Rudolf Grahmann

deutscher Geologe

Karl Rudolf Grahmann (* 7. November 1888 in Leipzig; † 6. September 1962 in Koblenz) war ein deutscher Geologe, der sich vor allem mit Quartär-Forschung und Hydrogeologie sowie mit Archäologie beschäftigte.

Grahmann war vor dem Zweiten Weltkrieg Landesgeologe in Sachsen. Er war in den 1930er Jahren der Begründer des Landesgrundwasserdienstes in Sachsen.

1932 führte er eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschen Lößvorkommen durch.

Grahmann untersuchte in den 1950er Jahren von geologischer Seite die archäologischen Funde von Markkleeberg, die er in die Saale-Eiszeit einordnete und damit ein viel höheres Alter zuordnete, als es vielen damaligen Archäologen aufgrund des fortgeschrittenen Niveaus der Steinwerkzeuge möglich erschien.

Er war mit Paul Woldstedt sowohl einer der Gründer der International Union for Quaternary Research als auch der Deutschen Quartärvereinigung (1948).

1958 erhielt er die Albrecht-Penck-Medaille. Er war seit 1952 Mitglied der Leopoldina.

SchriftenBearbeiten

  • Diluvium und Pliozän in Nordwestsachsen, Abh. Sächs. Akad. Wiss., Math-Naturwiss. Klasse, Band 39, Nr. 4, 1924
  • Der Löß in Europa, Mitteilungen Gesellschaft für Erdkunde, Leipzig, Band 51, 1932, S. 5–24
  • Das Eiszeitalter, Verlag Volk und Wissen 1948
  • mit Hansjürgen Müller-Beck Urgeschichte der Menschheit, Kohlhammer, 1952, 1967
  • mit Walter Wundt: Die Grundwässer in der Bundesrepublik Deutschland und ihre Nutzung, Verlag Bundesanstalt für Landeskunde, 1958
  • Das Eiszeitalter und der Übergang zur Gegenwart, Verlag Bundesanstalt für Landeskunde 1952

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