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Schwegen (niederdeutsch Swegen) ist eine Ortschaft im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven und gehört zu den 21 Ortschaften der Einheitsgemeinde Loxstedt.

Schwegen
Gemeinde Loxstedt
Wappen von Schwegen
Koordinaten: 53° 24′ 16″ N, 8° 36′ 1″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 1,86 km²[1]
Einwohner: 227 (30. Jun. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 15. Juli 1968
Eingemeindet nach: Stotel
Postleitzahl: 27612
Vorwahl: 04744
Schwegen (Niedersachsen)
Schwegen

Lage von Schwegen in Niedersachsen

Schwegen in der Gemeinde Loxstedt
Schwegen in der Gemeinde Loxstedt

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Schwegen liegt an der südlichen Gemeindegrenze und wird durch den kleinen Fluss Drepte begrenzt.

NachbarorteBearbeiten

Gemarkung Landwürden Holte Hahnenknoop
Neuenlande  
Rechtenfleth
(Hagen im Bremischen)
Driftsethe
(Hagen im Bremischen)
Bramstedt
(Hagen im Bremischen)

GeschichteBearbeiten

Bodenfunde aus der mittleren Steinzeit deuten auf Besiedlung dieser Gegend hin. Es wurde ein Urnenfriedhof mit Schriftzeichen der alten Germanen entdeckt. Auch eine frühgeschichtliche Feuerstelle wurde gefunden.

Der ursprüngliche Ort Schwegen dürfte im 12. Jahrhundert entstanden sein. Damals gehörte die Gegend zur Grafschaft Stotel. Im Geldregister des Amtes Hagen werden 1580 zwei herrschaftliche Meierhöfe genannt. Der Name Schwegen „sweiga“ wird aus dem friesischen hergeleitet und bedeutet „Viehhof mit dazugehörigem Weideplatz“.

Ein gefundenes Ritterschwert von 1200 bis 1400 lässt vermuten, dass das Schwert aus der Schlacht vom 26. Juni 1233 stammt, die zwischen dem Erzbischof Gerhard I. von Bremen und den Osterstadern stattfand. Das Schwert befindet sich im Focke-Museum in Bremen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 15. Juli 1968 wurde Schwegen nach Stotel eingemeindet. Zur Gebietsreform in Niedersachsen, am 1. März 1974, wurde die Gemeinde Stotel aufgelöst und beide Orte wurden Ortsteile der neugebildeten Einheitsgemeinde Loxstedt.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1910 47 [4]
1925 42 [5]
1933 39 [5]
1939 40 [5]
1950 71 [1]
2010 2190 [6]
2011 2200 [6]
2012 2120 [6]
Jahr Einwohner Quelle
2013 218 [6]
2014 223 [7]
2015 227 [7]
2016 226 [7]
2017 216 [2]
2018 234 [2]
2019 114 [2]
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PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Schwegen vom Loxstedter Gemeinderat vertreten.

Aktueller OrtsvorsteherBearbeiten

Der Ortsvorsteher von Schwegen ist Kuno Kück (CDU).[8]

Geschichte des ersten OrtsvorstehersBearbeiten

Am 2. Juli 1974 wurde Ernst-Aubert Danne zum Ortsvorsteher bestimmt. Im Jahre 1976 wurde Herr Danne in den Loxstedter Gemeinderat gewählt und war 20 Jahre als Mitglied in den Ausschüssen für Feuerwehr- und Sportangelegenheiten tätig. In der Zeit von 1981 bis 1986 übte er das Amt des 1. Stellvertretenden Bürgermeisters aus.

Im Mai 2006 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. Diese Auszeichnung erhielt er für seine dreißigjährige Arbeit als Ortsvorsteher, seiner Ratsmitgliedschaft in Loxstedt und seine Arbeit in den Ausschüssen der Sportvereine und Feuerwehren, sowie für weitere Verdienste für die Öffentlichkeit.

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Schwegener Kommunalwappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[9]

Blasonierung:Gespalten, vorn in Rot ein goldener Bischofsstab, hinten in Silber eine rote Moltebeere an grünen Stiel mit grünem stilisierten, fünflappigen Blatt.“[9]
Wappenbegründung: Der Bischofsstab erinnert daran, dass Schwegen 1248 vom Grafen Gerbert von Stotel dem Erzbischof Gerhard II. von Bremen verkauft worden ist. Die in Deutschland seltene Moltebeere kommt als eiszeitliches Relikt in der Gemeinde vor und steht dort unter Naturschutz.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmaleBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Schwegen

Vereine und VerbändeBearbeiten

  • Die Freiwillige Feuerwehr Schwegen wurde 1933 gegründet und sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere auf örtlicher Ebene.
  • Der Turn- und Sportverein Langendammsmoor e. V. wurde 1925 gegründet und trägt wesentlich zu den Aktivitäten in der Ortschaft bei. Folgende Sparten werden durchgeführt: Damengymnastik, Jazzdance, Fitnessgruppe, Fußball, Tischtennis, Märchenaufführungen von Kindern und die Speeldeel Langendammsmoor.
  • Der Schützenverein Neuenlandermoor e. V. wurde 1926 gegründet und hat schon mit vielen Ehrungen und Urkunden auf sich aufmerksam gemacht. Mit vielen Veranstaltungen im Jahresrhythmus trägt der Verein zum Dorfgeschehen bei.

Die örtlichen Vereine und die Freiwillige Feuerwehr begannen 1977 sich für die Gemeinsamkeiten innerhalb der Ortschaft zu arrangieren. Sie tragen einen wesentlichen Anteil zu gemeinsamen Feiern und Aktivitäten bei.

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Neun landwirtschaftliche Betriebe prägen die Ortschaft. Ein Betrieb betreibt ein Lohnunternehmen für die Landwirtschaft sowie die Schneeräumung im Hafengebiet von Bremerhaven.

Ein Meisterbetrieb für Heizung-, Sanitär- und Abwassertechnik ist ansässig. Ebenso eine Zimmerei für die Montage von Dachstühlen und Fachwerkhäusern, sowie den Innenausbau mit Holzdecken und Vertäfelungen. Eine Tischlerei für Treppenbau und Möbelanfertigung und ein Landschaftsgärtner mit Baumschulverkauf sind vorhanden. Eine Gaststätte im Ort bietet mit dem Saalbetrieb die Ausrichtung von Familienfeiern an.

VerkehrBearbeiten

Die Ortschaft wird durch die Kreisstraße 54, die von der Landesstraße 135 südwestlich abbiegt, erschlossen. Die Ortsteile Krehlen, Langendammsmoor und Neuenlandermoor mit Kluster werden von der Bundesautobahn 27 durchschnitten und die Straße führt über eine Brücke in den Ortsteil Schwegen. Nach Reepen führt ein kleiner Wirtschaftsweg. Nach Bramstedtermoor gelangt man ebenfalls auf einem Wirtschaftsweg. Die Weiterführung der Kreisstraße durch die Ortschaft Büttel ermöglicht eine Durchfahrt durch den Wesertunnel zur Gemeinde Stadland und bei Holte eine Auffahrt auf die Bundesautobahn 27.

Innerhalb der Ortschaft gibt es keine Verkehrsanbindung durch öffentliche Verkehrsmittel. Es verkehren nur Schulbusse. Der nächste öffentliche Busverkehr befindet sich an der Landesstraße 135 bei Hahnenknoop in Richtung Bremerhaven und Hagen.

BildungBearbeiten

In der Ortschaft befinden sich keine Schule mehr. Die Grundschule befindet sich in Stotel, weiterführende Schulen in Loxstedt. Die Geschichte des Schulwesens soll hier dennoch dargestellt werden.

Nachzuweisen ist der Schulunterricht für die ansässigen Kinder ab dem Jahre 1839 im Privathaus des Carl Bohle in Neuenlandermoor. Im Jahre 1849 wurde ein Schulhaus erworben und 1891 ein Schulsaal gebaut. Viele Lehrer unterrichteten nacheinander in dem einklassigen Raum. Um 1900 drückten in der Klasse 56 Kinder die Schulbank. Um 1964 waren es nur noch 39 Schulkinder. Im Jahre 1967 wurde die hiesige Schule geschlossen. Seitdem fahren die Kinder mit dem Schulbus nach Stotel und Loxstedt.

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 15. März 2019] S. 18).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwegen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 52, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 27. April 2019] Landkreis Wesermünde, S. 61).
  2. a b c d Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 30. Juni 2019, abgerufen am 4. September 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 13. April 2019.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (→ Siehe unter: Nr. 75). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b c d Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt 2010–2013. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 31. Dezember 2013, archiviert vom Original am 8. März 2014; abgerufen am 4. September 2019.
  7. a b c Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt 2014–2017. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 30. Juni 2017, archiviert vom Original am 6. September 2017; abgerufen am 4. September 2019.
  8. Ortsvorsteher von Schwegen. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 13. April 2019.
  9. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.