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Udenborn

Ortsteil der Gemeinde Wabern (Hessen)

Udenborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Wabern im nordhessischen im Schwalm-Eder-Kreis.

Udenborn
Gemeinde Wabern
Koordinaten: 51° 5′ 31″ N, 9° 18′ 9″ O
Höhe: 200 m
Fläche: 2,97 km²[1]
Einwohner: 168 (30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34590
Vorwahl: 05683

LageBearbeiten

Das Dorf liegt an der Landesstraße 3223, in der Nähe der B 253, etwa fünf Kilometer südöstlich von Fritzlar auf sich einen nach Süden zur Eder ziehendem Schlepphang, am Nordrand der Großenengliser Platte. Der Ort ist umgeben von umfangreichen Sand- und Kieslagerstätten.

GeschichteBearbeiten

 
Erzbischof Bardo von Mainz

1040 wird der Ort als „Udenbrunnen“ erstmals urkundlich erwähnt. Erzbischof Bardo von Mainz erhielt Ende Juli 1040 von Kaiser Heinrich III. Güter in Holzheim, „Doda“, Trockenerfurth und Udenbrunnen (Udenborn) zugesprochen. Der Name Udenborn ist abgeleitet aus der ursprünglichen Bezeichnung Udenbrunnen.

Mainz, das Petersstift in Fritzlar und das Kloster Haina hatten Besitz in Ungedanken, ebenso verschiedene Adelsgeschlechter, die sich dabei allerdings durch Kauf, Verpfändung, Tausch und Schenkungen mehrfach untereinander und insbesondere mit dem Kloster Haina ablösten. Bekannt sind unter ihnen die von Armsfeld, von Englis, von Kirchhain, von Wolfershausen, von Ritte, Matz, von Homberg, von Löwenstein und von Gilsa.

Das Dorf gehörte zur Grafschaft Maden und danach zur Landgrafschaft Hessen. Vogteigericht war Wabern. Seit 1570 gehörte das Dorf zum Amt Borken.

Im Zuge der Streitigkeiten zwischen dem Erzbistum Mainz und den hessischen Landgrafen, die im Mainzisch-Hessischen Krieg von 1427 gipfelten, wurde Udenborn im Juli 1427 -- wie viele andere Dörfer in der Gegend -- durch Truppen des Mainzer Erzbischofs unter Gottfried von Leiningen verwüstet und niedergebrannt. Wohl noch am gleichen Tage, am 23. Juli 1427, schlug ein landgräfliches Heer unter Landgraf Ludwig I., der den Mainzer Truppen den Rückzug in die mainzische Stadt Fritzlar abgeschnitten hatte, diese auf der Großenengliser Platte zwischen der Kalbsburg und der heutigen Wüstung Holzheim bei Fritzlar entscheidend.[3]

Im Jahre 1537 wurden in Udenborn 10 Häuser gezählt, 1585 waren es 14 Haushalte. Im Mannschaftsregister von 1639, als der Dreißigjährige Krieg die Gegend bereits verheert hatte, wurden nur noch vier „verehelichte hausgesessene“ Personen und drei Witwen aufgezählt. 1835 hatte der Ort 23 Häuser und 165 evangelische Einwohner.[4] Auch heute ist es nicht viel größer.

Udenborn wurde 1585 nach Kleinenglis eingepfarrt und ist seit 1747 Kirchenfiliale von Kleinenglis. Die Dorfkirche stammt aus dem Jahre 1798, wurde aber erst 1816 vollendet.

Auf der Großenengliser Platte zwischen Großenenglis und Udenborn fand am 18. September 1936 die Militärparade auf der Großenengliser Platte im Beisein Adolf Hitlers statt, die größte deutsche Militärparade seit dem Ersten Weltkrieg.

Am 31. Dezember 1971 wurde der bis dahin selbständige Ort Udenborn in die Gemeinde Wabern eingegliedert.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Werner Ide: Von Adorf bis Zwesten: Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg. Bernecker, Melsungen, 1972 (S. 348–350)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemarkungsflächen im Internetauftritt der Gemeinde Wabern, abgerufen im Februar 2016
  2. „Einwohner und Haushalte“ im Internetauftritt der Gemeinde Wabern, abgerufen im August 2015
  3. Schlacht bei Udendorn im HNA Regiowiki
  4. Werner Ide: S. 350.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392.