St. Albans (City)

Gemeinde (City) im US-Bundesstaat Vermont

St. Albans[1] ist eine City im Franklin County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten und mit 6918 Einwohnern (nach der Volkszählung von 2010)[2] die weitaus größte Stadt und Verwaltungssitz (Shire Town) des Countys.

St. Albans
Spitzname: Railroad City of Vermont
Historisches Stadtviertel in St. Albans
Historisches Stadtviertel in St. Albans
Lage in Vermont
St. Albans (Vermont)
St. Albans (44° 48′ 41,54″ N, 73° 5′ 4,06″W)
St. Albans
Basisdaten
Gründung: 17. August 1763
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County: Franklin County
Koordinaten: 44° 49′ N, 73° 5′ WKoordinaten: 44° 49′ N, 73° 5′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 6.918 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 252,5 Einwohner je km²
Fläche: 40,1 km² (ca. 15 mi²)
davon 27,4 km² (ca. 11 mi²) Land
Höhe: 121 m
Postleitzahl: 05478
Vorwahl: +1 802
FIPS: 50-61675
GNIS-ID: 1462196
Website: www.StAlbansVT.com
Bürgermeister: Tim Smith (bis 2021)

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

St. Albans liegt an der Saint Albans Bay des Lake Champlain in den westlichen Ausläufern der Green Mountains, etwa 25 Kilometer südlich der kanadischen Grenze. St. Albans ist von der Town St. Albans umgeben.

NachbargemeindenBearbeiten

Alle Entfernungen sind als Luftlinien zwischen den offiziellen Koordinaten der Orte aus der Volkszählung 2010 angegeben.[3]

KlimaBearbeiten

Die mittlere Durchschnittstemperatur in St. Albans liegt zwischen −9,44 °C (15 °Fahrenheit) im Januar und 20,6 °C (69 °Fahrenheit) im Juli. Damit ist der Ort gegenüber dem langjährigen Mittel der USA um etwa 9 Grad kühler. Die Schneefälle zwischen Mitte Oktober und Mitte Mai liegen mit mehr als zwei Metern etwa doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA. Die tägliche Sonnenscheindauer liegt am unteren Rand des Wertespektrums der USA, zwischen September und Mitte Dezember sogar deutlich darunter.[4]

GeschichteBearbeiten

Gegründet 1763, war St. Albans 1795 zum Verwaltungssitz des drei Jahre zuvor eingerichteten Countys ernannt worden. Durch den Waldreichtum der Gegend waren Vermont und die benachbarten Bundesstaaten zu wichtigen Holzlieferanten der florierenden Bauindustrie der USA geworden, was zu einer großen Zahl an Bahnlinien führte, die die Umgebung durchzogen. St. Albans entwickelte sich dabei zum Knotenpunkt verschiedener Bahnlinien, was dem Ort den Beinamen Railroad City of Vermont eintrug.

Am 19. Oktober 1864 kam es hier im Verlauf des Amerikanischen Bürgerkriegs zum nördlichsten Kriegsereignis auf Land, als 21 geflohene Kriegsgefangene der Südstaaten gleichzeitig die drei Banken der Stadt überfielen, 208.000 US$ erbeuteten, Panik verbreiteten und dann über die nahe kanadische Grenze flohen, wo sie verhaftet wurden. Ziel der Aktion war es, die Nordstaaten zu zwingen, ihre Nordgrenze zu schützen und dadurch die Kräfte im Süden zu schwächen; eine Verschlechterung der Beziehungen der Nordstaaten zur neutralen britischen Kolonie Kanada mit möglichen Kriegsfolgen wurde ebenso erhofft. Der Vorfall, bei dem ein Einwohner St. Albans starb und ein weiterer verletzt wurde, ging als St. Albans Raid in die Geschichtsbücher ein.[5] Es gab, entgegen der ursprünglichen Planung der Konföderierten, keine weiteren Vorfälle dieser Art; der Überfall blieb ohne militärische Folgen.

1902 wurde St. Albans zur City erhoben.

Religion und öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Im Ort gibt es acht Kirchengemeinden: je zwei römisch-katholische und methodistische, je eine der Episkopalen, der Nazarener, der Assemblies of God und der United Church of Christ.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Volkszählungsergebnisse[6] – City of St. Albans, Vermont
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990
Einwohner 6239 6381 7588 8020 8037 8552 8806 8082 7308 7339
Jahr 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090
Einwohner 7650 6918

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

St. Albans ist über einen Zubringer an den U.S. Highway 7 angeschlossen; auch der Interstate 89 verläuft am Ortsrand. Zusätzlich ist es der nördliche Endpunkt einer Schnellbahnverbindung („The Vermonter“) der Amtrak bis Philadelphia. Der nächste Flughafen ist der etwa zwanzig Kilometer nördlich gelegene Franklin County State Airport.

Von 1901 bis 1921 hatte St. Albans einen Straßenbahnbetrieb.

MedienBearbeiten

In St. Albans erscheint die Tageszeitung der St. Albans Messenger.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Das Northwestern Medical Center in St. Albans ist das Krankenhaus für die Bewohner der City und der umliegenden Towns.

BildungBearbeiten

St. Albans City gehört mit Fairfield zur Franklin Central Supervisory Union[7] Die Saint Albans City School bietet Schulklassen von Kindergarten bis zum achten Schuljahr.[8]

Die St. Albans Free Library geht zurück auf eine Bibliothek, die aus Northfield stammte. Gegründet im Jahr 1855 unter dem Namen the Vermont Central Railroad Library Association. Sie basiert auf einer Eisenbahn Anleihe in Höhe von $ 1000.[9]

Historische GebäudeBearbeiten

Alle abgebildeten Gebäude sind gelistet im National Register of Historic Places.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • J. Gregory Smith (1818–1891), amerikanischer Politiker und Gouverneur von Vermont
  • Ann Eliza Smith (1819–1905), amerikanische Autorin
  • Edward Curtis Smith (1854–1935), amerikanischer Politiker und Gouverneur von Vermont
  • Eugene Foss (1858–1939), amerikanischer Politiker und Gouverneur von Massachusetts
  • Frank L. Greene (1870–1930), amerikanischer Politiker und Kongressabgeordneter
  • John LeClair (* 1969), amerikanischer Eishockeyspieler

WeblinksBearbeiten

Commons: St. Albans, Vermont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. St. Albans City im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 17. März 2012.
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3. Index of /geo. In: census.gov. Abgerufen am 18. Mai 2019.
  4. St. Albans auf dem Portal City Daty, abgerufen am 15. Mai 2017
  5. Daniel S. Rush & E. Galle Petit, The St. Albans Raiders, Blue & Gray Educ Soc (2008)
  6. Einwohnerzahl 1900–2010 laut Volkszählungsergebnissen
  7. Franklin Central Supervisory Union, abgerufen am 15. Mai 2017
  8. Saint Albans City School, abgerufen am 15. Mai 2017
  9. St. Albans Free Library, abgerufen am 15. Mai 2017