Hauptmenü öffnen

Richard Farnsworth

US-amerikanischer Schauspieler

Richard William Farnsworth (* 1. September 1920 in Los Angeles, Kalifornien; † 6. Oktober 2000 in Lincoln, New Mexico) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Nachdem er über Jahrzehnte als Stuntman im Filmgeschäft tätig war, erreichte er im fortgeschrittenen Alter auch als Charakterdarsteller Anerkennung und erhielt zwei Oscar-Nominierungen.

Leben und KarriereBearbeiten

Frühes Leben und StuntarbeitBearbeiten

Geboren und aufgewachsen in Los Angeles in unmittelbarer Nähe der großen Hollywood-Studios der 1920er Jahre kam Richard Farnsworth bereits in jungen Jahren mit dem Filmgeschäft in Kontakt. Er brach die Highschool mit 16 Jahren ab und schlug sich anschließend als Rodeoreiter durch.[1]

Erstmals vor der Kamera stand der damals 17-Jährige als Stunt-Reiter 1937 für die Marx-Brothers-Komödie Ein Tag beim Rennen. Sein Talent als Stuntman wurde in den folgenden Jahrzehnte in verschiedenen Monumentalfilmen genutzt. So arbeitete er 1939 für David O. Selznick bei Vom Winde verweht, 1956 für Cecil B. DeMille in Die zehn Gebote und 1960 für Stanley Kubrick in Spartacus, bei letzterem Film war er einer der Wagenreiter. Durch seine Arbeit als Stuntman konnte er zahlreiche Kontakte knüpfen und erhielt auch Komparsenrollen, die allerdings ohne schauspielerische Substanz waren. Für verschiedene Westernserien im US-Fernsehen war er auch Stuntman und wurde dabei sogar manchmal besser bezahlt als der eigentliche Schauspieler.[2]

Erfolge als SchauspielerBearbeiten

Mit zunehmendem Alter, als seine Athletik nachließ, versuchte Farnsworth den Einstieg in die Schauspielerei.[3] Ab Ende der 1950er-Jahre bekam er kleinere Sprechrollen in Filmen, besonders häufig Western. Erst in den 1970er Jahren, als er bereits über 50 Jahre alt war, machte er sich mit Filmen wie Keine Gnade für Ulzana und Der wilde wilde Westen in dem Genre langsam einen Namen. Seinen bis dahin größten Erfolg hatte er 1978 als Nebendarsteller unter der Regie von Alan J. Pakula in Eine Farm in Montana, in dem er einen alternden Ranchmitarbeiter spielte. Für seine Darstellung an der Seite von James Caan und Jane Fonda wurde Farnsworth mit zahlreichen Filmpreisen wie dem National Board of Review Award ausgezeichnet und auch für einen Oscar nominiert.

Weitere Bekanntheit beim Publikum erreichte der Schauspieler auch durch Rollen in Fernsehserien wie Roots oder Anne auf Green Gables. Anfang der 1980er verließ Farnsworth das Westerngenre und spielte auch in Dramen wie Daniel Petries Der starke Wille sowie 1984 in dem Sportfilm Der Unbeugsame mit Robert Redford und Glenn Close. Seine erste Hauptrolle spielte er als eleganter Bankräuber in dem 1984 erschienenen Western Der graue Fuchs, diese Leistung brachte ihm eine Nominierung für den Golden Globe Award ein.

1990 traf er erneut auf seinen Kollegen James Caan, als beide für Rob Reiner in Misery, der Verfilmung von Stephen Kings Roman Sie, vor der Kamera standen. Im selben Jahr verkörperte Richard Farnsworth unter Regisseur Sydney Pollack einen Professor in dem Drama Havanna sowie den Earl Rawley in Jack Nicholsons Die Spur führt zurück – The Two Jakes.

1999 besetzte David Lynch den Schauspieler in seinem Drama Eine wahre Geschichte – The Straight Story als Hauptdarsteller. Für seine überzeugende Darstellung des Rentners Alvin Straight, der sich mit einem Aufsitz-Rasenmäher auf den 390 Kilometer langen Weg zu seinem kranken Bruder macht, wurde Farnsworth erneut mit zahlreichen Filmpreisen wie dem Independent Spirit Award und dem New York Film Critics Circle Award ausgezeichnet. Er wurde auch zum zweiten Mal für den Oscar nominiert, diesmal in der Kategorie Bester Hauptdarsteller, verlor aber gegen Kevin Spacey in American Beauty.

Privatleben und TodBearbeiten

Farnsworth war von 1947 bis zu ihrem Tod 1985 mit Margaret Hill verheiratet, das Paar hatte zwei Kinder. Nach ihrem Tod zog er auf eine Ranch in Lincoln, New Mexico. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er eine Verlobte, die Flugbegleiterin Jewely Van Valin.[4]

Bereits lange vor den Dreharbeiten zu The Straight Story war bei Farnsworth eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert worden, die ihm große Schmerzen bereitete und ihn in seiner Bewegungsfreiheit immer mehr einschränkte.[5] Im Oktober 2000 erschoss sich der 80-jährige Farnsworth auf seiner Ranch in New Mexico. Die Folgen der Krebserkrankung waren laut Angehörigen der Grund für Farnsworths Suizid. Der Schauspieler wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park Cemetery in Los Angeles beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richard Farnsworth | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 16. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. Richard Farnsworth | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 16. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  3. Richard Farnsworth | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 16. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  4. His Own Way. Abgerufen am 16. August 2019 (englisch).
  5. Richard Farnsworth dies of self-inflicted gunshot wound. 7. Oktober 2000, abgerufen am 16. August 2019 (englisch).