Hauptmenü öffnen

Laetitia Boehm

deutsche Historikerin

Laetitia Boehm (* 30. März 1930 in München; † 23. Oktober 2018 ebenda[1]) war eine deutsche Historikerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

Laetitia Boehm studierte Geschichte, Germanistik und Romanistik in Eichstätt und München. Ihr akademischer Lehrer war Johannes Spörl. Boehm wurde 1954 promoviert (Studie zur Geschichtsschreibung des ersten Kreuzzugs – Guibert von Nogent, 1954) und habilitierte sich 1959 mit einer begriffsgeschichtlichen Arbeit. Nach Studienaufenthalten in Fribourg und Paris wurde sie 1969 ordentliche Professorin für Mittlere und Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Universitäts- und Bildungsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie wurde damit eine der ersten Geschichtsprofessorinnen der Bundesrepublik. Zuvor hatte sie 1968 einen Ruf auf einen Lehrstuhl der neugegründeten Universität Düsseldorf abgelehnt. Im Jahr 1998 wurde Boehm emeritiert. Von 1969 bis 2000 war sie zudem Vorstand des Münchner Universitätsarchivs.

Laetitia Boehm wurde 1975 als erste Frau ordentliches Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,[2] seit 2009 war sie außerdem Mitglied der Kommission für Wissenschaftsgeschichte dieser Akademie. Von 1990 bis 1993 war sie Präsidentin der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte. Sie erhielt die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber (1997), den Bayerischen Verdienstorden (2000), den Ehrenring der Görres-Gesellschaft (2001)[3] und den Bayerischen Maximiliansorden (2008).

SchriftenBearbeiten

  • als Hrsg. mit Rainer A. Müller: Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Universitätsgeschichte in Einzeldarstellungen (= Hermes-Handlexikon). Econ-Verlag, Düsseldorf u. a. 1983, ISBN 3-430-11382-2.
  • Geschichte Burgunds: Politik, Staatsbildungen, Kultur. 2. ergänzte Auflage. VMA-Verlag, Wiesbaden 1998, ISBN 3-928127-62-4.

LiteraturBearbeiten

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 25. Ausgabe. De Gruyter, Berlin 2012.
  • Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945–1970 (= Formen der Erinnerung. Bd. 24). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-525-35583-1, S. 267.
  • Winfried Müller (Hrsg.): Universität und Bildung. Festschrift Laetitia Boehm zum 60. Geburtstag. PS, Serviceleistungen für Geisteswiss. und Medien, München 1991, ISBN 3-928045-00-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Winfried Müller: Nachruf – Studieren als Fest. In: süddeutsche.de. 24. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  2. Rainer Blasius: Dem König verpflichtet, dem Freistaat verbunden. Vor 150 Jahren gründete Maximilian II. die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Mai 2008, Nr. 124, S. 10.
  3. Britta Kägler: Zum Tod von Laetitia Boehm. Römisches Institut der Görres-Gesellschaft, 24. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.