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Rockshausen

Ortsteil der Gemeinde Wabern (Hessen)

Rockshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wabern im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen.

Rockshausen
Gemeinde Wabern
Koordinaten: 51° 4′ 40″ N, 9° 24′ 38″ O
Höhe: 285 m ü. NN
Fläche: 1,23 km²[1]
Einwohner: 75 (30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34590
Vorwahl: 05683

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Das kleine Dorf liegt über ca. 5 Kilometer entfernt von Wabern und 35 Kilometer entfernt von Kassel in Nordhessen. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 21. In Rockshausen gibt es nur fünf Straßen: Hesseroderstraße, Hinter den Gärten, Sandweg, Adamsweg und Tränkepfad.

GeschichteBearbeiten

Um 1228 wird Rockshausen als Rucheshusen erstmals urkundlich erwähnt, als der Propst Arnold des Prämonstratenserinnenklosters Eppenberg dem von ihm neu gegründeten Kloster St. Georg in Homberg dort Güter übergab.[3] Im Jahr 1332 besaß das Kloster eine Hufe, die es vom Kloster Eppenberg erhalten hatte. Um 1338 oder 1350 hatte Wigand Holzadel zwei Mansen in Rockshausen als Homberger Burglehen. 1338 war Rockshausen landgräfliches Lehen derer von Falkenberg und wurde als „iurisdictio ville“ bezeichnet. Hermann Lugelin kaufte 1416 von Hermann von Falkenberg ein Gut im Ort. Ab 1434 war der Ort eine Wüstung (Ab 1575, spätestens ab 1585 wurden wieder acht Hausgesesse erwähnt). Die Brüder von Falkenberg verkauften 1467 dem Kloster Haina den Getreidezins aus ihren Vorwerken und Höfen in Rockshausen. 1485 überschrieb Hans von Falkenberg seinen Teil am Gut Rockshausen seiner Frau. Die Kinder und die Witwe des Thilo von Falkenberg erbten 1535 drei Höfe im Ort. 1540 überschrieb der Kasseler Bürger Albert Kregel seinem Onkel seinen freien Hof in Rockshausen. Ab 1575 gehörte der Ort zum Amt Homberg, die niedere Gerichtsbarkeit hatten die von Falkenberg, das peinliche Gericht hatte der Landgraf inne. Landgraf Moritz von Hessen-Kassel erwarb 1606 das Dorf und den Zehnten von Georg von Falkenberg, dem 1613 verschiedenen letzten männlichen Spross der Herren von Falkenberg. 1616 schenkte Landgraf Moritz Rockshausen seiner zweiten Ehefrau Juliane und seinem jüngsten Sohn Moritz; der Ort gehörte von da an als Erblehen zu Hessen-Rotenburg. Kaiser Ferdinand II. bestätigte diese Schenkung im Jahr 1628. Im Jahr 1742 gehörte der Ort wieder zum Amt Homberg. Im Jahre 1829 kaufte Ernst von Blumenstein das Gut Rockshausen von seinem Halbbruder Victor Amadeus, dem letzten Landgrafen von Hessen-Rotenburg.

Während der Zeit des Königreichs Westphalen, vom 7. Dezember 1907 bis zum 26. Oktober 1813, gehörte Rockshausen zum Kanton Homberg im Distrikt Hersfeld. Danach kam der Ort wieder zum hessischen Amt Homberg. Bei der Verwaltungsreform im Kurfürstentum Hessen im Jahre 1821 kam Rockshausen zum Kreis Homberg und dem Justizamt Homberg. Nach der Annexion des Kurfürstentums durch Preußen im Jahre 1866 gehörte der Ort ab 1867 zum Amtsgericht und Kreis Homberg, ab 1932 dann zum zusammengelegten Kreis Fritzlar-Homberg, der 1939 in Landkreis Fritzlar-Homberg umbenannt wurde und 1974 im Schwalm-Eder-Kreis aufging.

Am 31. Dezember 1971 wurde der bis dahin selbständige Ort Rockshausen in die Gemeinde Wabern eingegliedert.[4]

Historische OrtsnamenBearbeiten

Die Schreibweise des Ortsnamens wechselte im Laufe der Jahrhunderte häufig:[3] Rucheshusen, Ruckishusen, Rukishusen (1269); Rukeshusin (1273); Rueshusen (1279); Ruckeshusin (1322); Ruckishusin (1338 und um 1350); Rockishusin (1398); Rockeshusen (1416); Rackeshusen, Rauckirshusin (1434); Rockßhußen (1446); Rogkenhusen (1467); Rockeshusen (1485); Rockßhusen (1513); Ruckeshausen (1535); Ruckershausen (1540); Rockeshausen (1575/85); Rockshausen (1609).

WüstungenBearbeiten

Wüstung ApostelkircheBearbeiten

Die Wüstung Apostelkirche[5] befand sich im Südwesten der Gemarkung und erschien unter dem FlurnamenUnter der Kirche“. Der Ort wurde vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Letztmals wurde der Ort 1648 erwähnt.

Wüstung StreithofBearbeiten

Nördlich des Dorfes befand sich die Wüstung Streithof.[6] Diese war im Besitz der Herren von Falkenberg und wurde 1521 erstmals erwähnt. Wann der Ort fiel ist nicht bekannt.

LiteraturBearbeiten

  • Historisches Ortslexikon von Hessen 2 Fritzlar-Homberg, S. 252 f.
  • Historisches Ortslexikon von Hessen 2 Fritzlar-Homberg, S. 8. (Wüstung Apostelkirche)
  • Historisches Ortslexikon von Hessen 2 Fritzlar-Homberg, S. 287. (Wüstung Streithof)
  • Georg Landau: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde; Supplement; 7 (Erschienen 1858, Nachdruck 1999) (Wüstung Streithof)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemarkungsflächen im Internetauftritt der Gemeinde Wabern, abgerufen im Februar 2016
  2. „Einwohner und Haushalte“ im Internetauftritt der Gemeinde Wabern, abgerufen im August 2015
  3. a b „Rockshausen, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 15. August 2015.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392.
  5. „Apostelkirche, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 15. August 2015.
  6. „Streithof, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 15. August 2015.