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Sea-Eye ist eine deutsche Hilfsorganisation zur Rettung von in Seenot geratenen meist geflüchteten Menschen im Mittelmeer. Sitz der Nichtregierungsorganisation ist Regensburg.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Aus einer Initiative zur Hilfe von Flüchtlingen entstand die Idee zur Gründung der Hilfsorganisation Sea Eye. Unter anderem der Unternehmer Michael Buschheuer gründete 2015 in Regensburg den Verein Sea Eye e.V. Der Verein kaufte den 26 Meter langen, ehemaligen Fischkutter „Sternhai“ aus Sassnitz (Rügen) und baute das hochseetaugliche Schiff für die Seenotrettung um. Das Schiff fährt heute unter dem Namen „Sea-Eye“ für die Organisation. Das baugleiche Schwesterschiff ist der ehemalige Fischkutter „Heringshai“. Nach der Wende wurde dieses Schiff von privaten Eignern als Forschungs- und Traditionsschiff gepflegt und in Stand gehalten. Als „Seefuchs“ wird dieses Schiff auch seit März 2017 zur Seenotrettung im Mittelmeer eingesetzt. Zusätzlich besaß Sea-Eye das Festrumpfschlauchboot „Ribtec 1200 Cabin RIB“. Das mit zwei innenliegend ausgestattete Dieselmotoren bestückte Schiff erreicht bis zu 45 Knoten (83 km/h). Es befindet sich derzeit im Besitz der Libyschen Küstenwache.[1]; Sea-Eye teilte am 11. August 2017 mit, die Crew der „Sea-Eye“ sei von der EU-Krisenbewältigungsoperation „Sophia“ aufgefordert worden, dem Schiff „C-Star“ zu Hilfe zu eilen. Das Schiff hatte einen Maschinenschaden und sei manövrierunfähig. Das ehemalige Forschungsschiff war zu dieser Zeit von der rechtsextremen Identitären Bewegung für eine Aktion gegen die Rettung von Flüchtlingen gechartert worden. Da der Kutter Sea-Eye von der C-Star am wenigsten entfernt war, bekam sie von der MRCC Rom den Auftrag zur Hilfe. „In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist – unterschiedslos zu seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung“, erklärte Sea-Eye-Gründer Buschheuer.[2] Sea Eye erklärte Anfang August 2017 die Fortsetzung seiner Rettungsaktionen vor der libyschen Küste sei unter den aktuellen Umständen „nicht möglich“ und gegenüber den Crews nicht mehr zu verantworten.[3][4]

Im September 2017 beschloss Sea-Eye, wieder Rettungsaktionen im Mittelmeer durchzuführen.[5][6]

RettungseinsätzeBearbeiten

Das Schiff des Vereins stehen zur Hilfe für Seenotfälle vor der libyschen Küste bereit. Sie leisten Erste Hilfe, versorgen die Flüchtenden mit Schwimmwesten und Wasser. Die Schiffe haben eine kleine Krankenstation an Bord. Das Festrumpfschlauchboot „Speedy“ wurde nach Angaben von Sea-Eye am 9. September 2016 von der Libyschen Küstenwache in Besitz genommen und befindet sich seither an einem unbekannten Ort in Libyen.[1] Sea-Eye rettete nach eigenen Angaben seit Beginn ihrer Einsätze im April 2016 rund 12.000 Menschen. Mehrere hundert ehrenamtliche Helfer arbeiteten bis zum Stopp der Missionen im August 2017 auf den beiden Schiffen „Sea-Eye“ und „Seefuchs“.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Die Schiffe. In: sea-eye.org. 6. November 2015 (sea-eye.org [abgerufen am 15. August 2017]).
  2. Oberpfalz Medien – Der Neue Tag: Rechtsextreme in Seenot: Flüchtlingshelfer eilen zu Hilfe. In: onetz.de. (onetz.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  3. a b n-tv Nachrichtenfernsehen: Sea-Eye rettet keine Flüchtlinge mehr. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  4. Hilfsorganisation Sea-Eye: „Wir hinterlassen eine tödliche Lücke im Mittelmeer“. In: Die Zeit. 13. August 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  5. Sea-Eye nimmt Rettungsmission wieder auf. In: Spiegel Online. 9. September 2017; abgerufen am 27. Oktober 2017.
  6. „Sea-Eye“ ist wieder im Rettungseinsatz. In: Zeit Online. 10. September 2017; abgerufen am 27. Oktober 2017.

WeblinksBearbeiten