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Schloss Stolberg

Schloss in Deutschland
Schloss Stolberg

Schloss Stolberg ist ein Schloss in Stolberg (Harz) aus dem 13. Jahrhundert und steht auf einem nach drei Seiten abfallenden Berg oberhalb der Stadt.

Seit 2002 zählt es zum Eigentum der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die es mit ihren Mitteln komplett restauriert und saniert.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Stolberg (oben links) über dem mittelalterlichen Ort;
Stereoskopie Nr. 659 als Ansichtskarte, Verlag Knackstedt & Näther, um 1900
 
Deckengemälde auf Schloss Stolberg
 
Altar (1667)
Stifter: Johann Martin zu Stolberg

Sein ältester Bauteil, der Rundturm, stammt aus der Zeit um 1200, die neueren Teile wurden im Stil der Renaissance zwischen 1539 und 1547 nach den Plänen von Andreas Günther erbaut. Im Südostflügel befinden sich das klassizistische Große Empfangszimmer und der Rote Saal nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss durch Umbauten zwischen 1690 und 1700. Dabei wurden die ehemaligen Wehranlagen in Gärten umgewandelt. Im 19. und 20. Jahrhundert erhielten die Räume im Obergeschoss historistische Neuausstattungen. Bis zur Enteignung 1945 befand sich das Schloss im Besitz der Familie Fürst zu Stolberg-Stolberg.

Ab 1947 wurde das Schloss als FDGB-Ferienheim genutzt. Für diesen Zweck ausgeführte Umbauten sowie zahlreiche Gäste hinterließen umfangreiche Spuren in Bausubstanz und Erscheinungsbild des Inneren der Anlage. 1990 ging das Schloss in den Besitz der Treuhand über und stand anschließend leer. Ein Privatinvestor erwarb es 1993, um dort ein Hotel zu eröffnen. Unzulängliche Dachsanierungsarbeiten verursachten in der Folge Feuchtigkeits- und Schwammschäden.[1] Nachdem das Hotelprojekt 1994 gescheitert war, stand Schloss Stolberg erneut leer und drohte völlig verlorenzugehen. Ende 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nach einer Vereinbarung mit dem Land Sachsen-Anhalt das Bauwerk. Die Bausubstanz wurde notgesichert und allmählich saniert.

Seit März 2008 ist das Schloss zu Teilen wieder der Öffentlichkeit zugänglich und wird als touristisches Zentrum und „Haus des Gastes“ sowie als Museum genutzt.[2] Dieses sorgt gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für eine dauerhafte Pflege und Sicherung des Denkmals. Die Schlosskapelle konnte 2009 wieder eingeweiht werden und seit 2010 sind der Schlossgarten und der Südflügel wieder zugänglich. Der Schlossgarten wurde im Rahmen des Tourismusprojekts Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt als eine der herausragenden Anlagen des Landes ausgezeichnet.

Bis 2008 wurden ca. 12 Millionen Euro Fördermittel des Bundes, des Landes Sachsen-Anhalt, der Europäischen Union, der Stadt Stolberg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur Instandsetzung der Bauten eingesetzt. An diesem großartigen Projekt beteiligen sich die Ritter von Kempski Privathotels mit der Einrichtung und dem Betrieb eines Event- und Tagungshotels.[3]

LiteraturBearbeiten

  • STOLBERG 1210–2010: Zur Achthundertjährigen Geschichte des Geschlechts. Verlag Janos Stekovics, Dößel (Saalelandkreis) 2010, ISBN 978-3-89923-252-3.

FilmBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten