Hauptmenü öffnen

Rasensport Harburg

deutscher Fußballverein
Vereinslogo

Rasensport Harburg war ein Sportverein aus der preußischen Stadt, beziehungsweise dem späteren Hamburger Stadtteil Harburg. Die erste Fußballmannschaft spielte zwei Jahre in der erstklassigen Gauliga Niedersachsen und ein Jahr in der erstklassigen Gauliga Nordmark. In den 1960er Jahren spielte sie ein Jahr lang in der Regionalliga Nord, damals die zweithöchste Liga in der Bundesrepublik Deutschland.

GeschichteBearbeiten

Am 1. Oktober 1907 gründeten Mitglieder der „wilden“ Vereine Sportmannschaft Harburg und Germania Harburg den Fußballclub Britannia Harburg. Im Jahre 1914 wurde der Vereinsname zunächst in Harburger Ballspielverein 1907 geändert. Nachdem der Verein im Frühjahr 1919 zunächst den Namen FC Britannia 1907 Harburg annahm wurde der Name im November 1919 in Verein für Rasensport Harburg geändert. Im Volksmund wurde der Verein als Rasensport Harburg bezeichnet.

Obwohl der Verein aus dem bürgerlichen Lager stammte, verfügte er über einen großen Rückhalt bei den Arbeitern der Gummifabrik Phoenix AG. Ein Grund hierfür war, dass die ursprüngliche Heimat von Rasensport auf der gegenüberliegenden Seite der Fabrik lag. Im Jahre 1922 gelang mit dem Aufstieg in die Kreisliga Nordhannover erstmals der Sprung in die höchste Spielklasse. Zwei Jahre später sicherten sich die Rasensportler die Meisterschaft und scheiterten in der Qualifikation zur Norddeutschen Meisterschaft nach einer knappen 3:4-Niederlage gegen Union 03 Altona.

Auch in den nächsten beiden Jahren scheiterten die Harburger in der Qualifikation. 1925 gewann Eintracht Braunschweig mit 1:0, ein Jahr später war es Altona 93, die mit 4:3 gewannen. Erst 1928 gelang nach einem 6:3-Sieg nach Verlängerung gegen Werder Bremen der Durchbruch. In der Endrunde wurde die Mannschaft ohne Punktgewinn Letzter. Rundensieger Hamburger SV konnte dabei mit Mühe 1:0 bei den Rasensportlern gewinnen.

Bei der Einführung der Gauligen wurden die Harburger nicht berücksichtigt und mussten in die Zweitklassigkeit. Erst 1935 gelang der Aufstieg in die Gauliga Niedersachsen, wo der Mannschaft einige Achtungserfolge erzielte. So gewannen die Harburger 1935/36 mit 4:0 beim SV Arminia Hannover und ein Jahr später mit 3:0 bei Hannover 96. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wechselte der Verein in den Bereich Nordmark und schaffte 1938 den Aufstieg in die dortige Gauliga. Am Saisonende folgte der Abstieg, da die Mannschaft gegenüber Altona 93 den schlechteren Torquotienten aufwies.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schafften die Harburger 1951 den Aufstieg in die zweitklassige Amateurliga Hamburg und entwickelten sich zu einer Fahrstuhlmannschaft. Erst ab 1959 konnte sich der Verein im Hamburger Oberhaus etablieren und verpasste in der Aufstiegssaison wegen des schlechteren Torquotienten gegenüber dem Harburger TB die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Nachdem Ludwig Pöhler das Traineramt übernahm, gelang 1964 überraschend der Regionalligaaufstieg. Da die Amateure des Hamburger SV nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen durften, mussten die Rasensportler zunächst ein Entscheidungsspiel gegen den TSV Uetersen austragen, welches mit 2:1 gewonnen wurde.

Zu dieser Zeit spielte Rasensport auf dem Vereinsplatz am Marmstorfer Weg im Stadtteil Marmstorf, am Südrand des Harburger Stadtparks.

Das Auftaktspiel der Aufstiegsrunde ging mit 0:4 beim VfL Oldesloe verloren. Danach gewannen die Harburger alle Spiele und standen nach einem 3:1-Sieg beim SV Meppen als Aufsteiger fest. Aus finanziellen Gründen verzichtete der Verein auf Verstärkungen und musste als Tabellenletzter sofort wieder absteigen. Tiefpunkt der Saison war eine 0:10-Niederlage bei Arminia Hannover. Ein Jahr später konnte mit einem 1:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen Lokalrivale Borussia der Absturz in die Verbandsliga verhindert werden. 1968 stieg Rasensport schließlich aus der Landesliga und zwei Jahre später auch aus der Verbandsliga ab. Am 12. März 1970 fusionierte Rasensport mit der Borussia zum Harburger SC.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Norddeutschland. Zwischen TSV Achim, Hamburger SV und TuS Zeven. AGON Sportverlag, Kassel 2004, ISBN 3-89784-223-8, S. 129.

Koordinaten: 53° 26′ 38,4″ N, 9° 58′ 13,8″ O