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Sachsenberg (Lichtenfels)

Stadtteil von Lichtenfels (Hessen)

Sachsenberg ist ein Stadtteil von Lichtenfels im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Sachsenberg
Koordinaten: 51° 7′ 36″ N, 8° 47′ 20″ O
Höhe: 368 (328–380) m
Fläche: 14,02 km²
Einwohner: 899 (15. Mai 2010)
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35104
Vorwahl: 06454
Ansicht aus Osten
Ansicht aus Osten

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Sage nach befand sich im 6. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Sachsenberg eine alte sächsische Volksburg als Gegengründung zu Frankenberg. Im Jahr 1230 beschloss der Abt des Klosters Corvey, Hermann I., in der Nähe der Burg Lichtenfels eine Stadt zu bauen. Eine erste Erwähnung „Sassenbergs“ als Corveyscher Besitz erfolgt 1251, und im Jahr 1262 wurde Sachsenberg erstmals als Stadt erwähnt. Nach einer Fehde verpfändete Corvey 1267 Sachsenberg dem Grafen Adolf I. von Waldeck. 1297 verzichtete Corvey endgültig zugunsten der Waldecker Grafen.

Im Jahr 1537, Sachsenberg gehörte zum waldeckischen Amt Eisenberg, wird eine Burg erwähnt, die vermutlich im Dreißigjährigen Krieg wieder zerstört wurde. Als möglicher Standort der Burg wird der in der Nähe Sachsenbergs gelegene „Burgberg“ vermutet.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die kleine Stadt immer wieder von Katastrophen heimgesucht. Im 16. und 17. Jahrhundert wütete die Pest auch in Sachsenberg; insgesamt 550 Einwohner fielen ihr zum Opfer. Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt und verwüstet. Ein großer Stadtbrand im Jahre 1844 vernichtete die östliche Oberstadt mit insgesamt ca. 70 Gebäuden. Am 10. August 1889 brannte es erneut. Diesmal fiel die Stadtmitte mit dem 1585 erbauten dreigeschossigen Fachwerkrathaus den Flammen zum Opfer. Über 120 Wohn- und Nebengebäude wurden zerstört. Mit dem Rathaus verbrannte auch ein Großteil der alten Stadturkunden, Chroniken und Akten.

Trotz der durch die wiederholten Brände entstandenen Verwüstungen und der beim Neuaufbau vorgenommenen Veränderungen ist der ursprüngliche, an den Städten der Staufer orientierte, Entwurf mit schachbrettartigem Grundriss noch erkennbar. Der kleinstädtische Charakter wird unter anderem durch die Reste der alten Stadtmauer, den zentral im alten Ortskern gelegenen Marktplatz mit dem Rathaus und einige stattliche Bürgerhäuser, die die turbulenten Zeiten überdauert haben, geprägt. Ein anschauliches Beispiel für die Baustile verschiedener Epochen und unterschiedlicher Kulturkreise, dem fränkisch-hessischen und dem altsächsischen, ist das Fachwerk-Ensemble am „Hofstadtplatz“, dessen Bezeichnung auch als Hinweis auf eine untergegangene Burg interpretiert wird.

Am 1. Oktober 1971 bildeten Sachsenberg und sieben weitere Gemeinden die neue Stadt Lichtenfels.[1]

KirchenBearbeiten

Es gibt drei Kirchen: die evangelische, die selbständig-evangelisch-lutherische und die katholische. Erwähnenswert ist der 1708 von Josias Wolrat Brützel geschaffene Kanzelaltar mit einer Kanzeluhr in der evangelischen Kirche.[2]

KulturBearbeiten

Neben einer Vielzahl von Vereinen hat Sachsenberg eine engagierte Kultur- und Kunstszene.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Persönlichkeiten, die in Sachsenberg gewirkt habenBearbeiten

  • Georg Reinige (1798–1878) Apotheker in Sachsenberg und Politiker

LiteraturBearbeiten

  • Gottfried Ganßauge, Walter Kramm, Wolfgang Medding: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. Neue Folge Band 3: Kreis des Eisenberges. Bärenreiter, Kassel, 1939 Digitalisat online, S. 204–210.
  • Jürgen Römer: 750 Jahre Stadt Sachsenberg (1262–2012). Ein Stadtbuch. Waldeckischer Geschichtsverein, Bad Arolsen 2011.
  • Jürgen Römer (Bearb.): Hessischer Städteatlas, Lieferung III,4: Sachsenberg. Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Marburg 2012.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408.
  2. Auf der Suche nach Sachsenberger Fachwerkschätzen, abgerufen am 5. März 2015.

WeblinksBearbeiten