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Rainer A. Müller

deutscher Historiker

Rainer Albert Müller (* 3. Mai 1944 in Bleche; † 22. Mai 2004 in München) war ein deutscher Historiker.

Rainer A. Müller legte 1968/69 das Staatsexamen für Deutsch und Geschichte ab. Bei Laetitia Boehm und Johannes Spörl wurde er promoviert mit einer soziokulturellen Studie zur Geschichte der bayerischen Landesuniversitäten Ingolstadt 1472–1648. Im Jahr 1982 habilitierte er sich über das bayerische Lyzealwesen. Müller lehrte ab 1988 als Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Dort war er Dekan 1999/2001.

Mit Laetitia Boehm erarbeitete er das Lexikon der „Universitäten und Hochschulen“. Mit Rüdiger vom Bruch gab er ein Historikerlexikon heraus. Er war Herausgeber der elfbändigen Reihe Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung im Reclam-Verlag. Hans-Christof Kraus würdigte ihn 2007 als einen der „besten Kenner der neueren deutschen Universitäts- und Bildungsgeschichte“.[1] 1995 gründete Müller gemeinsam mit Rainer Christoph Schwinges und Rüdiger vom Bruch die Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Er war Mitherausgeber des Historischen Jahrbuches. Müller war Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Der Arzt im Schachspiel bei Jakob von Cessolis. Thiemig, München 1981, ISBN 3-521-04135-2.
  • mit Heinz E. Lässig: Die Zahnheilkunde in Kunst- und Kulturgeschichte. DuMont, Köln 1983, ISBN 3-7701-1465-5.
  • als Hrsg. mit Laetita Boehm: Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Universitätsgeschichte in Einzelsdarstellungen. Düsseldorf/Wien 1983 (= Hermes-Handlexikon).
  • Akademische Ausbildung zwischen Staat und Kirche. Das bayerische Lyzealwesen 1773–1849 (= Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte. N.F., Bd. 7). Schöningh, Paderborn 1986, ISBN 3-506-73257-9
  • Geschichte der Universität. Von der mittelalterlichen Universitas zur deutschen Hochschule. Callwey, München 1990, ISBN 3-7667-0959-3.
  • Der Fürstenhof in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 33). Oldenbourg, München 1995, ISBN 3-486-55862-5.

LiteraturBearbeiten

  • Harald Dickerhof: Rainer Albert Müller (1944–2004). In: Historisches Jahrbuch 124 (2004), S. 551–554.
  • Karsten Ruppert: Würdigung von Prof. Dr. Rainer A. Müller (1944–2004). In: Rainer A. Müller, Hans-Christoph Liess, Rüdiger vom Bruch (Hrsg.): Bilder, Daten, Promotionen. Studien zum Promotionswesens an deutschen Universitäten der frühen Neuzeit (= Pallas Athene. Bd. 24). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09039-1, S. 378–381.
  • Laetitia Boehm: Rainer A. Müller (1944–2004). Neuzeitgeschichte – Universitätsgeschichte – Landesgeschichte zwischen München und Eichstätt (= Eichstätter Universitätsreden. Bd. 117). Eichstätt 2010, ISBN 978-3-924109-41-7.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Hans-Christof Kraus: Kultur, Bildung und Wissenschaft im 19. Jahrhundert. München 2008, S. XII.