Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Siegfried Budge

Stolperstein für Siegfried Budge
Stolperstein für Ella Budge

Siegfried Budge (geboren 18. Juni 1869 in Frankfurt am Main; gestorben 1. September 1941 in Hamburg) war ein deutscher Jurist und Nationalökonom.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Siegfried Budge wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren, sein Vater war Bankier in Frankfurt. Er war ein Neffe von Henry Budge, der gemeinsam mit seiner Frau Emma Budge als Mäzen bekannt wurde.

Budge absolvierte seine Reifeprüfung am Städtischen Gymnasium in Frankfurt. In den darauffolgenden Jahren studierte er an der Universität Heidelberg, Universität Bonn, Universität Berlin und Universität Marburg Rechtswissenschaften. 1891 folgte sein Referendarexamen, anschließend arbeitete er im praktischen Vorbereitungsjahr am Amtsgericht Bockenheim und am Schwur-, Amts- und Oberlandesgericht Frankfurt. Im Frühjahr 1896 legte er seine große Staatsprüfung ab. Anschließend war er als Rechtsanwalt am Landgericht Frankfurt tätig. Ab 1905 begann er an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften ein Studium in Nationalökonomie.

1912 promovierte Budge bei Karl Diehl an der Universität Freiburg. In den folgenden Jahren war er als Privatgelehrter tätig, daneben wurde er 1916 Vorstandsmitglied der Stiftung seines Onkels Max. 1921 habilitierte er sich an der Stiftungsuniversität Frankfurt, die ihn 1925 zum außerordentlichen Professor für Volkswirtschaftslehre berief. 1933 wurde ihm aufgrund des Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Lehrbefugnis entzogen. Er zog daraufhin nach Hamburg.

Siegfried Budge starb 1941 nach langer Krankheit. Seine Frau Ella Henriette Adelheid Mayer, die er 1897 geheiratet hatte, wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

In Hamburg erinnern seit 2007 zwei Stolpersteine an Siegfried und Ella Budge.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Das Malthus’sche Bevölkerungsgesetz und die theoretische Nationalökonomie der letzten Jahrzehnte. Braun, Karlsruhe 1912 (Dissertation).
  • Der Kapitalprofit. Eine kritische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Theorie Franz Oppenheimers. Fischer, Jena 1920.
  • Grundzüge der theoretischen Nationalökonomie. Fischer, Jena 1925.
  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Ideen und Theorien. In: Fritz Schmidt (Hrsg.): Die Handelshochschule. Bd. 2: Volkswirtschaftslehre. Spaeth & Linde, Berlin 1928, Kap. IV (S. 350–539).
  • Lehre vom Geld (= Grundrisse zum Studium der Nationalökonomie. Bd. 5. Abt. 1: Theorie des Geldes). 2 Halbbände. Fischer, Jena 1931/1933.

LiteraturBearbeiten

  • Vereinigung der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Hochschullehrer: Werdegang und Schriften der Mitglieder. Kölner Verlagsanstalt, Köln 1929, S. 192 f.
  • Renate Heuer, Siegbert Wolf (Hrsg.): Die Juden der Frankfurter Universität. Campus, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-593-35502-7, S. 54 f.
  • Claus-Dieter Krohn: Budge, Siegfried. In: Harald Hagemann, Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933. München : K. G. Saur, 1999, ISBN 3-487-05752-2, S. 99

WeblinksBearbeiten