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Klassifikation nach ICD-10
M75.3 Tendinosis calcarea im Schulterbereich
M76.- Enthesopathien der unteren Extremität mit Ausnahme des Fußes
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Röntgenbild einer Kalkschulter

Der Tendinosis calcarea (auch kalzifizierende Tendinitis oder Sehnenverkalkung) liegen kalkartige Ablagerungen in Sehnen und Sehnenansätzen zugrunde. Sie kommen besonders an der Rotatorenmanschette des Schultergelenkes vor, hier auch als Kalkschulter bezeichnet. Hier ist am häufigsten die Supraspinatussehne betroffen. Weitere häufigere Lokalisationen sind z. B. Patellasehne und Achillessehne, es kann aber prinzipiell auch jede andere Sehne betroffen sein.

Verschiedene Prozesse lösen einen Umbau bzw. eine Ruptur (Sehnenriss) an der Stelle der kalkartigen Ablagerungen aus, in deren Folge entzündliche Vorgänge ablaufen, welche die Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkung hervorrufen.

Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen oder eine Sonographie des betroffenen Gelenks respektive der betroffenen Sehnen gestellt.

Die Behandlung erfolgt durch Gabe entzündungshemmender Medikamente wie Diclofenac oder Injektionen mit Steroiden und Lokalanästhetika. Weiterhin sind Erfolge mit extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) beschrieben. Der IGeL-Monitor des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) bewertet die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei der Kalkschulter nach einer systematischen Literaturrecherche als „unklar“. Es gebe Hinweise auf einen Nutzen, jedoch Belege für geringe Schäden (z. B. Schmerzen während der Behandlung, Rötungen und Blutergüsse). Studien zeigten zwar, dass die Stoßwellentherapie nach vergeblicher konventioneller Therapie die Schmerzen lindere und die Beweglichkeit des Arms verbessere, es sei aber keine einheitliche Aussage darüber möglich, wie groß dieser Nutzen ist.[1] Wichtigste Quellen des IGeL-Monitors sind zwei Übersichtsarbeiten von 2014.[2] Bei Erfolglosigkeit der konservativen Methoden kann die – offen chirurgische oder arthroskopische – operative Entfernung zum Erfolg führen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IGeL-Monitor, Bewertung der Stoßwellentherapie bei der Kalkschulter, abgerufen am 29. April 2019.
  2. Bannuru et al., High-energy extracorporeal shock-wave therapy for treating chronic calcific tendinitis of the shoulder: a systematic review. Annals of Internal Medicine 2014.160(8): 542-549 sowie Louwerens et al., Evidence for minimally invasive therapies in the management of chronic calcific tendinopathyof the rotator cuff: a systematic review and meta-analysis. J Shoulder Elbow Surg. 2014 Aug;23(8):1240-1249. Mehr dazu im Ergebnisbericht der IGeL-Monitor-Bewertung.
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