Saint-Crépin-de-Richemont

französische Gemeinde

Saint-Crépin-de-Richemont (okzitanisch Sent Crespin de Richemont)[1] ist eine frühere französische Gemeinde mit 226 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie ist in den Regionalen Naturpark Périgord-Limousin integriert.

Saint-Crépin-de-Richemont
Saint-Crépin-de-Richemont (Frankreich)
Saint-Crépin-de-Richemont
Gemeinde Brantôme en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 25′ N, 0° 36′ OKoordinaten: 45° 25′ N, 0° 36′ O
Postleitzahl 24310
Ehemaliger INSEE-Code 24391
Eingemeindung 1. Januar 2019
Status Commune déléguée

Saint-Crépin-de-Richemont von Süden

EtymologieBearbeiten

Der Name des Orts ist eigentlich ein Doppelname, der sich aus dem Ortsnamen Saint-Crépin und dem Herrensitz Richemont zusammensetzt. Saint Crépin oder Sent Crespin leitet sich vom Heiligen Crispinus ab; Richemont oder riche mont bezieht sich auf die strategisch beherrschende Lage des Höhenrückens im Süden oberhalb des Dorfes.

GeographieBearbeiten

Der Ortskern von Saint-Crépin-de-Richemont liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich von Brantôme und 13 Kilometer südsüdwestlich von Nontron.

Der Ort umfasst die Weiler bzw. Einzelhöfe Beleyme, Canteix, Champagne, Chanceland, chez Froment, Francillou, Grange-Haute, La Barde, La Clède, La Forge, La Grèze, La Riboutie, Le Caprice, Le Meyrat, Le Moulin, Le Moulin de la Forge, Le Plessac, Les Âges, Les Baléares, Les Borderies, Les Brageaux, Les Brandes, Les Fregeas, Limeuil, Petit Berger, Pontarnaud, Puylibeau, Puyssegné und Rousselières.

Das Ortsgebiet wird in etwa mittig vom Boulou durchflossen, einem rechten Nebenfluss der Dronne. Das Tal verläuft in Nordost-Südwest-Richtung.

Der Ortskern wird von der aus Quinsac herüberkommenden D 98 durchquert, welche ihn an die nur 1,5 Kilometer weiter südwestlich verlaufende D 939 von Brantôme nach Angoulême anbindet, die Hauptverkehrsader von Périgueux nach Angoulême. An der Ostgrenze des Ortsgebietes verläuft die D 675 von Nontron nach Brantôme. Die Nordwestgrenze wird von der D 84 gebildet, einer Querverbindung von Nontron nach Verteillac.

Umgeben wird Saint-Crépin-de-Richemont von den Nachbargemeinden und delegierten Gemeinden:

Mareuil en Périgord Saint-Front-sur-Nizonne La Chapelle-Montmoreau
  Saint-Pancrace
Saint-Félix-de-Bourdeilles La Gonterie-Boulouneix
(Commune déléguée)
Cantillac
(Commune déléguée)
Brantôme en Périgord
(Commune déléguée)

Der orographisch tiefste Punkt von Saint-Crépin-de-Richemont mit 120 Meter über N.N. liegt bei Moulin de la Forge am Boulou am Südwestrand, der höchste Punkt mit 246 Meter bei Puyssegné im Nordosten.

GeologieBearbeiten

 
Tal südwestlich von Saint-Crépin-de-Richemont mit dem Verlauf der Mareuil-Störung
 
Der Menhir bei Champredon bestehend aus alttertiären Konglomeraten

Das Ortsgebiet von Saint-Crépin-de-Richemont wird von Sedimenten der Oberkreide unterlagert, die in den niederen Lagen entlang des Boulou aufgeschlossen sind. Die beiden Höhenrücken im Nordwesten und im Südosten bestehen aus tertiären Schwemmfächern. Die flachliegenden Oberkreidesedimente beginnen im Nordosten mit dem Coniacium gefolgt von unterem und oberen Santonium gen Südwesten. Eine Besonderheit stellt eine N 110 bis N 120 streichende Störung (Störung von Mareuil) dar, die in etwa dem Verlauf der D 939 folgt. Es handelt sich um eine steilstehende, nach Süden einfallende Aufschiebung, entlang derer ein Versatz von rund 100 Meter stattfand, so dass jetzt Gesteine des untersten Coniaciums direkt neben Gesteinen des Santoniums liegen. Diese Störung ist die Fortsetzung des weiter im Nordwesten gelegenen Antiklinals von Mareuil. Die beiden tertiären Schwemmfächer sind fluviatilen Ursprungs, sie bestehen aus Sandsteinen und Konglomeraten mit Quarz- und verkieselten Arkosegeröllen. Sie sind Abtragungsprodukte des Massif Central und können bis zu 70 Meter mächtig werden. Ihre Schüttungsrichtung erfolgte gen Südwest. Ihr Alter wird als Eozän oder unterstes Oligozän eingestuft. Die harten konglomeratischen Lagen waren früher als Ausgangsstoff für Mühlsteine begehrt.

GeschichteBearbeiten

Die geschichtlichen Spuren lassen sich in Saint-Crépin-de-Richemont bis in die Megalithzeit zurückverfolgen, so steht beispielsweise unweit von Champredon ein Menhir. Die Mühlsteingewinnung aus den alttertiären Schwemmfächern erfolgte dann bereits unter den Römern im 1. Jahrhundert und kam erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Erliegen. Die Kirche von Saint-Crépin-de-Richemont ist spätromanisch. Ab 1564 wurde von Pierre de Bourdeille mit dem Bau des Château de Richemont begonnen.

Der Erlass vom 6. November 2018 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Eingliederung von Saint-Crépin-de-Richemont als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Brantôme en Périgord, Eyvirat, La Gonterie-Boulouneix, Cantillac, Sencenac-Puy-de-Fourches und Valeuil zur neuen Commune nouvelle Brantôme en Périgord fest.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 935. In der Folgezeit setzte eine Phase der Stagnation ein, die die Zahl der Einwohner bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf rund 200 Einwohner sinken ließ, bevor eine Phase der Stabilisierung einsetzte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2018
Einwohner 339 326 246 239 207 202 222 202 226
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[3] INSEE ab 2010[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website des Conseil général de la Dordogne mit den okzitanischen Gemeindenamen
  2. RECUEIL DES ACTES ADMINISTRATIFS N°24-2018-038 (fr, PDF) Département Dordogne. S. 13–16. 6. November 2018. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  3. Notice Communale Saint-Crépin-de-Richemont (fr) EHESS. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  4. Populations légales 2016 Saint-Crépin-de-Richemont (24391) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  5. Schloss Richemont, Merimée-Datenbank des französischen Kultusministeriums

WeblinksBearbeiten

Commons: Saint-Crépin-de-Richemont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien