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Schönegg bei Pöllau

ehemalige Gemeinde in Österreich

Schönegg bei Pöllau mit 1349 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2018) ist eine ehemalige Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist die Gemeinde seit 2015 mit den Gemeinden Rabenwald, Saifen-Boden, Pöllau und Sonnhofen zusammengeschlossen,[2] die neue Gemeinde führt den Namen Marktgemeinde Pöllau weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[3]

Schönegg bei Pöllau (Ehemalige Gemeinde)
Historisches Wappen von Schönegg bei Pöllau
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Schönegg bei Pöllau (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), Steiermark
Gerichtsbezirk Fürstenfeld
f5
Koordinaten 47° 15′ 21″ N, 15° 50′ 53″ OKoordinaten: 47° 15′ 21″ N, 15° 50′ 53″ Of1
Höhe 587 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 1372 (1. Jänner 2019[1])
Gebäudestand 147 (2001f1)
Fläche 2.656,22 ha (2018)dep1
Postleitzahlenf0 8224, 8225, 8230 Pöllau
Vorwahl +43/3335 (Pöllau)
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 62275
Zählsprengel/ -bezirk Winzendorf, Schönau bei Pöllau, Hinteregg (62275 004, 005, 006)
Bild
Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Gemeinde 1969–2014, seit 1. Jänner 2015 Teil von Pöllau;

KG: 64203 Hinteregg, 64213 Schönau, 64220 Winzendorf;
OS: 15212 Hinteregg, 15213 Schönau, 15214 Winzendorf
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Schönegg bei Pöllau liegt etwa 10 km westlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und circa 35 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz im Naturpark Pöllauer Tal. Das Gemeindegebiet wird von der Pöllauer Safen durchflossen, die mit ihren Zuflüssen, insbesondere dem Lambach und dem Kroisbach, das Gemeindegebiet entwässert. Die höchste Erhebung der ehemaligen Gemeinde ist der Buchkogel mit einer Höhe von 907 m.

GliederungBearbeiten

Die Gemeinde bestand aus drei Katastralgemeinden (Fläche: Stand 31. Dezember 2017[4]) bzw. gleichnamigen Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Hinteregg (1.425,85 ha; 490 Ew.) mit Dreihöf, Freiberg, Haidenhöf, Hinterleiten, Holzberg, Kroisbach ZH, Lehen, Maierleiten, Rechberg, Reisenbichl und Schönauberg
  • Schönau (574,05 ha; 385 Ew.) mit Burgstall, Fahring, Safental, Scheiben, Schönauberg und, Schönaudorf
  • Winzendorf (656,31 ha; 497 Ew.) mit Söllnerdorf, Tutten und Winzendorf-Zerstreute Häuser

EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinde Schönegg bei Pöllau entstand in den Jahren 1968 und 1969, als sich die selbständigen Gemeinden Hinteregg, Schönau und Winzendorf zusammenschlossen. Diese Zusammensetzung drückt sich auch im Wappen der Gemeinde aus, das deren Geschichte darstellt.

Ehemalige NachbargemeindenBearbeiten

Rabenwald Pöllau Pöllauberg
Stubenberg am See   Hartberg Umgebung
Stubenberg am See Tiefenbach bei Kaindorf, Hofkirchen bei Hartberg Dienersdorf

GeschichteBearbeiten

HintereggBearbeiten

Das Ortsgebiet von Hinteregg war bereits in der Steinzeit besiedelt, was durch den Fund eines Steinbeils belegt ist. Der Ort wurde erstmals 1386 als Chalegg erwähnt. Im Laufe der Zeit änderte sich der Name über Khallekh (1475) und Kalchegg (1527) in den heutigen Namen, der erstmals im Jahr 1703 belegt ist. Der ursprüngliche Name leitet sich vom Wort Kallen (Verursachen von Lärm) ab, der einer Befestigungsanlage herrührte, die den Übergang von Safen- ins Feistritztal schützte und die 1332 erstmals erwähnt wird.

Die Vergabe von Lehen an die Herren von Herberstein im Jahr 1424 führte zu einer Zersplitterung des Ortes. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden durch Rodung zahlreiche Einzelhöfe um den Herrenhof in Dreihöf herum.

SchönauBearbeiten

Schönau nahm zunächst die gleiche Entwicklung wie Hinteregg, bevor es im Jahr 1459 von Hans von Stubenberg zusammen mit dem Markt Pöllau an Heinrich von Neidberg verkaufte, der daraus das Stift Pöllau gründen wollte, was allerdings erst 1504 geschah. Schönau wurde erstmals im Jahr 1332 als In der schönen Au erwähnt. 1396 wurde hier eine Steinmühle errichtet. Bereits damals wurden die Hänge in Schönau zum Weinbau genutzt.

WinzendorfBearbeiten

Der östlich der Pöllauer Safen gelegene Ort Winzendorf wird erstmals im Jahr 1318 urkundlich erwähnt. 1325 wurde das Dorf des kleinen Freundes („Vinizzo“) an den Pfarrer von Pöllau verkauft und kam letztendlich zum Stift Pöllau.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen GemeindeBearbeiten

Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939
Einwohner 1422 1408 1341 1353 1461 1438 1469 1374
Jahr 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2013
Einwohner 1391 1393 1475 1437 1413 1386 1376

Quelle: Statistik Austria

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M.
ÖVP 650 65,52 10 581 60 9 635 73 11 625 66 11 602 66 10
SPÖ 271 27,32 04 381 40 6 234 27 4 273 29 04 316 34 05
FPÖ 054 06 00
KPÖ 071 07,16 01
Wahlbeteiligung 87,68 % 87 % 85 % 91 % 93 %

BürgermeisterBearbeiten

Letzter Bürgermeister war Franz Winkler (ÖVP), letzter Vizebürgermeister Werner Mauerhofer (ÖVP).

WappenBearbeiten

Blasonierung:

„Im roten Schild eine eingebogene gestürzte silberne Spitze mit einer grünen Weinrebe von zwei Blättern und einer roten Traube, beseitet vorne von einem gestürzten auswärts gekehrten silbernen Pflugmesser und hinten schräglinks von einem geschäfteten silbernen Steinbeil mit auswärts gekehrtem Beil.“

Das Gemeindewappen wurde von Bürgermeister Franz Winkler entworfen und der Gemeinde Schönegg bei Pöllau am 26. Mai 1997 von der steiermärkischen Landesregierung verliehen.[5]

RegionalpolitikBearbeiten

Schönegg bei Pöllau ist Mitglied im Gemeindeverband Naturpark Pöllauer Tal, und mit diesem in der LEADER-Region Oststeirisches Kernland. 7. Dez. 2010 wurde Naturpark Pöllauer Tal auch als Regionext-Kleinregion konstituiert. Anlässlich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015 wird Schönegg vermutlich mit allenvier anderen Gemeinden der Kleinregion fusionieren.[6][7][8]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Schönegg bei Pöllau liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen an der Schloffereckstraße L 406 von Hartberg nach Pöllau. Die Wechsel Straße B 54 von Hartberg nach Gleisdorf ist etwa fünf Kilometer entfernt. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist in etwa zwölf Kilometern über die Anschlussstelle Hartberg (exit 115) zu erreichen.

BildungBearbeiten

In Schönau befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

ParksBearbeiten

Der Naturerlebnispark Zur grünen Au in Winzendorf bietet verschiedene Plätze zur Erholung und Entspannung wie Hängematten, Wassertreten, Feuerlauf usw.

Der Eichleit’n-Teich in Winzendorf wurde vor 500 Jahren angelegt.

SportBearbeiten

Das Reitsportzentrum Schönegg sowie die weiteren Pferdehöfe in Schönau machen die Gemeinde Schönegg zum Ausgangspunkt von Ausritten durch den Naturpark Pöllauer Tal.

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Schönegg bei Pöllau: Die Chronik von Schönegg bei Pöllau. Eigenverlag.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. § 3 Abs. 4 Z 7 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  4. Regionalinformation.zip (Excel-Datei, 1.210 KB); abgerufen am 4. Jänner 2018
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. Dezember 2003 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schoenegg-poellau.steiermark.at
  6. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark (Memento des Originals vom 29. Juli 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeindestrukturreform.steiermark.at. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).
  7. Karte in Präsentation der Ergebnisse der Gemeindestrukturreform. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karte 13. Jänner 2013
  8. Karte Grafik, Teil 2, Nr 82 in Die neue Steiermark. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karten 22. Jänner 2013