Reetz (Blankenheim)

Ortsteil von Blankenheim im Kreis Euskirchen

Reetz ist ein Ortsteil von Blankenheim (Ahr) im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen.

Reetz
Gemeinde Blankenheim
Koordinaten: 50° 25′ 32″ N, 6° 41′ 47″ O
Höhe: 476 m
Fläche: 7,21 km²
Einwohner: 381
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53945
Vorwahl: 02449
Reetz (Nordrhein-Westfalen)
Reetz

Lage von Reetz in Nordrhein-Westfalen

LageBearbeiten

Der Ort liegt in einem Talkessel südöstlich von Blankenheim. Durch den Ort führen die Kreisstraßen 71 und 41. Am westlichen Ortsrand führt die Bundesstraße 258 vorbei. In Ortsnähe entspringt der Reetzer Bach, der nach kurzem Lauf in die Ahr mündet.

GeschichteBearbeiten

Den römischen Siedlern folgten die Franken. Während der Frankenzeit war Reetz das Allod eines fränkischen Großen, der unter der Oberherrschaft des Grafen des Eifelgaues hier sein Heim hatte.

Die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1148 findet sich in den „Annales Rodenses“.

 
Reetz

Am 1. Juli 1969 wurde Reetz nach Blankenheim eingemeindet.[1]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Burghaus der Burg Reetz stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde als zweigeschossiges Bruchsteingebäude errichtet.
  • Langembusch 1. Ein Fachwerkhaus, erbaut Anfang des 17. Jahrhunderts, mit angrenzendem Natur/Bruchstein-Stall, wurde wohl später auch als Poststelle genutzt. Danach mehrere Bewohner und Berufe, zuletzt in den 1950er Jahren als Schusterei genutzt, daher der ortsübliche Name Schusters Hus.
  • Der Chorraum der Pfarrkirche zur hl. Märtyrerin Margareta stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Raketenstellung im Kalten KriegBearbeiten

 
Ehemalige Nike-Raketenstellung

Ab 1963 betrieben die belgischen Streitkräfte in der Gemarkung Reetz „Auf dem Kump“ eine Raketenstellung, auf der als Teil der NATO-Luftabwehr bis Anfang der 1990er Jahre neun Nike-Raketen stationiert waren. Die Stellung befand sich auf einem stark gesicherten Gelände, auf dem 400 Soldaten als Personal tätig waren. Im Ernstfall wären atomare Sprengköpfe auf die Raketen montiert worden, die allein unter Kontrolle der US-Army standen und die bis Ende Juli 1988 dort verblieben. Sie lagerten in speziell gesicherten Bunkern auf dem Gelände der Raketenstellung.

Die Radar- und Steuerzentrale dieser Stellung befand sich westlich des Nachbarortes Mülheim.[2]

Das Gelände der Stellung wurde verpachtet und ist der Öffentlichkeit nicht zugängig.

 
Ehemalige Raketenstellung, Luftaufnahme (2015)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.
  2. Eginhard Kranz: Mit den Waffen gelebt – Nike-Raketenstellung der NATO bis 1988/89 bei Blankenheim. 2003 (wisoveg.de [abgerufen am 17. August 2008]).