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Rudyszwałd (deutsch Ruderswald) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Administrativ liegt sie in der Gemeinde Krzyżanowice (Kreuzenort) im Powiat Raciborski (Landkreis Ratibor) in der Woiwodschaft Schlesien.

Rudyszwałd
Ruderswald
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Rudyszwałd Ruderswald (Polen)
Rudyszwałd Ruderswald
Rudyszwałd
Ruderswald
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Raciborski (Ratibor)
Gmina: Krzyżanowice (Kreuzenort)
Geographische Lage: 49° 56′ N, 18° 17′ OKoordinaten: 49° 56′ 21″ N, 18° 17′ 25″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 032
Kfz-Kennzeichen: SRC
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Kędzierzyn-Koźle–Bohumín
Nächster int. Flughafen: Katowice-Pyrzowice



Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Grenzübergang und Ortsbild
 
Sühnekreuz
 
Trinitatiskirche
 
Bahnhaltepunkt

Rudyszwałd liegt sechs Kilometer südlich vom Gemeindesitz Krzyżanowice (Kreuzenort), 16 Kilometer südlich von der Kreisstadt Racibórz (Ratibor) und 62 Kilometer südwestlich von der Woiwodschaftshauptstadt Kattowitz.

Der Ort befindet sich in direkter Nähe zur Grenze mit der Tschechischen Republik. Östlich verläuft die Oder.

GeschichteBearbeiten

Der Ort entstand spätestens im 13. Jahrhundert. 1295–1305 wurde der Ort im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (Zehntregister des Bistums Breslau) erstmals urkundlich als „Rudolfwald“ erwähnt. Weitere Erwähnungen folgten als Rudiswalde (1447), Rudoschwaldt (1652), Rudiswald (1679), Rudosswaldt (1687) und Ruderswalde (1743).[1]

Der Ort wurde 1784 im Buch Beytrage zur Beschreibung von Schlesien als Rudischwald und Ruderswalde erwähnt, gehörte einem Fürsten Lichnowski und lag im Fürstentum Ratibor. Damals hatte er 159 Einwohner, ein Vorwerk, eine Kirche, eine Schule, 13 Bauern, 21 Gärtner und zwei Häusler.[2] 1865 bestand Ruderswald aus einem Rittergut und einer Gemeinde. Der Ort hatte zu diesem Zeitpunkt neun Bauernhöfe, fünf Halbbauern, zwölf Gärtner und 35 Häuslerstellen, sowie eine Schule mit 99 Schülern und eine hölzerne Kirche.[3]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten vor Ort 354 Wahlberechtigte für einen Verbleib Oberschlesiens bei Deutschland und 115 für eine Zugehörigkeit zu Polen.[4] Ruderswald verblieb nach der Teilung Oberschlesiens beim Deutschen Reich. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Ratibor.

1945 kam der bis dahin deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde anschließend der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen und ins polnische Rudyszwałd umbenannt. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln. 1975 kam der Ort zur Woiwodschaft Kattowitz. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Raciborski und zur Woiwodschaft Schlesien.

BauwerkeBearbeiten

  • Die römisch-katholische Trinitatiskirche aus dem Jahr 1935. Einst befand sich im Ort eine Schrotholzkirche.
  • Nepomukkapelle, eine Wegkapelle
  • Herz-Jesu-Kapelle, eine Wegkapelle
  • Mariä-Himmelfahrt-Kapelle, eine Wegkapelle
  • Sühnekreuz aus Sandstein
  • Wegkreuze

VereineBearbeiten

Im Ort gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, einen Landfrauengruppe, sowie eine DFK-Ortsgruppe der Deutschen Minderheit.

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt mehrere Bäume und eine Person wahrscheinlich beim Roden. Dabei handelt es sich um ein Redendes Wappen, das den ersten Teil des Ortsnamens als Roden deutet.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rudyszwałd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stanisław Rospond: Słownik etymologiczny nazw geograficznych Śląska, 1970
  2. Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 3, Brieg 1784
  3. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865
  4. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921: Literatur, Tabelle in digitaler Form