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St. Cyriak (Lehen)

Kirchengebäude in Freiburg im Breisgau
St. Cyriak: Blick auf den Turm
St. Cyriak: Luftaufnahme
Der Hochaltar von 1754
Kanzel von 1754
Orgel von Nikolaus Schuble aus Pfaffenweiler aus dem Jahr 1808

Die katholische Barockkirche St. Cyriak im Freiburger Stadtteil Lehen ist mit ihrem Zwiebelturm und dem Pfarrhaus das Wahrzeichen des Ortes. Die ehemalige Zehntscheuer ist heute Pfarrheim und beherbergt den Cyriaksaal und den offenen Jugendtreff.

Inhaltsverzeichnis

BauBearbeiten

Die Kirche besteht aus einem saalartigen Langhaus mit schmalerem, polygonalem Chor und dem an diesen angebauten dreigeschossigen, ursprünglich gotischen Turm. An der Nordseite des Chores ist ein zweistöckiger Sakristeianbau mit einem Pultdach angefügt. Auf dem zur Kirche gehörenden Friedhof stand seit 1686 ein Beinhaus („bayn heislein“), das heute nicht mehr existiert.

Der Innenraum ist schlicht gehalten und nur durch die Fenster gegliedert. Vom Haupteingang hat man den Blick auf den Haupt- und die beiden Seitenaltäre. Der Hauptaltar zeigt die in den Himmel aufgenommene Gottesmutter Maria, umgeben von der Dreifaltigkeit. Weiße Rosen fallen auf die betend aufschauenden Menschen nieder. Der rechte Seitenaltar zeigt ein Bild des Kirchenpatrons St. Cyriak, der in einer Wolke schwebend die Hand schützend über die Kirche und Häuser Lehens hält. Der linke Seitenaltar zeigt die Abnahme Christi vom Kreuz. Die Kanzel ist von 1754 und in ihrem Stil an die älteren Seitenaltäre angeglichen. Der Taufstein von 1728 ist achtseitig und kelchförmig aufgebaut. An den Wänden des Langhauses befinden sich die 14 Kreuzwegbilder von Dionys Ganter (1798–1862).[1]

GeschichteBearbeiten

Aus dem Jahr 1139 stammt die Ersterwähnung einer Kirche im Besitz des Domstifts Basel, wobei davon auszugehen ist, dass diese Urkunde eine Fälschung aus dem Jahre 1180 ist.[2] Im Jahre 1215 wurde die Lehener Kirche zur Pfarrei erhoben. Die Ursprünge des jetzigen Baus liegen im 13./14. Jahrhundert, wo am selben Platz eine kleinere gotische Kirche stand. Im Innenraum erinnert ein runder Gewölbeschlussstein mit dem Wappen der 1528 ausgestorbenen Adelsfamilie von Ankenreut an die Vorgängerkirche.

Auf Betreiben von Joseph Redhaber, der Pfarrer und Dekan in Lehen war, beschloss die Gemeinde Lehen 1724, die Kirche durch einen Neubau zu ersetzen.[3] Der Neubau wurde durch den Beschluss des Freiburger Gemeinderats von 9. September unterstützt. Die Grundsteinlegung war im Oktober 1724. Die Bauleitung lag bei dem Freiburger Baumeister Gerhard Hauber. Der spätgotische Glockenturm wurde in den Neubau einbezogen, das Glockengeschoss wurde dabei umgebaut und die Turmspitze durch eine barocke Zwiebelhaube ersetzt. Da die Kosten sich auf knapp 3000 Gulden[4], musste anfangs die alte Ausstattung weiter genutzt werden.

Ein neuer Hochaltar wurde im Jahre 1737 durch mehrere Freiburger Künstler geschaffen. Beteiligt waren der Schreiner Johannes M. Stehlin und der Bildhauer S. Blödt. Der Tabernakel wurde von dem Fassmaler F. A. Laubacher und das Altarblatt von Joh. M. Saur geschaffen. Die Orgel von 1740 war sehr wahrscheinlich ein Werk des Freiburger Orgelbauers Johann Georg Fischer. 1754 erfolgte die farbige Fassung des Hochaltars, der Neubau der Kanzel und die Erweiterung Nebenaltäre mit Blindflügeln. 1760 wurden ein neues Chorgestühl und die Statue des „auferstandenen Christus“ hinzugefügt. Die Orgel wurde 1808 durch einen Neubau von Nikolaus Schuble(1770–1816) aus Pfaffenweiler ersetzt, die alte Orgel wurde an die katholische Kirche in Feldkirch verkauft. Von der Schuble-Orgel existiert nur noch das Gehäuse, in das 1965 von der Orgelbaufirma Wilhelm Schwarz & Sohn ein neues Werk eingebaut wurde. Seit 1827 ist der Kirchturm ein Trigonometrischer Punkt. Der Freiburger Maler Dionys Ganter schuf 1842 die vierzehn Tafeln des Kreuzwegs. 1953 und 1967 wurden die Glocken erneuert und erweitert. In den Jahren 1978–1980 erfolgte eine umfangreiche Kirchenrenovierung, bei der im Innenraum alle Altäre, Figuren und Gemälde restauriert und ein neues Kirchengestühl eingebaut wurde. Das Äußere erhielt dabei wieder die ursprüngliche Farbgebung entsprechend einer amtlichen Bauskizze von 1827. Der Auferstehungschristus auf dem Taufstein ist von Anton Xaver Hauser Ratsherr und Zunftmeister in Freiburg. Dieser schuf in dieser Kirche auch die Gallus und die Fridolinstatue des Hochaltars, weitere Skulpturen und die Schnitzereien der Kanzel.

Nach dem dreißigjährigen Krieg gehörte auch Betzenhausen zur Gemeinde St. Cyriak. Dort wurde später die Filialkirche St. Thomas gebaut, die 1938 selbständige Pfarrkirche wurde. Im Rahmen der Umstrukturierung wurde die Seelsorgeeinheit Freiburg West geschaffen, zu der die Gemeinden St. Cyriak in Lehen, Heilige Familie im Stadtteil Mooswald, St. Albert in Bischofslinde und St. Thomas in Betzenhausen in Freiburg gehören.

GlockenBearbeiten

  • 1698 Die kleinste Glocke „Gott zu Ehren fir die gesamte Vogtei zu Lehen“
  • 1698 Michaelsglocke, Ton dis"
  • 1953 Cyriakusglocke, Ton cis";
  • 1968 Christusglocke, Ton gis’ (800 kg/106 cm Ø);
  • 1968 Marienglocke, Ton h’ (460 kg/90 cm Ø)

Stationen des KreuzwegsBearbeiten

Der 14-teilige Kreuzweg in der Kirche von Dionys Ganter aus dem Jahr 1842

WeblinksBearbeiten

  Commons: St. Cyriak (Lehen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Liste der Kulturdenkmale. Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Band 1: Die Bau- und Kunstdenkmale des ehemaligen Kreises Freiburg. Freiburg 1974, S. 198.
  • Hermann Brommer: Lehen. Pfarrkirche St. Cyriak. Schnell & Steiner, München/Zürich 1976.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eine Tafel für die malenden Brüder, abgerufen am 23. Februar 2013
  2. Karl Schmid: Die Zähringer Kirche unter den breisgauischen Besitzungen Basels in der um 1180 auf 1139 gefälschten Papsturkunde. In: Karl Schmid (Hrsg.): Die Zähringer III. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Sigmaringen 1990, S. 281–304.
  3. „wegen der seit einigen Jahren sehr angewachsene Burger- Undt inwohnerschafft nit mehr zuelänglichen Pfarrkirchen Zu Vergrößeren, respve new aufzubauen“.
  4. „Summa Ausgab Geltt New auf Erbawter Kürchen von 2921 Gulden 11 Batzen 3 Pfennig“

Koordinaten: 48° 1′ 2,9″ N, 7° 48′ 6,8″ O