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Senckenberg Forschungsinstitut

Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main

Das Senckenberg Forschungsinstitut ist eine 1817 gegründete Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main. Es bildet eine organisatorische Einheit mit dem Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main, dem Senckenberg Museum für Naturkunde (Görlitz), den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und dem Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg. Eine wesentliche Aufgabe ist die Biodiversitätsforschung unter dem Motto Die Vielfalt des Lebens beschreiben, verstehen und bewahren. Die Wissenschaftler des Forschungsinstitutes betreuen als Kuratoren die wissenschaftlichen Sammlungen des Forschungsinstituts und werten diese im Rahmen ihrer Forschungsprojekte aus. Auf Forschung- und Sammlungsreisen sowie aus lokalen Projekten (zum Beispiel im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Taunusflora) werden diese Sammlungen durch die Wissenschaftler und freiwilligen Hilfskräfte des Forschungsinstitutes erweitert.

Die Forschungsprojekte gehen weit über die Kernaufgaben eines Forschungsmuseums hinaus, als das sich Senckenberg lange Zeit versteht. Dennoch sind die Wissenschaftler auch weiterhin an der Gestaltung und dem Aufbau der Ausstellungen und der Schausammlung direkt beteiligt: Nachdem sie ein Konzept ausgearbeitet haben, erfolgt dessen Umsetzung unter Mitwirkung von Museumspädagogen, Präparatoren, Grafikern und Marketingspezialisten. Damit wird versucht, die Schausammlungen nah am aktuellen wissenschaftlichen Stand zu halten und zugleich ansprechend und pädagogisch durchdacht zu präsentieren.

Seit 2006 ist Senckenberg am Meer an der Erkundung des Deutschen Ressourcen-Forschungsgebietes im Pazifik (Clarion-Clipperton-Bruchzone) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beteiligt. Ziel ist es, dort später mineralische Ressourcen wie Mangan und Edelmetalle im Tiefseebergbau abzubauen.

Das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Sein derzeitiger Generaldirektor ist Volker Mosbrugger.

Messel-Fossil: Masillamys, eines der ältesten Nagetiere der Erdgeschichte
Messel-Fossil: Kopidodon macrognatus mit buschigem Schwanz.

Zum Forschungsinstitut gehören neben den drei Museen u. a. auch Forschungsstationen in Wilhelmshaven (Meeresforschung, seit 1928), Weimar (Forschungsstation für Quartärpaläontologie, gegründet 1962), in der Grube Messel (paläontologische Forschung, seit 1983) und in Gelnhausen (Limnologie und Naturschutzforschung, seit 2006). Beteiligt ist das Institut auch am Forschungsprojekt The Role of Culture in Early Expansions of Humans.

In Frankfurt soll bis 2017 sowohl das bisherige Universitätshauptgebäude als auch das Gebäude des Physikalischen Vereins saniert und auf Dauer vom Forschungsinstitut genutzt werden.

Das Senckenberg Forschungsinstitut ist Mitglied von BioFrankfurt, dem Netzwerk für Biodiversität.

Forschungsprojekte und SammlungenBearbeiten

Die Wissenschaftler des Forschungsinstitutes Senckenberg betreuen jeweils spezielle Sammlungen aus den Bereichen Zoologie, Botanik, Geologie und Paläontologie. Jeder Sammlung sind ein Wissenschaftler als Sektionsleiter sowie ein oder mehrere technische Mitarbeiter zugeordnet. Forschungsschwerpunkte sind insbesondere:

Senckenberg am MeerBearbeiten

Bereits 1928 wurde die Außenstelle des Museums in Wilhelmshaven durch Rudolf Richter gegründet. Senckenberg am Meer ist das nördlichste Institut des Senckenberg-Verbundes und besteht aus zwei Abteilungen: der Meeresforschung und dem Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB). Leiter der Außenstelle ist André Freiwald. Das ozeanografische Forschungsinstitut kooperiert u. a. mit dem MARUM und dem Institut für Chemie und Biologie des Meeres.

Außenstelle GelnhausenBearbeiten

Seit 1969 gab es in der Lochmühle bei Biebergemünd im Spessart eine Außenstelle des Senckenberg-Forschungsinstituts. Zunächst wurde hier zu den europäischen Mittelgebirgen geforscht, insbesondere über ihre naturräumliche Ausstattung und die unterschiedliche Besiedlung durch Tiere und Pflanzen. In jüngerer Zeit stehen nun Fragen der Gewässerökologie und der Naturschutzforschung im Vordergrund. 2006 zog die Außenstelle nach Gelnhausen um.

Bekannte Wissenschaftler am Senckenberg Forschungsinstitut und NaturmuseumBearbeiten

 
Friedemann Schrenk, November 2007

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten