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Das Princeton Theological Seminary (PTS) ist ein Theologisches Seminar in Princeton (New Jersey) und das größte der Ten Seminaries, die zur Presbyterian Church (USA) gehören. Es ist das zweitälteste Seminar in den Vereinigten Staaten. 1812 wurde es unter der Schirmherrschaft von Archibald Alexander, unter der Zusammenarbeit der General Assembly der Presbyterian Church mit dem College of New Jersey (Princeton University) gegründet.[1][2]

Princeton Theological Seminary
Gründung 1812
Ort Princeton
Bundesland New Jersey
Land Vereinigte Staaten
Präsident M. Craig Barnes
Studierende 518
Website www.ptsem.edu

Das Princeton Seminary ist seit langem ein einflussreiches Seminar für theologische Wissenschaft und hat immer wieder herausragende führende Bibelgelehrte und Theologen hervorgebracht. Seine Bibliothek ist bekannt unter anderem, weil dort die Karl Barth Research Collection im Center for Barth Studies aufbewahrt wird.

Heute hat das Seminar etwa 500 Studenten. Nur etwa 40 % der Studenten sind Kandidaten für den Dienst in der Presbyterian Church, während die Mehrheit entweder anderen Konfessionen angehört, eine akademische Laufbahn einschlägt, oder auch nicht-theologische Berufe wählt.[3][4] Das Seminar unterhält akademische Partnerschaften mit der Princeton University, dem Westminster Choir College der Rider University, dem New Brunswick Theological Seminary, dem Jewish Theological Seminary of America und der School of Social Work at Rutgers University. Außerdem besteht eine Beziehung zum Center of Theological Inquiry.[5]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Princeton Seminary um 1800.

Der Plan ein theologisches Seminar in Princeton einzurichten, entstand aus der Entwicklung und dem Fortschritt des theologischen Curriculums. Dabei war das Ziel, eine Graduiertenschule für Theologie zu gründen. Von Seiten des College of New Jersey, der späteren Princeton University, wurde der Plan enthusiastisch aufgenommen, da es den Verantwortlichen bereits klar geworden war, dass ein spezialisiertes Training in Theologie mehr Betreuung benötigte, als man am College geben konnte. Die General Assembly of the Presbyterian Church gründete daher 1812 The Theological Seminary at Princeton mit Unterstützung der Direktoren des nahe gelegenen College of New Jersey. Das Seminar wurde die zweite Graduiertenschule für Theologen in den Vereinigten Staaten. Bis heute ist das Seminar eine Institution der Presbyterian Church und das größte der zehn theologischen Seminare.[1][6]

1812 hatte das Seminar drei Studenten und den Reverend Dr. Archibald Alexander als ersten Professor. 1815 war die Zahl der Studenten bereits gestiegen und man begann das Gebäude zu errichten: Alexander Hall wurde von John McComb, Jr., einem New Yorker Architekten, entworfen und 1817 eröffnet. 1827 wurde ein Kuppelsaal angebaut, der jedoch 1913 abbrannte und 1926 ersetzt wurde. Bis 1893 hieß das Gebäude schlicht „Seminary“, erst dann wurde es in Alexander Hall umbenannt. Seit seiner Gründung haben am Princeton Seminary ca. 14.000 Männer und Frauen graduiert, die in den unterschiedlichsten Bereichen in der kirchlichen Arbeit eingesetzt wurden.

Berühmt wurde das Seminar im 19. und frühen 20. Jahrhundert für seine Verteidigung des calvinistischen Presbyterianismus, eine Tradition, die als Princeton Theology bekannt wurde und einen großen Einfluss auf die evangelikale Bewegung dieser Zeit hatte. Zu den bekannten Vertretern dieser Richtung gehörten Charles Hodge, B. B. Warfield, J. Gresham Machen und Geerhardus Vos. Als die Befreiungstheologie in den 1920ern und die Kontroverse zwischen Fundamentalismus und Modernismus in der Schule stärkeren Einfluss gewannen, gründeten einige Theologen unter der Führung von J. Gresham Machen das Westminster Theological Seminary in Glenside, Pennsylvania. In den 1920ern und 1930 war das Seminar ein Zentrum der fundamentalistisch-modernistischen Kontroverse.[7] 1929 wurde das Seminar nach modernistischen Gesichtspunkten umstrukturiert 1958 ging das Princeton Seminary an die United Presbyterian Church in the U.S.A. über, nachdem die Presbyterian Church in the U.S.A. und die United Presbyterian Church of North America sich vereinigt hatten und 1983 erfolgte ein weiterer Zusammenschluss mit der Presbyterian Church in the U.S. Heute heißt die Kirche, die das Seminar trägt, Presbyterian Church (U.S.A.)

AbschlüsseBearbeiten

Am Seminary kann man mehrere Master of Divinity, M.Div. und Master of Arts, M.A., sowie den Doctor of Philosophy, Ph.D. erwerben. Eine Doppelqualifikation M.Div./M.A. in Christian Education ist ausgerichtet auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie religiöse Fortbildung und geistliche Entwicklung.

EinrichtungenBearbeiten

BibliothekenBearbeiten

Die Princeton Seminary Library verfügt über mehr als 1.252.503 Bücher, Traktate und Mikrofilme.[8] Sie erhält mehr als 2.000 Zeitschriften. Es gibt mehrere Bibliotheksabteilungen:

Miller ChapelBearbeiten

 
Miller Chapel

Die Miller Chapel wurde 1834 errichtet und wurde zu Ehren von Samuel Miller benannt. Miller war der zweite Professor am Seminar gewesen. Das Gebäude wurde im Greek Revival-Stil von Charles Steadman konzipiert, der auch die nahegelegene Nassau Presbyterian Church gestaltet hatte. Die Kapelle befand sich ursprünglich neben der Alexander Hall, wurde aber 1933 ins Zentrum des Campus verlegt. Miller Chapel wurde 2000 grundlegend renoviert und die Joe R. Engle-Orgel eingebaut.[11]

Navigating the WatersBearbeiten

Seit 2011 gibt es das Programm „Navigating the Waters“ zur Stärkung interkultureller Fähigkeiten. Dieses Programm wird gemeinsam vom Princeton Theological Seminary’s Office of Multicultural Relations und dem The Kaleidoscope Institute gestaltet.[12]

ForschungBearbeiten

Center for Barth StudiesBearbeiten

Das Center for Barth Studies wurde 1997 eingerichtet und wird von einer Arbeitsgruppe des Seminars betrieben. Das Center veranstaltet Konferenzen, gibt Unterstützung für Forschungsarbeiten, Diskussionsgruppen und Publikationen um die Theologie von Karl Barth (1886–1968) zu fördern. Die Karl Barth Research Collection ist Teil dieser Bemühungen. Es verfügt über viele wichtige Werke von und über Karl Barth sowie ein Manuskript und bemüht sich fortlaufend, weitere Materialien zu erwerben.[13]

Abraham Kuyper Center for Public TheologyBearbeiten

Das Abraham Kuyper Center for Public Theology besteht aus der Abraham Kuyper Collection of Dutch Reformed Protestantism in der Sammlung der Bibliothek. Der Schwerpunkt liegt auf den Spielarten der Niederländisch-reformierten Theologie seit dem 19. Jahrhundert und verfügt auf einer ansehnlichen Sammlung von Primär- und Sekundär-Quellen von und über Abraham Kuyper. Das Center unterhält in Partnerschaft mit der Vrije Universiteit Amsterdam eine Online-Forschungsplattform: www.kuyperresearch.org[14]. Außerdem vergibt es jährlich den Abraham Kuyper Prize for Excellence in Reformed Theology and Public Life und veranstaltet im Anschluss daran die Abraham Kuyper Consultation.

Center of Theological InquiryBearbeiten

1978 wurde das Center of Theological Inquiry[15] als unabhängiges ökumenisches Institut für theologische Studien gegründet.[16] Das Center ist heute komplett selbstständig, unterhält jedoch enge Beziehungen zum Princeton Theological Seminary. Direktoren sind derzeit William Storrar und Robin Lovin.

JournalsBearbeiten

Das Seminar veröffentlicht die Zeitschriften Theology Today[17], Koinonia Journal[18] und Princeton Theological Review[19].

Seminary LectureshipsBearbeiten

  • Abraham Kuyper Lecture and Prize, (April).
  • The Alexander Thompson Lecture, zweijährlich (März).
  • The Frederick Neumann Memorial Lecture, zweijährlich (November).
  • Dr. Geddes W. Hanson Lecture, zweijährlich, (Herbstsemester).
  • Dr. Martin Luther KingJr. Lecture, (Februar).
  • Dr. Sang Hyun Lee Lecture, zweijährlich, (Frühlingssemester).
  • The Donald Macleod/Short Hills Community Congregational Church Preaching Lectureship, zweijährlich, (Herbstsemester).
  • Toyohiko Kagawa, Japanese Evangelist and Social Worker; dreijährlich (Frühlingssemester).
  • Students' Lectureship on Missions, zweijährlich, (Herbstsemester).
  • The Princeton Lectures on Youth, Church, and Culture, (April).
  • The Levi P. Stone Lectures, zweijährlich seit 1871 (Oktober). Zu den Vortragenden gehörten Abraham Kuyper (1898) und Nicholas Wolterstorff.
  • Students' Lectureship on Missions, (Oktober).
  • The Annie Kinkead Warfield Lectures, zweijährlich (März). Zu den Vortragenden zählten Karl Barth (1962), John Howard Yoder (1980), T. F. Torrance (1981) und Colin Gunton (1993).
  • Women in Church and Ministry Lecture (Februar).

Frederick Buechner PrizeBearbeiten

Seit 2015 wird zu Ehren von Frederick Buechner der Buechner Prize for Writing vergeben. Buechners Buch Telling the Truth wurde Studenten anlässlich der Graduation verschenkt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Principals und PräsidentenBearbeiten

Bevor 1902 das Amt des Präsidenten geschaffen wurde, wurde das Seminar vom Principal geleitet.

Principals

Präsidenten

Bekannte Professoren

Siehe auch: Kategorie:Hochschullehrer (Princeton Theological Seminary)

AlumniBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b History of the Seminary. Princeton Theological Seminary. Archiviert vom Original am 24. November 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Abgerufen am 24. November 2015.
  2. Dear Mr. Mudd: Princeton Theological Seminary. Princeton University.
  3. ATS - Member Schools (Memento des Originals vom 15. April 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ats.edu
  4. PTS Statistics. Princeton Theological Seminary. Archiviert vom Original am 25. November 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Abgerufen am 24. November 2015.
  5. Untitled Page. Princeton Theological Seminary. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Abgerufen am 1. September 2013.
  6. Summaries of Statistics – Comparative Summaries (PDF) PC(USA). 2013.
  7. Gary Steward: Princeton Seminary (1812-1929): Its Leaders' Lives and Works. Presbyterian & Reformed, Phillipsburg NJ 2014, ISBN 9781596383975.
  8. Princeton Seminary Library (Memento des Originals vom 17. Mai 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/libweb.ptsem.edu
  9. Reigner Christian Education Resource Collection
  10. Princeton Theological Seminary Library
  11. About PTS. Princeton Theological Seminary. Archiviert vom Original am 25. November 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Abgerufen am 24. November 2015.
  12. Navigating the Waters. Princeton Theological Seminary. Archiviert vom Original am 12. Juni 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Abgerufen am 15. Mai 2012.
  13. Princeton Theological Seminary Library (Memento des Originals vom 21. März 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/libweb.ptsem.edu. Libweb.ptsem.edu. Abgerufen am 4. September 2013.
  14. database of secondary literature about Abraham Kuyper
  15. the Center
  16. "to inquire into the relationship between theological disciplines, [and of these with] ... both human and natural sciences, to inquire into the relationship between diverse religious traditions ... , to inquire into the present state of religious consciousness in the modern world, and to examine such other facets of religion in the modern world as may be appropriate ..."
  17. Theology Today (Memento des Originals vom 19. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu Founded in 1944 at Princeton Theological Seminary, Theology Today is a peer-reviewed, quarterly journal of Christian theology.
  18. Koinonia Journal (Memento des Originals vom 5. Dezember 2006 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ptsem.edu is published annually by doctoral students at Princeton Theological Seminary. The publication and its annual forum promote written and face-to-face interdisciplinary discussion around issues in theology and the study of religion.
  19. Princeton Theological Review is a student run, annual and online journal that exists to serve students within the Princeton Theological Seminary body as well as the wider theological community.
  20. Shadyside Presbyterian Church pastor Barnes named president of Princeton seminary. In: Pittsburgh Post-Gazette, 9. Oktober 2012. 
  21. Meet Dave.

LiteraturBearbeiten

  • David B. Calhoun: History of Princeton Seminary. In Two Volumes. Banner of Truth, Carlisle, PA 1996.
  • James Moorhead: Princeton Seminary in American Religion and Culture. Eerdmans, Grand Rapids, MI 2012.
  • Richard Osmer, Gordon Mikoski: With Piety and Learning: The History of Practical Theology at Princeton Theological Seminary 1812-2012. Lit Verlag, Münster 2012.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Princeton Theological Seminary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 40° 20′ 40″ N, 74° 39′ 52″ W