Rundfunk-Orchester und -Chöre gGmbH

Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung Berlin
Rechtsform Gemeinnützige GmbH
Gründung 1. Januar 1994[1]
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Anselm Rose[2]
Mitarbeiterzahl 363 (Ende 2017)[3]
Umsatz 5,79 Millionen Euro (2017)[3]
Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung
Website www.roc-berlin.de

Die Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung Berlin (Eigenschreibweise: ROC Berlin) ist die seit 1994 bestehende Trägergesellschaft für das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), den Rundfunkchor Berlin sowie den RIAS Kammerchor.[1]

Heutige Klangkörper und LeitungenBearbeiten

Zur ROC Berlin gehören folgende Ensembles und musikalische Leiter:

  • Deutsches Symphonie-Orchester Berlin (DSO)
    Es wurde 1946 in West-Berlin als RIAS-Symphonie-Orchester (RSO) gegründet.[4] 1956 nahm es den Namen Radio-Symphonie-Orchester Berlin an, seit 1993 trägt es seinen heutigen Namen.[5]
    2017 übernahm Robin Ticciati die Leitung.[6]
  • Rundfunkchor Berlin
    Er geht auf den 1925 gegründeten Berliner Funkchor zurück.[10] Ab 1933 nannte er sich zehn Jahre lang Chor des Reichssenders Berlin. Wenige Monate nach Kriegsende setzt er unter dem Namen Berliner Solistenvereinigung seine Arbeit fort. 1973 wurde diese Vereinigung schließlich mit dem 1948 gegründeten Großen Chor des Berliner Rundfunks zusammengelegt[11] und wirkte als Ensemble des DDR-Rundfunks.[12]
    Die Chorleitung hat seit 2015 Gijs Leenaars.[13]
  • RIAS Kammerchor.
    Gegründet wurde dieser Chor 1948 vom damaligen Sender RIAS Berlin.[14]
    Chorleiter ist seit 2017 Justin Doyle.[15]

GesellschafterBearbeiten

Die GmbH-Anteile verteilen sich auf vier Gesellschafter: Deutschlandradio (40 %), Bundesrepublik Deutschland (35 %), Berlin (20 %) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %).[16]

Geschichte der TrägergesellschaftBearbeiten

Leitung der Gesellschaft
1994 Elmar Weingarten[17]
1996 Dieter Rexroth[18]
2001 Bettina Pesch[19]
2006 Gernot Rehrl[20]
2012 Thomas Kipp[21]
2018 Anselm Rose[2]

Die Vorgeschichte des Unternehmens begann 1956 mit der Gründung der Trägergesellschaft für das Radio-Symphonie-Orchester Berlin (1946 gegründet als RIAS-Symphonie-Orchester; 1993 umbenannt in Deutsches Symphonie-Orchester Berlin).[22]

Diese Trägergesellschaft änderte zum 1. Januar 1994 Firma und Zweck. Sie wurde zur Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Gesellschaft hat laut Satzung die Aufgabe, Kunst und Kultur zu fördern, insbesondere durch die Unterhaltung von anfänglich fünf Klangkörpern: das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), den Großen Rundfunkchor, den RIAS-Kammerchor und das RIAS Tanzorchester.[23] 1995 wurde der Begriff Berlin am Ende der Firmierung ergänzt.[24]

Zu Anfang desselben Jahres wurde ferner das RIAS-Tanzorchester in RIAS Big Band umbenannt.[25] Die Musiker dieser Big Band erhielten ihre Kündigungen zum 31. August 2001. Sie blieben schließlich bis August 2002 Mitarbeiter der Trägergesellschaft, traten aber nicht mehr unter ihrem Namen auf.[26]

Die Orchester und Chöre des Unternehmens erhielten seit 1994 eine Reihe von Auszeichnungen, unter anderem Grammys[27][28] und Echos.[29][30][31]

Leistungsspektrum und -datenBearbeiten

Die Ensembles geben Konzerte und spielen Musikaufnahmen ein, überwiegend CDs.

Im Jahr 2017 gaben die Klangkörper 164 eigenveranstaltete Orchester- und/oder Chorkonzerte in Berlin mit insgesamt 149.928 Besuchern (2016: 137 Konzerte mit 134.691 Besuchern). Die Auslastung lag hier bei 84 Prozent (2016: 83 Prozent). Durch Gastspiele, Sonderkonzerte und Beistellungen, die nicht von der ROC Berlin, sondern von Dritten verantwortet wurden, kamen 2017 70 Konzerte mit zusammen 92.801 Besuchern hinzu. Außerhalb Berlins gab es 35 Konzerte mit insgesamt 36.425 Besuchern (2016: 61 Konzerte mit 72.980 Besuchern).[3] Die Ensembles erreichten über den Hörfunk bundesweit zudem 1,8 Millionen Hörer (2019).[32]

Die Trägergesellschaft erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 5,79 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten belief sich am 31. Dezember 2017 auf 363 Mitarbeiter (Ende 2016: 370).[3]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Michael Horst: Einer muß dran glauben – nur wer? Die R.O.C.-GmbH kämpft ums Überleben. Nicht gegenseitig umbringen. In: Berliner Morgenpost, 28. Juni 1999.
  2. a b Frederik Hanssen: Das Vier-Gefühl. Die Berliner Rundfunkorchester und -chöre GmbH wird 25. Ihr Leiter Anselm Rose plädiert für noch mehr Publikumsnähe. In: Der Tagesspiegel, 30. September 2019.
  3. a b c d Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung Berlin: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017, veröffentlicht am 12. März 2019 im Bundesanzeiger.
  4. a b Jörg Königsdorf: Geburtstag mit Missklängen. Warum die geplante Fusion der beiden Berliner Rundfunkorchester Berlins Ruf als Kulturstadt beschädigt. in: Der Tagesspiegel, 6. Dezember 2009.
  5. Das Orchester. In: Die Welt, 15. April 2009.
  6. Chronik. 70 Jahre DSO. In: dso-berlin.de. Abgerufen am 17. Februar 2020.
  7. Burkhard Müller-Ullrich: „Wir können uns auf den Weg in die Exzellenz begeben“. In: Deutschlandfunk. 4. Dezember 2009, abgerufen am 17. Februar 2020 (Interview).
  8. Deutschlandradio: DS Kultur. In: deutschlandradio.de. Abgerufen am 17. Februar 2020.
  9. Jurowski länger beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. In: Musik heute. 2. April 2019, abgerufen am 17. Februar 2020.
  10. Martina Helmig: Gefragt von New York bis Neuseeland: Der Rundfunkchor Berlin feiert seinen 75. Geburtstag. Aus 64 Sängern wurde ein Export-Schlager. In: Berliner Morgenpost, 20. Mai 2000.
  11. Wolfgang Hanke: Rundfunkchor Berlin: Neue Erlebniswelten der Chormusik. In: kulturklassik.de. 2. Juli 2014, abgerufen am 17. Februar 2020.
  12. Wolfgang Fuhrmann: Erfolg ist nicht genug. Der Rundfunkchor ist international begehrt. Heute abend singt er in Berlin. In: Berliner Zeitung, 16. Juni 2006.
  13. Ulrich Amling: Gijs Leenaars verlängert beim Rundfunkchor. In: Der Tagesspiegel. 15. Mai 2019, abgerufen am 17. Februar 2020.
  14. Sybill Mahlke: Auf zu den Bergen. Der RIAS-Kammerchor auf der Erfolgsleiter: Nun feiert das Ensemble seinen 60. Geburtstag. In: Der Tagesspiegel. 26. Oktober 2008, abgerufen am 17. Februar 2020.
  15. Ulrich Amling: Justin Doyle macht es wie die Elster. In: Der Tagesspiegel. 14. September 2017, abgerufen am 17. Februar 2020.
  16. Rundfunk-Orchester und -Chöre gGmbH Berlin: Gesellschafter. In: roc-berlin.de. Abgerufen am 17. Februar 2020 (Website des Unternehmens).
  17. Kulturnachrichten. In: Der Tagesspiegel, 5. Januar 1994.
  18. Neue Überraschungen im geeinten Berlin (Memento vom 3. Oktober 2015 im Internet Archive) auf dso-berlin.de
  19. Janowski auch Chef des RSO Berlin. In: Sächsische Zeitung, 12. Oktober 2001.
  20. Bamberger nach Berlin. Gernot Rehrl als Rundfunkorchester-Intendant. In: Fränkischer Tag (Ausgabe Bamberg), 15. November 2005.
  21. Thomas Kipp übernimmt die Rundfunkorchester und -chöre GmbH. In: Der Tagesspiegel, 22. Juni 2012.
  22. Firmeninformationen zur Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung Berlin in der Datenbank Unternehmensinfo kompakt(Crefonummer 2010203053) der Creditreform, abgerufen am 27. Januar 2020.
  23. Radio-Symphonie-Orchester Berlin, (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Handelsregister-Bekanntmachung im Bundesanzeiger, 31. März 1994.
  24. Rundfunk-Orchester und -Chöre (gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Handelsregister-Bekanntmachung im Bundesanzeiger, 28. Februar 1995.
  25. RIAS Big Band offenbar kurz vor dem Aus. In: Die Welt, 14. November 2000.
  26. Peter E. Müller: Bürokratie verhindert Fernsehauftritt. Robbie muss ohne die Rias Big Band swingen. In: Berliner Morgenpost, 15. Dezember 2001.
  27. Deutsche Grammophon: Biography. In: deutschegrammophon.com. Abgerufen am 13. Februar 2020 (englisch, Stichworte zum Rundfunkchor Berlin).
  28. Berliner Festspiele: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin. In: berlinerfestspiele.de. Juni 2017, abgerufen am 13. Februar 2020.
  29. Jahrespressegespräch des RIAS Kammerchors 2014-2015 (Memento vom 19. August 2014 im Internet Archive) 3. Juni 2014, abgerufen: 13. Februar 2020.
  30. Brussels Philharmonic vzw: Florian Helgath. In: brusselsphilharmonic.be. Abgerufen am 13. Februar 2020 (englisch).
  31. Echo Klassik 2007. In: neue musikzeitung. 18. Juni 2007, abgerufen am 13. Februar 2020.
  32. Ein Dach aus Musik: 25 Jahre ROC in Berlin. In: Süddeutsche Zeitung. 17. September 2019, abgerufen am 18. Februar 2020.