Rinat Ibragimow (Musiker)

russischer Musiker

Rinat Ibragimow (* 5. November 1960 in Moskau;[1] † ≤ 2. September 2020[2]) war ein russischer Kontrabassist, Dirigent und Musikpädagoge.

Leben und WirkenBearbeiten

Ibragimow erhielt zehn Jahre Cello-Unterricht, bevor er im Alter von 16 Jahren zum Kontrabass wechselte.[3][4] Er studierte am Ippolitov-Ivanov Musikinstitut Moskau bei Georgy Favorsky sowie am Moskauer Konservatorium bei Evgeny Kolosov und absolvierte dort außerdem Dirigierstudien bei Dimitri Kitaenko und Igor Dronov. Er gewann Erste Preise beim All Soviet Union Kontrabasswettbewerb (1984) und beim Giovanni Bottesini Wettbewerb (Concorso Bottesini) in Parma (1989). Seit 1983 wirkte er als Solobassist im Orchester des Bolschoi-Theaters, bei den Solisten der Moskauer Philharmonie, den Moskauer Solisten und der Moscow Academy of Ancient Music.[3]

1995 übersiedelte er mit seiner Familie nach London und spielte seitdem als Solobassist beim London Symphony Orchestra.[5][6] Außerdem konzertierte er als Solist und Kammermusiker.[3] Von 1995 bis 1998 übernahm er die künstlerische Leitung der Moscow Instrumental Capella und arbeitete auch anschließend regelmäßig als Dirigent und Solist mit diesem Ensemble zusammen.[6]

Ibragimow unterrichtete parallel zu seiner Konzerttätigkeit von 1991 bis 1997 am Moskauer Konservatorium und war ab 1999 Professor an der Guildhall Scholl of Music[7] sowie seit 2007 Professor am Royal College of Music.[6] Einen Lehrauftrag hatte er außerdem an der Hochschule der Künste Bern inne[8] und gab international Meisterkurse.[9][10][11]

Nach einem Schlaganfall im Jahr 2014 konnte er nicht mehr konzertieren, unterrichtete jedoch weiterhin an der Guildhall School.[2] Das London Symphony Orchestra verlieh ihm den Ehrentitel Principal Emeritus.[2] 2019 wurde er von der International Society of Bassists mit dem Special Recognition Award für Solo-Performance ausgezeichnet.[12]

Es wurden zahlreiche Video- und Tonaufnahmen seiner Solo-Konzerte veröffentlicht mit Werken von u. a. Bottesini, Vanhal, Kussewizki, Dittersdorf, Bach, Smirnow, Hindemith, Mozart, Schumann und Schubert.[3]

Das London Symphony Orchestra gab am 2. September 2020 die Nachricht über Ibragimows Tod bekannt.[2]

PrivatesBearbeiten

Rinat Ibragimow war verheiratet mit der Geigerin und Professorin Lucia Ibragimova und hat eine Tochter, die Geigerin Alina Ibragimova, und einen Sohn.[3][13][14]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Telegraph Obituaries: Rinat Ibragimov, brilliant Russian-born principal double bass player with the LSO – obituary. In: The Telegraph. 7. September 2020, ISSN 0307-1235 (englisch, telegraph.co.uk [abgerufen am 14. September 2020]).
  2. a b c d London Symphony Orchestra: Obituary: Rinat Ibragimov (1960–2020). Abgerufen am 2. September 2020 (englisch).
  3. a b c d e Rinat Ibragimov, the LSO’s Principal Emeritus Double Bass, has died. In: The Strad. Abgerufen am 3. September 2020 (englisch).
  4. StringOvation Team: Artists Profile: String Bassist Rinat Ibragimov. (connollymusic.com [abgerufen am 26. November 2018]).
  5. Rinat Ibragimov – LSO Play. Abgerufen am 26. November 2018.
  6. a b c Rinat Ibragimov, Kontrabass › CLASSIX Kempten Archiv – Die Jahre 2006–2018. Abgerufen am 3. September 2020.
  7. Guildhall School of Music & Drama | Rinat Ibragimov. Abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  8. Rinat Ibragimov. In: Berner Fachhochschule, Hochschule der Künste Bern. Abgerufen am 3. September 2020.
  9. Double Bass Master Class – prof. Rinat Ibragimov. In: Art Academy. Abgerufen am 3. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  10. Masterclasses 2020. In: Festival Academy Budapest. Abgerufen am 3. September 2020 (englisch).
  11. RINAT IBRAGIMOV – IMCSardinia. Abgerufen am 3. September 2020 (it-IT).
  12. International Society of Bassists – 2019 ISB Award Honorees. Abgerufen am 3. September 2020.
  13. Nicola Benedetti: Nicola Benedetti’s mini masterclass: Alina Ibragimova. ISSN 0140-0460 (thetimes.co.uk [abgerufen am 3. September 2020]).
  14. Lutsia Ibragimova. In: Royal College of Music London. Abgerufen am 3. September 2020 (englisch).