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Schlacht bei Emmendingen
Erzherzog Karl mit seinem Stab
Erzherzog Karl mit seinem Stab
Datum 19. Oktober 1796
Ort Emmendingen
Ausgang Österreichischer Sieg
Konfliktparteien

Frankreich 1804Erstes Kaiserreich Frankreich

Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Österreich

Befehlshaber

Général de division Moreau

Reichsfeldmarschall Erzherzog Karl von Österreich-Teschen

Truppenstärke
etwa 32.000 etwa 24.500
Verluste

1000 Gefallene und Verwundete, mehrere hundert Gefangene

1000 Gefallene und Verwundete

Die Schlacht bei Emmendingen fand am 19. Oktober 1796 während des Feldzuges der französischen Rhein- und Moselarmee unter ihrem Befehlshaber Jean Victor Marie Moreau in Deutschland und den Truppen des Reichsfeldmarschalls Erzherzog Karl von Österreich-Teschen bei Emmendingen statt. Es handelte sich um ein zweitrangiges Gefecht, da sich die Franzosen bereits im vollen Rückzug befanden und sie in der Absetzbewegung angegriffen wurden.

VorgeschichteBearbeiten

Während des Feldzuges in Deutschland trafen die französischen Rhein und Mosel-Armee und die Sambre und Maas-Armee unter Jean-Baptiste Jourdan auf die kaiserlichen Truppen unter dem Kommando von Karl von Österreich-Teschen. Karl ließ ein Korps von 30.000 Mann unter dem Kommando von Feldzeugmeister Baillet-Latour gegen die Rhein und Mosel-Armee aufmarschieren und wandte sich selbst gegen die, durch den Schwarzwald auf den Rhein zurückgehende Sambre-Maas-Armee.

Die Armee Moreau setzte derweil seinen geplanten Weg auf München fort und erreichte Rain am Lech. Hier erfuhr von der Niederlage Jourdans in der Schlacht bei Amberg und in der Schlacht um Würzburg. Als er erkannte, dass Erzherzog Karl in das Rheintal marschieren wollte, um ihm in den Rücken zu fallen, entschied Moreau am 19. September, sich quer durch den Schwarzwald zurückzuziehen. Die österreichischen Truppen unter Baillet-Latour, die den Auftrag hatten, Moreau durch ständige Störmanöver aufzuhalten, wurden am 2. Oktober in der Schlacht bei Biberach angegriffen und geschlagen.

Erzherzog Carls Hauptmacht war am 29. September von Schwetzingen über Karlsruhe, Rastatt nach Bühl vorgegangen; am 7. Oktober stand seine Vorhut bei Offenburg. Latours Truppen erreichten am 16. Hornberg und vereinigte sich am 17. Oktober im Lager bei Mahlberg mit der Armee des Erzherzog auf 17.500 Mann und 7000 Reiter.

Die SchlachtBearbeiten

 
Moreaus Marsch durch den Engpass der Hölle im Oktober 1796

Nachdem Moreau den Schwarzwald durchquert hatte, traf seine Armee am 19. Oktober in der Umgebung von Emmendingen ein. Seine Truppen standen auf der Linie RiegelEmmendingenWaldkirch, sein rechter Flügel unter General Ferino deckte die Pässe durch den Schwarzwald gegen die nachfolgenden österreichischen Truppen unter den Generalen Fröhlich und Nauendorf.

Die Franzosen lagen am 19. Oktober morgens in folgende Stellungen: Am linken Flügel unter Desaix sicherte die Division Sainte-Suzanne mit 9 Bataillone und 12 Schwadronen am linken Ufer der Elz bei Riegel. Auf dem rechten Ufer bei Malterdingen lag die Division Beaupuy mit 12 Bataillone und 12 Schwadronen. Im Anschluss nach rechts, wo das Zentrum unter General St. Cyr vor Emmendingen lag, sicherte durch einen Bach getrennt, die Division Duhesme mit 12 Bataillone und 8 Schwadronen. Außen rechts im Elztal von Waldkirch lag die Brigade Girard der Division Ambert, bei Zähringen wurde als Reserve die Brigade Lecourbe versammelt.

Nach Norden war die Kavallerie in der Nähe von Holzhausen konzentriert, die gesamten französischen Stellungen waren etwa 5 Kilometer lang. Das detachierte Korps unter General Ferino hielt mit weiteren 15 Bataillonen und 16 Schwadronen das Höllental und die benachbarten Höhen besetzt. Die einen Rhein-Übergang suchenden Franzosen wurden erst ab 10.00 Uhr vormittags von den verfolgenden Österreichern angegriffen.

  • Die 1. Kolonne unter FML Nauendorf (8 Bataillons, 12 Eskadronen) sollte Waldkirch angreifen.
  • Die 2. Kolonne unter FZM Wartensleben (12,5 Bataillons, 23 Eskadronen) wurde auf Emmendingen angesetzt, sollte die Brücke über die Elz nehmen und die Anhöhen von Landeck und Tennenbach besetzen.
  • Die 3. Kolonne unter FZM Latour (8,5 Bataillons, 15 Eskadronen) hatte über Heimbach und Malterdingen auf Köndringen vorzugehen.
  • Die 4. Kolonne unter FML Fürstenberg (5 Bataillons, 32 Eskadronen) sollte Kenzingen besetzen, und den Gegner zwischen Rust, Cappel und Grafenhausen festhalten.

Als die Österreicher die Höhen von Kollnau besetzten, mussten die Franzosen ihren Angriff vor Bleibach aufgeben und Kollnau und Waldkirch wieder räumen. Nauendorfs Truppen verstärkten die von dem Kandelberg stehenden Truppen und griffen die neue Stellung der Franzosen hinter Waldkirch nochmalig erfolgreich an. Die sich zurückziehend kämpfenden Franzosen verloren während des Treffens etwa 1000 Gefallene und mehrere hundert Gefangene, woraufhin die Österreicher die Schlacht als Sieg deklarierten. Feldzeugmeister von Wartensleben war während der Kämpfe schwer verwundet worden. Die Regierung in Paris ging sogar von einer kompletten Vernichtung der Rhein und Mosel-Armee aus, was sich aber als unbegründet erwies.

FolgenBearbeiten

Nach verlorener Schlacht erkämpfte sich Moreau am 20. Oktober seinen Rückzug hinter die Dreisam. Seinen General Desaix sandte er über Breisach auf der linken Rheinseite nach Kehl. Die Erwartung, dass darauf hin auch der Erzherzog eine namhafte Anzahl Truppen nach Kehl zurückbeordern würde, ging jedoch nicht in Erfüllung, so dass Moreau für die folgenden Kämpfe in eine schwächere Position geriet. Die vereinigten französischen Verbände zogen sich nun weiter nach Süden zurück, um am 22. Oktober eine vorteilhafte Stellung bei Schliengen zu beziehen. Zwischen Basel und Freiburg im Breisgau entwickelte sich am 24. Oktober die Schlacht bei Schliengen, nach der die Franzosen über den Rhein entkommen konnten.

LiteraturBearbeiten

  • Frédéric Hulot: „Le Général Moreau“ Éditeur September 2001, ISBN 2-85704-722-3
  • Digby Smith: „The Greenhill Napoleonic Wars Data Book (Actions and Losses in Personnel, Colours, Standards and Artillery, 1792-1815)“ Éditeur: Greenhill Books 1998, ISBN 1-85367-276-9
  • Heymann: Emmendingen. In: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, 1. Sektion, Teil 34, EM-ENTSTASIS, Leipzig 1840, S. 64–66 Google Digitalisat