dukakis, im Präsidentschaftswahlkampf von Dukakis und Lloyd Bentsen 1988 und später im Wahlkampf für Bill Clinton und Al Gore.

Sie war von 1990 bis 1992 Beraterin bei McKinsey & Company. Danach arbeitete sie 1993 bis 1995 für den Nationalen Wirtschaftsrat. 1995 bis 1997 war sie Stabschefin des Finanzministers Robert Rubin. Mathews diente 1997 bis 1998 gemeinsam mit John Podesta Präsident Bill Clinton als stellvertretende Stabschefin des Weißen Hauses. 1998 wechselte Burwell zum Office of Management and Budget, wo sie Stellvertreterin Jacob Lews wurde und bis 2001 blieb.

Sie ist Mitglied des Medicine Board der University of Washington, des Pacific Council on International Policy, der Aspen Strategy Group und der Nike Foundation Advisory Group.

Mathews verfügt über einen Bachelor-Grad cum laude in Verwaltungsrecht (Government) der Harvard University aus dem Jahr 1987 und einen Bachelor-Grad in Philosophie, Politik und Wirtschaft der Oxford University, wo sie ein Rhodes-Stipendium besaß. Sie war ab Januar 2004 Direktorin der Metropolitan Life Insurance Company (MetLife). Sie kehrt oft nach West Virginia und an die West Virginia University für Vorträge zurück, ihr zu Ehren wurde ein Stipendium zur Unterstützung von Studenten der Politikwissenschaft eingerichtet.

KarriereBearbeiten

2005 wurde Mathews durch das Wall Street Journal unter The 50 Women to Watch – 2005 (sinngemäß: 50 Frauen, die man im Auge behalten sollte) gewählt.[4] Sie wurde als mögliche Nachfolgerin von Patty Stonesifer genannt, die angekündigt hatte, als CEO der Gates Foundation 2008 zurückzutreten.[6] Am 12. Mai 2008 gab die Foundation aber bekannt, dass Jeff Raikes, ein leitender Angestellter von Microsoft, die CEO-Stelle übernehmen werde. Wie gemeldet wurde, billigten Mathews und die anderen Präsidenten der Foundation die Ernennung von Raikes.[7] Mathews war während der Zeit des Regierungswechsels zu Obama/Biden die Verantwortliche für die Federal Deposit Insurance Corporation.[8] Im Februar 2007 heiratete sie den Rechtsanwalt Stephen Burwell.[9] Sie haben zwei Kinder.[10]

Direktorin des Office of Management and BudgetBearbeiten

Am 3. März 2013 nominierte sie Präsident Barack Obama als Direktorin des Office of Management and Budget.[11] Eine Bestätigungsanhörung fand am 10. April statt[12] und am 24. April bestätigte der Senat der Vereinigten Staaten Burwell als Leiterin der Behörde mit 96 zu 0 Stimmen.[13]

Während des Government Shutdown im Oktober 2013 verschickte Burwell die E-Mail, die den Prozess der Schließung der Nationalparks, Besucherzentren und sogar der Panda-Cam im National Zoo einleitete. Sie wies die Maßnahmen an, da es keine klare Zeichen gebe, dass der Kongress der Vereinigten Staaten zu einer Einigung kommen werde. In einer Erklärung forderte sie den Kongress auf, schnell zu handeln und zu einer Einigung zu kommen, um den Betrieb der wichtigen öffentlichen Dienste und Programme, die von einem Auslaufen der Mittel beeinträchtigt sind, wiederherstellen zu können.[14]

GesundheitsministerinBearbeiten

Sie wurde nach der am 10. April 2014 erfolgten Rücktrittserklärung von Kathleen Sebelius am nächsten Tag durch Präsident Barack Obama für das Amt der Gesundheitsministerin nominiert. Burwells Nominierung wurde am 5. Juni 2014 durch den Senat mit 78 zu 17 Stimmen bestätigt.[15][16] Sie übernahm am 5. Juni offiziell das Amt[17] und wurde am 9. Juni vereidigt.[18] Am 9. Oktober 2014 hielt sie eine Pressekonferenz zur Reaktion der Regierung auf die Ebola-Viruskrankheit und die jährliche Einschreibungsperiode zur Krankenversicherung ab.[19]

Ihre Amtszeit endete mit der Übernahme der Präsidentschaft durch Donald Trump am 20. Januar 2017.

American UniversityBearbeiten

Weniger als eine Woche später gab die American University bekannt, dass Burwell die nächste Universitätspräsidentin wird.[20][21] Sie trat am 1. Juni 2017 ihre neue Position an[22] und wurde damit nach 14 männlichen Vorgängern die erste Präsidentin der Universität.[21]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Walmart Foundation Names New President. news.walmart.com. 14. Oktober 2011.
  2. Beckley Post-Herald › 11 February 1958 › Page 5. Newspapers.com. 11. Februar 1958. Abgerufen am 14. April 2014.
  3. Sarah Plummer: Obama taps Hinton native for budget chief. Register-herald.com: The Register-Herald, Beckley, West Virginia. 5. März 2013. Abgerufen am 22. Februar 2016.
  4. a b David M. Kinchen: Hinton Native Sylvia Mathews Named One of World’s 50 Women to Watch by Wall Street Journal. Huntington News Network. 5. November 2005.
  5. Outstanding Young Women of America – Google Books. Books.google.ca, (Abgerufen am 14. April 2014).
  6. Stephanie Strom: Gates Foundation Head to Leave Longtime Post. In: The New York Times, 7. Februar 2008. 
  7. Ben Gose: Gates Foundation Picks Microsoft Veteran as New CEO. philanthropy.com. 12. Mai 2008.
  8. Economics and International Trade Team Leads. change.gov. Archiviert vom Original am 20. Januar 2009.
  9. Q&A | Sylvia M. Mathews, president of the Gates Foundation Global Development Program, seattletimes.com. 17. März 2007. 
  10. OMB Leadership. Abgerufen am 10. April 2014.
  11. Mollie Reilly: Sylvia Mathews Burwell To Be Nominated As White House Budget Chief: Sources, Huffington Post. 3. März 2013. Abgerufen am 13. März 2013. 
  12. Nomination of Honorable Sylvia Mathews Burwell, of West Virginia, to be Director of the Office of Management and Budget: Hearing before the Committee on the Budget, United States Senate, One Hundred Thirteenth Congress, First Session, April 10, 2013
  13. Congressional Record, Vol. 159, No. 57. (PDF; 1,6 MB) In: Senate.gov. 24. April 2014, S. 140, abgerufen am 17. Mai 2019.
  14. Shutdown begins, federal agencies close. TheHill. Abgerufen am 14. April 2014.
  15. Budget Chief Is Choice as New Health Secretary
  16. Mark Memmott: 'I Knew It Wouldn't Be Easy,' Outgoing Health Secretary Sebelius Says : The Two-Way. NPR. Abgerufen am 14. April 2014.
  17. Senate confirms Burwell as new secretary of HHS. In: Washington Post, 5. Juni 2014. 
  18. Secretary of Health and Human Services: Sylvia Mathews Burwell. Department of Health and Human Services. Abgerufen am 10. Juni 2014.
  19. Secretary Burwell on Health Care Policy. In: C-SPAN. 9. Oktober 2014, abgerufen am 10. Januar 2016.
  20. Nick Anderson: American University names new president: Obama Cabinet member Sylvia Mathews Burwell. 26. Januar 2017. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  21. a b Former HHS Secretary Burwell Is American University’s Next President. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  22. Sylvia Mathews Burwell. 2. Juni 2017.

WeblinksBearbeiten