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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seewald
Seewald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seewald hervorgehoben

Koordinaten: 48° 35′ N, 8° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 800 m ü. NHN
Fläche: 58,5 km2
Einwohner: 2134 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72297
Vorwahlen: 07447, 07448
Kfz-Kennzeichen: FDS, HCH, HOR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 073
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wildbader Straße 1
72297 Seewald
Website: www.seewald.eu
Bürgermeister: Gerhard Müller
Lage der Gemeinde Seewald im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild

Seewald ist eine Gemeinde im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Der Ortsteil Erzgrube liegt an der Nagoldtalsperre auf rund 550 m ü. NN. Der höchste Ortsteil, Besenfeld, liegt auf 800 m ü. NN. Über 90 % der Gemarkung sind von Waldflächen bedeckt. Die Schwarzwaldberge auf dem Gemeindegebiet von Seewald erheben sich bis auf 900 m ü. NN.

GewässerBearbeiten

Im Ortsteil Urnagold entspringt die Nagold, in den Wäldern oberhalb von Besenfeld entspringen die Bäche Kalten, Laub und Poppel, welche sich auf der Gemarkung Enzklösterle zur Enz vereinen.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Seewald besteht aus den sieben Ortsteilen Besenfeld (1115 Einwohner) mit Urnagold (21 Einwohner) und Schorrental (westlich der Nagold, 24 Einwohner), Göttelfingen (445 Einwohner) mit Schorrental (östlich der Nagold), Omersbach (nördlich des Kropfbaches) und Morgental, Hochdorf (154 Einwohner) und Omersbach (südlich des Kropfbaches), Erzgrube (166 Einwohner), Allmandle (53 Einwohner), Eisenbach (94 Einwohner) und Schernbach (124 Einwohner) mit insgesamt 16 Dörfern, Weilern, Zinken, Höfen und Häusern. (Stand 31. Dez. 2015)[2] Seewald ist damit eindeutig als Flächengemeinde zu bezeichnen, mit einer großen Gemarkungsfläche.

Die räumlichen Grenzen der Ortsteile sind die der ehemaligen Gemeinden, bzw. im Falle von Allmandle und Eisenbach die bebaute Ortslage dieser Orte. In Seewald ist die Unechte Teilortswahl eingeführt, d. h. das Wahlgebiet bei Gemeinderatswahlen gliedert sich in sechs Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, die identisch sind mit den Ortsteilen mit der Ausnahme, dass die Ortsteile Allmandle und Eisenbach zu einem Wohnbezirk zusammengefasst werden.

Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften sind Seehaus im Ortsteil Besenfeld sowie Glasehusen und Kropfmühle im Ortsteil Göttelfingen.[3][4]

Blick vom Süden über Seewald, links der Ortsteil Besenfeld

GeschichteBearbeiten

Besenfeld entstand im Hochmittelalter als Rodungsort und gehörte im 13. Jahrhundert den Pfalzgrafen von Tübingen. Danach gelangte der Ort an die Grafen von Eberstein, die das Dorf 1421 an die Grafen von Württemberg verkauften. Bis 1807 unterstand Besenfeld dem württembergischen Amt Dornstetten.

Göttelfingen, ebenfalls durch Rodung im Hochmittelalter entstanden, war im späten Mittelalter badisch geworden, ehe es durch Tausch 1603 an Württemberg gelangte. 1778 zerstörte ein Dorfbrand den ganzen Ort. Bis 1811 gehörte Göttelfingen zum württembergischen Amt Altensteig.

Während der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 entstandenen Königreich Württemberg wurden die vier Gemeinden Besenfeld, Erzgrube, Göttelfingen und Hochdorf bis 1812 nach und nach dem Oberamt Freudenstadt unterstellt. Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangten die Ortschaften 1938 zum Landkreis Freudenstadt. 1945 wurde das Gebiet Teil der französischen Besatzungszone und erfuhr somit 1947 die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

GemeindefusionenBearbeiten

Am 1. Dezember 1971 vereinigten sich Erzgrube, Göttelfingen und Hochdorf zur neuen Gemeinde Seewald.[5] Mit dieser fusionierte Besenfeld am 1. Januar 1975 zur heutigen Gemeinde Seewald.[6]

ReligionenBearbeiten

Seit der Reformation ist Seewald evangelisch geprägt. Heute besteht je eine evangelische Gemeinde in Besenfeld und Göttelfingen, die zur Verbundkirchengemeinde Seewald zusammengefasst sind. In Besenfeld gibt es außerdem noch eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde, während in Göttelfingen das örtliche Missionshaus der evangelisch-landeskirchlichen Liebenzeller Gemeinschaft ansässig ist. In Besenfeld betreibt die freikirchliche Brüderbewegung ein Freizeitheim. Die nächstgelegene römisch-katholische Kirche befindet sich in Baiersbronn.

Überregional bekannt wurde der Teilort Göttelfingen, nachdem der örtliche evangelische Pfarrer am 25. Juli 2012 ankündigte, zur Römisch-Katholischen Kirche konvertieren zu wollen und er deswegen am 6. August 2012 von seinem pastoralen Dienst von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg suspendiert wurde. Ungefähr zur selben Zeit erschien von ihm ein Buch mit dem Titel: „Warum werden wir nicht katholisch? - Denkanstöße eines evangelisch-lutherischen Pfarrers.“

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 83,6 % −16,4 13 Sitze ±0
Frauenliste 16,4 % +16,4 2 Sitze +2

Bei der folgenden Wahl am 7. Juni 2009 konnte die Frauenliste ihren Stimmenanteil steigern. Die Sitz- und Stimmenverteilung aufgrund der Wahl:

Vereinigter Seewald 71,7 % −11,9 10 Sitze −3
Frauenliste 28,3 % +11,9 4 Sitze +2

Bei der Wahl am 25. Mai 2014 steigerte die Frauenliste ihren Stimmenanteil erneut. Die aktuelle Sitz- und Stimmenverteilung:

Vereinigter Seewald 63,9 % −7,8 10 Sitze +/-0
Frauenliste 36,1 % +7,8 5 Sitze +1

BürgermeisterBearbeiten

2007 wurde Gerhard Müller unter fünf Bewerbern zum neuen Bürgermeister gewählt. Seine Wiederwahl erfolgte 2015.[7]

Partei Bibeltreuer ChristenBearbeiten

Seewald ist eine Hochburg der Partei Bibeltreuer Christen (PBC), die bei der Bundestagswahl 2005 dort 5,0 % der Zweitstimmen (Bundesdurchschnitt: 0,2 %) erhielt, 2013 allerdings nur noch 1,1 %.[8]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Seewald ist durch die Bundesstraße 294 (BrettenFreiburg im Breisgau) an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

BildungBearbeiten

Seewald verfügt über eine eigene Grundschule im Ortsteil Besenfeld. Der Besuch weiterführender Schulen erfolgt in Freudenstadt. In Besenfeld gibt es auch einen kommunalen Kindergarten, während sich in Göttelfingen ein evangelischer Kindergarten befindet.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der Ortsteil Besenfeld liegt am Mittelweg, einer Fernwanderstrecke, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Die gesamte Gemeinde verfügt über ein großes Netz an Rad- und Wanderwegen. Im Winter werden zahlreiche Loipenkilometer gespurt. Besenfeld ist per Skifernwanderweg an Kaltenbronn und Freudenstadt angeschlossen. Auch sind mehrere Schneeschuhtrails ausgeschildert, welche im Sommer als Nordic-Walking-Strecke genutzt werden können.

 
Seewald Erzgrube

Zudem befindet sich im Ortsteil Erzgrube der Nagoldtalstausee, der vor allem in den Sommermonaten tausende von Besuchern anlockt und damit zu einer der größten Attraktionen im Nördlichen Schwarzwald zählt. Der See staut den im Ortsteil Urnagold entspringenden Fluss Nagold auf einer Länge von etwa drei Kilometern an.

Die Kirche St. Johannes der Täufer in Urnagold war seit dem Mittelalter als Pfarrei zuständig für Besenfeld, Göttelfingen und Hochdorf. 1754 wurde anstelle der alten Wehrkirche ein neuer Kirchenraum an den gotischen Turm gebaut. Im Untergeschoss des Turms befindet sich eine von einem Netzgewölbe überspannte Halle, worin ein alter steinerner Altar steht. Im 19. Jahrhundert entstanden eigene evangelische Pfarreien in Göttelfingen und Hochdorf, so dass die Kirche in Urnagold außer Gebrauch kam, jedoch 1959 renoviert wurde.[9] Nicht weit von der Kirche ist die eingefasste Quelle der Nagold zu finden.

Seit Mai 2008 betreibt die Gemeinde Seewald einen Ruhehain, einen Waldfriedhof für alternative Bestattungsformen unter Bäumen und auf Waldwiesen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Ruth Braun (1919–2012), ehrenamtlich tätige Frau (Bahnhofsmission, Landessynode), wurde in Besenfeld geboren
  • Marie Weitbrecht (1863–1945), Schriftstellerin und Lyrikerin

WeblinksBearbeiten

  Commons: Seewald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. „Seewald – Einwohnerstatistik“
  3. Quellen für den Abschnitt Gemeindegliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 631–633
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Seewald vom 6. Oktober 2003 (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive) (abgerufen am 27. Januar 2014)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 528.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 493.
  7. http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.seewald-gerhard-mueller-bleibt-buergermeister.842b391a-a2ec-411b-bdee-a9a72370f98b.html
  8. http://www.seewald.eu/fileadmin/Dateien/Dateien/Infobox/062-1_Zusammenstellung_Ergebnisse_Bundestagswahl_2013-09-22.pdf
  9. Max Miller, Gerhard Taddey (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands Bd. 6, Baden-Württemberg (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 276). 2. verbesserte und erweiterte Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-520-27602-X, S. 830 f.