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Rue de Martyrs (südl. Teil)

Die Rue des Martyrs ist eine Straße im 9. und 18. Arrondissement von Paris. Der südl. Teil im 9. Arrondissement ist eine beliebte Einkaufsstraße mit kleinen Geschäften, insbesondere vielen Spezialitäten-Läden fürs leibliche Wohl. Man findet hier eine bunte geschäftige Menschenmenge, die zu einem großen Teil aus Anwohnern besteht, so dass die Bezeichnung «Dorfkern des Viertels» berechtigt erscheint.

Inhaltsverzeichnis

BesonderheitenBearbeiten

Seit dem 4. Mai 2003 ist der südl. Teil bis zur Rue Clauzel sonntags zwischen 10 und 13 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. Diese im Rahmen der Initiative Paris Respire per Arrêté préfectoral n° 2003-15505[1] geschaffene Fußgängerzone bietet Jung und Alt einen gemütlichen Rahmen, um die sonntäglichen Einkäufe in den kleinen Läden (Bäckerei, Gemüsehändler, Fischhändler usw.) zu tätigen oder einfach nur in der Straße zu schlendern. Hier erkennt man die typische französische Lebensart.

LageBearbeiten

 
Montmartre

Die Straße verläuft von Süden im 9. Arrondissement nach Norden ins angrenzende 18. Arrondissement. Die Grenze zwischen den Arrondissements bildet der Boulevard Rochechouart.

Die Straße beginnt an der Kreuzung Rue Notre-Dame de Lorette Nr. 2 und Rue Lamartine Nr. 64, direkt hinter der Notre-Dame-de-Lorette. Die Straße durchquert im 9. Arrondissement die Quartiers Saint-Georges (Hausnummer 1 bis 67) und Rochechouart (Hausnummer 2 bis 72) und im 18. Arrondissement das Quartier Clignancourt (Hausnummern 69 bis 97, 74 bis 100).

Je weiter man der Straße nach Norden folgt, desto steiler steigt sie an. Das Ende der Straße liegt bei Rue La Vieuville Nr. 14, fast an den zur Sacré-Cœur führenden Treppen bzw. der Standseilbahn, der Funiculaire de Montmartre.

Herkunft des NamensBearbeiten

Im 3. Jahrhundert brachten der heilige Dionysius (Saint-Denis) und dessen Gefolgsleute das Christentum in die Stadt. Der römische Gouverneur ordnete – in dieser Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Decius – um 250 n. Chr. an, Dionysius als ersten Bischof der Stadt zusammen mit den anderen hinzurichten.

Die Verurteilten machten sich auf den Weg aus dem damaligen Lutetia am linken Seineufer (heutiges Quartier Latin) auf einen nahegelegenen Hügel, der Hinrichtungsstätte. Dieser Hügel wurde später Montmartre (frz. „Märtyrerberg“) genannt, ein großer Teil dieses Weges, von der Pfarrkirche Notre-Dame-de-Lorette bis fast zur Sacré-Cœur soll identisch sein mit der heutigen Rue de Martyrs.

Nach der Enthauptung soll Dionysius mit dem Kopf in seinen Händen noch kilometerweit nördlich gelaufen sein, wo er schließlich begraben wurde. Hier wurde von Dagobert I. im 7. Jahrhundert die nach dem Heiligen benannte Basilika Saint-Denis errichtet.

GeschichteBearbeiten

Diese Straße wurde erstmals 1672 erwähnt auf einem Plan zur Lage der Straßen von Jouvin de Rochefort. Sie wurde ursprünglicherweise Rue des Porcherons genannt, später Rue des Martyrs und zwischen 1793 und 1806 auch Rue du Champ de Repos.

Nach der Erbauung einer Stadtmauer, der "Mur des Fermiers généraux" im Jahre 1785 zur Abgrenzung des städtischen Steuergebietes, wurde der außerhalb des Steuergebietes – heute oberhalb des Boulevard Rochechouart im 18. Arrondissement – liegende Teil Chaussée des Martyrs genannt.

Dieser Teil wurde mit dem anderen Teil im 9. Arrondissement wiedervereinigt zur Rue des Martyrs durch den Arrêté préfectoral vom 2. April 1868.

In Nr. 23 wohnte ab November 1833 der aus Köln stammende Komponist Jacques Offenbach.

GeometrieBearbeiten

Die Straße hat eine Länge von 885 m. Die Breite variiert zwischen 12 m zwischen der Rue Lamartine und der Rue des Abbesses und 10 m zwischen der Rue des Abbesses und der Rue La Vieuville.

Technische BezeichnungenBearbeiten

  • Code informatique für die Stadt Paris: 6066
  • Code informatique für das Finanzamt :(D.G.I.) 6147

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rue des Martyrs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten