Pustniki

Siedlung in Polen

Pustniki (deutsch Pustnick) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Landgemeinde Sorkwity (deutsch Sorquitten) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Pustniki
?
Pustniki (Polen)
Pustniki (53° 52′ 35″ N, 21° 8′ 58″O)
Pustniki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Mrągowo
Gmina: Sorkwity
Geographische Lage: 53° 53′ N, 21° 9′ OKoordinaten: 53° 52′ 35″ N, 21° 8′ 58″ O
Einwohner: 183 (2011)
Postleitzahl: 11-731[1]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NMR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Sorkwity/DK 16Stary GielądZyndakiBurszewoWola/DW 590
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische LageBearbeiten

Pustniki liegt am Westufer des Jezioro Gielądzkie (deutsch Gehlandsee) und südlich des Jezioro Pustniki Mały inmitten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zehn Kilometer westlich der Kreisstadt Mrągowo (deutsch Sensburg).

 
Blick auf den Gehlandsee bei Pustniki/Pustnick
 
Das älteste Haus in Pustniki
 
Straße in Pustniki im Winter

GeschichteBearbeiten

Das nach 1785 Pustnicken, danach bis 1945 Pustnick genannte Dorf[2] wurde 1499 gegründet[3]. Dorf und Gut Pustnick wurden 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Choszewen (polnisch Choszczewo) eingegliedert[4], der – 1936 in „Amtsbezirk Hohensee“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Pustnick gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Pustnick (Dorf und Gut) stimmten 200 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[5]

Am 30. September 1930 wurde der Gutsbezirk Pustnick in die Landgemeinde Pustnick überführt[4].

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Pustnick davon betroffen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Pustniki“, ist heute Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Sorkwity (Sorquitten) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

EinwohnerzahlenBearbeiten

Jahr Anzahl
1818 69[3]
1839 111
1871 174
1885 193
1898 186
1905 176
1910 174
1933 289
1939 304
2011 183[6]

KircheBearbeiten

Bis 1945 war Pustnick in die evangelische Kirche Sorquitten[7] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Stanislewo[3] (1931 bis 1945 Sternsee, polnisch Stanclewo) im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Pustniki kirchlich ganz nach Sorkwity, sowohl zur evangelischen Pfarrei, heute in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gelegen, als auch zur katholischen Pfarrei im jetzigen Erzbistum Ermland in der polnischen katholischen Kirche.

VerkehrBearbeiten

Pustniki liegt an einer Nebenstraße, die von der polnischen Landesstraße 16 (frühere deutsche Reichsstraße 127) bei Sorkwity (Sorquitten) über Zyndaki (Sonntag) und Burszewo (Burschewen, 1938 bis 1945 Prusshöfen) zur Woiwodschaftsstraße 590 (frühere deutsche Reichsstraße 141) bei Wola (Dürwangen) führt. Eine Anbindung an den Schienenverkehr besteht nicht.

WeblinksBearbeiten

Commons: Pustniki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 1052
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Pustnick
  3. a b c Pustnick bei GenWiki
  4. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Choszewen/Hohensee
  5. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 115
  6. Wieś Pustniki w liczbach
  7. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501