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Senegal (Fluss)

1086 km langer Strom in Westafrika
Sénégal
Einzugsgebiet des Senegal

Einzugsgebiet des Senegal

Daten
Lage Westafrika
MaliMali Mali
MauretanienMauretanien Mauretanien
SenegalSenegal Senegal
Flusssystem Senegal
Zusammenfluss des Bafing und des Bakoyé bei der Stadt Bafoulabé
13° 48′ 43″ N, 10° 49′ 40″ W
Quellhöhe 92 m
Mündung Atlantischer Ozean bei Saint-LouisKoordinaten: 15° 57′ 50″ N, 16° 30′ 40″ W
15° 57′ 50″ N, 16° 30′ 40″ W
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 92 m
Sohlgefälle 0,08 ‰
Länge 1086 km
Einzugsgebiet 337.000 km²
Abfluss am Pegel Dagana[1]
AEo: 268.000 km²
Lage: 207 km oberhalb der Mündung
NNQ (Min. Monat Ø)
MNQ 1903–1974
MQ 1903–1974
Mq 1903–1974
MHQ 1903–1974
HHQ (Max. Monat Ø)
4 m³/s
18 m³/s
647 m³/s
2,4 l/(s km²)
2060 m³/s
3260 m³/s
Linke Nebenflüsse Falémé, Ferlo
Rechte Nebenflüsse Colombiné, Karakoro, Ghorfa, Gorgol
Mittelstädte Saint-Louis
Kleinstädte Rosso
Der Senegal nahe der Mündung bei Saint Louis

Der Senegal nahe der Mündung bei Saint Louis

Der Senegal ist ein 1086 Kilometer langer Strom in Westafrika. Er wird bereits bei Plinius dem Älteren als Bambotus (aus dem Phönizisch-Hebräischen "behemoth" als Flusspferd-Fluss zu übersetzen) und bei Claudius Ptolemäus als Nias genannt. Das Wort Zenaga für den Namen einer Sprache und einer Volksgruppe, die im südwestlichen Mauretanien zwischen der Atlantikküste und dem unteren Senegal beheimatet ist, kommt etymologisch als Herkunft für den Namen Senegal in Frage.

GeografieBearbeiten

Der Fluss entsteht durch den Zusammenfluss von Bafing und Bakoyé nahe der Stadt Bafoulabé im Südwesten Malis. Auf seinem Lauf nach Nordwesten erreicht er die regenarme Sahelzone und empfängt hier von links und Süden seinen letzten wichtigen Zufluss, den Falémé. Von dessen Einmündung an bildet der Senegal die Grenze zwischen den Ländern Senegal und Mauretanien und mündet bei Saint-Louis in den Atlantik.

Zusammen mit dem Bafing ist der Senegal 1430 Kilometer lang.

Im Mündungsgebiet, einem wichtigen Ort zur Überwinterung für europäische Weißstörche, befindet sich der Nationalpark Parc National de Langue de Barbarie. Das dortige fruchtbare Schwemmland wird zum Anbau von Zuckerrohr, Mais, Hirse und Reis genutzt.

Nebenflüsse und SeitenarmeBearbeiten

Bei Kayes mündet von rechts der Colombiné, gefolgt oberhalb von Bakel vom Oued Karakoro, dem Grenzfluss zwischen Mali und Mauretanien. Bei Bakel selbst mündet von links der Falémé, der Grenzfluss zwischen Mali und Senegal. In Mauretanien gibt es noch zwei nennenswerte Zuflüsse, den Oued Ghorfa bei Maghama und bei Kaédi den Gorgol.

Auf dem senegalesischen linken Ufer erstreckt sich eine zehn bis 20 Kilometer breite Schwemmlandebene, die von unwegsamen Feuchtgebieten und Wasserläufen durchzogen ist. Der Senegal-Strom hat hier nacheinander mehrere Seitenarme ausgebildet: zunächst den Dioulol, gefolgt vom Diamel und vom Doué. Bei Richard Toll mündet von Süden ein wichtiges Seitental, das den Ferlo über den Lac de Guiers mit dem Senegal verbindet.

InselnBearbeiten

Eine Insel von namhafter Größe hat sich in der Schwemmlandebene zwischen dem Hauptstrom und dem Nebenarm Doué gebildet, die Insel Morfil. In dem sogenannten Delta des Senegal-Unterlaufs, oberhalb und unterhalb des Diama-Damms, ist die Insel Biffeche zu finden.

Eine Flussinsel von besonderer historischer Bedeutung ist in Mündungsnähe die Île de Saint-Louis. Sie trägt den historischen Stadtkern von Saint-Louis und ist Ausgangspunkt für den Aufbau des französischen Kolonialreichs von Französisch-Westafrika gewesen. Sie wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt.

HydrmetrieBearbeiten

Die im Jahresverlauf stark schwankende Durchflussmenge des Senegal wurde über 71 Jahren zwischen 1903 und 1974 in Dagana etwa 207 Kilometer vor der Mündung in m³/s gemessen.[1]

 

StaustufenBearbeiten

Der ab 1981 errichtete Diama-Damm verbindet den gleichnamigen senegalesischen Ort mit dem Dorf Keur Massène in Mauretanien. Er liegt in der fruchtbaren Chemama-Überschwemmungsebene auf halbem Weg zwischen Saint-Louis und dem mauretanischen Flusshafen Rosso. Vor dem Bau drang Meerwasser bis zu 150 Kilometer weit flussaufwärts. Nach der Fertigstellung des Dammes wurde dies verhindert, und somit eine Veränderung des Flussbiotops vorgenommen. Der aufgestaute See wird als Trinkwasserreservoir genutzt, aus dem auch die senegalesische Hauptstadt Dakar versorgt wird. Die nun ausbleibenden Überflutungen mit Salzwasser führen zu einer stetigen Verbesserung der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche am Senegalufer. Jahrzehntelang war die versalzte, ausgelaugte Erde zur Nutzung als Ackerland unbrauchbar.

Brücken und FährenBearbeiten

 
Der Pont Faidherbe in Saint Louis

Den Strom queren einige wichtige Verkehrswege in Form von Brücken und Fähren. In Saint Louis, kurz vor der Einmündung in den Atlantischen Ozean befindet sich innerstädtisch der Pont Faidherbe, eine stählerne Fachwerkbrücke. Über den Diama-Damm flussaufwärts ist auf mauretanischer Seite eine nicht asphaltierte Straße angebunden. Bedeutendste Querung zwischen den Staaten Mauretanien und Senegal und im Verlauf von Nationalstraßen ist die Fähre Rosso im gleichnamigen Ort. Die flussaufwärts nächstgelegene Brücke befindet sich hunderte Kilometer weiter in Mali: die Brücke Kayes, die an Stelle einer Furt errichtet wurde.

GalerieBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Senegal-Fluss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Senegal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b GRDC - Der Senegal in Dagana